Alle Beiträge mit dem Tag "Software"
26. März 2008
Usability für Unternehmensanwendungen
Wenn es in Projekten auf das Thema “Usability” oder “Anwenderfreundlichkeit” geht, fehlt in vielen Unternehmen das Verständnis dafür. Oft wird darunter verstanden, dass “eben alle Funktionen da sind, die man braucht” und es ist schwer zu vermitteln, dass moderne Anwendungen erst dadurch effizient werden, dass die Oberfläche stark optimiert wird. Die Optimierung ist dabei kein Standardwerk, sondern muss für jede Situation neu durchdacht werden. Leider sind viele Softwarehersteller hier auch noch nicht sehr weit: die Oberflächen sind kryptisch, selbst nach einfachen Eingabehilfen sucht man vergeblich und oft muss viel geklickt und gescrollt werden.
Ein sehr schönes, sehr einfaches Beispiel, wie sich die Anwenderfreundlichkeit von Applikationen unterscheidet, habe ich auf StuffThatHappens.com gefunden. Und jetzt sind wir mal ehrlich: Applikationen wie in der Abbildung “Your Company’s App…” findet sich in jedem Unternehmen… obwohl es viel Optimierungspotenzial gäbe.
14. Dezember 2007
Zukunft ist alles!
Die Kriterien, nach denen eine Softwarelösung – insbesondere im ECM-Umfeld – ausgewählt werden sollte, sind vielfältig. Leider konzentrieren sich einzelne Anwender immer auf eine sehr kleine Zahl von für sie wichtigen Punkten und blicken nicht über den Tellerrand.
So auch jüngst bei einem europaweit tätigen Unternehmen, dass mit seiner DMS- und Intranet-Lösung einen Großteil seiner Arbeitsprozesse abbildet. Das praktisch einzige Kriterium bei der Auswahl war nach Aussagen des Verantwortlichen nicht die Funktion oder der Preis: Es wurde vorallem darauf geguckt, dass der Anbieter finanziell gut darsteht und auch noch in den nächsten Jahren am Markt sein wird.
Ergebnis: Es wurde eine sehr, sehr teure Lösung angeschafft, die maximal 50% der benötigten Funktionen bietet und sich nur schleppend weiter entwickelt. Aber das Ziel wurde erreicht: Das Unternehmen ist immer noch am Markt und zählt nach wie vor zu den “Dickschiffen” der Branche, was man auch an den jährlichen Wartungskosten ablesen kann.
13. Dezember 2007
Es war aber viel günstiger, als die anderen!
Die Grundlage zur Entscheidung für ein Softwareprodukt überrascht nicht selten. So habe ich letztens vom IT-Leiter eines Konzerns eine ganz einfache Rechnung aufgemacht bekommen: Das System, dass gekauft wurde, kostet nur ein viertel von dem, was – das auch in Frage kommende – Documentum-System kosten würde.
Weitere harte Kriterien? Fehlanzeige.
Zwar wurde natürlich die prinzipielle Einsetzbarkeit für das zu geplante Szenario geprüft, vieles andere wurde aber zu Gunsten des Preises unter den Tisch fallen gelassen.
Dies kann sinnvoll sein – und wird auch von mir so empfohlen – wenn man mit dem eingesparten Geld (die Summe kann schnell auch mal siebenstellig sein), die benötigten und bei der günstigeren Software nicht vorhandene Funktionen viel besser individuell realisieren kann. Dies trifft jedoch nur selten zu, da die Komplexität von Softwareentwicklung nicht unterschätzt werden darf.
Der Preis ist ein wichtiges Kriterium, darf aber nicht das Einzige belastbare sein.
27. November 2007
Meinungen…
Meinungen helfen die Welt zu verstehen. Es gibt zu jedem Thema mindestens zwei Seiten und es ist hilfreich beide Meinungen zu kennen. Ich schreibe im ECM-Blog meine Meinung – egal, wem diese gefällt oder nicht. Man muss sie auch nicht glauben – ich habe es jedoch nicht nötig, hier irgendwelche unwahren Behauptungen aufzustellen. Sämtliche meiner Meinungen belege ich jedem*) gerne mit Fakten.
Im Softwarebereich gibt es als erste Meinung meist die Meinung des Herstellers und seiner Partner – auf der anderen Seite stehen Analysten und Berater wie ich. Teilweise ist man einer Meinung, manchmal nicht. Besonders, wenn einmal kritische Aussagen gegen einen Softwareanbieter kommen, wird oft schnell mit der Untermauerung der Marketingaussagen zurück geschossen. Wem bringt dies etwas? Auch der Verweis auf Referenzkunden ist ein zahnloser Tiger, denn natürlich hat jeder Softwareanbieter zufriedene Kunden – die unzufriedenen äußern sich meist nicht (öffentlich).
Ich berate ausschließlich unabhängig, habe keinerlei Provisionsabsprachen und verkaufe keine Software. Meinungen, Konzepte und Analysen sind das, was den Kunden von Cara Europe ihr Geld wert ist.
*) Ich bitte um Entschuldigung, dass ich dies kostenfrei im Blog natürlich nicht tuen kann. Im Rahmen einer Studie oder eines Projektes geschieht dies jedoch regelmäßig.
21. November 2007
Gewährleistung für Open Source Software (OSS)
Schöner Beitrag von Oliver Meyer, Kendra Stockmar und Stefan Luckner zu den Risiken beim Verkauf von kommerzieller Software (oder Werkleistungen) zusammen mit Open Source Software.
Trotz aller Erfolge von Open Source Software (OSS) in Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft stellen rechtliche Unsicherheiten vor allem im Bereich der Gewährleistung und Haftung ein Hemmnis beim Vertrieb dar. Der OSS zusammen in einem Paket mit proprietärer Software vertreibende Vertriebsberechtigte ist im Hinblick auf die erleichterten Haftungs- und Gewährleistungsregelungen im BGB-Schenkungsrecht regelmäßig bestrebt, das einheitliche Softwarepaket aufzuspalten und die Entgeltpflicht auf denjenigen Teil des Paketes zu beschränken, den er neben der OSS verschaffen muss.
Dieser Beitrag untersucht Möglichkeiten der Ausgestaltung des Vertriebs von OSS zusammen mit kommerziellen Programmen in einem Paket und bewertet diese im Hinblick auf die vertragstypologische Zuordnung der Überlassungsverträge mit den Nutzern.
Download des Gesamtbeitrags (PDF).
(via Handakte)
25. Oktober 2007
Tarnen und Täuschen
Was leider beim Vertrieb von Software schon gar nicht mehr anders gekannt wird, findet auch immer mehr Einzug in Kaufhäuser: Getarnte Promoter, die als angeblich unabhängige Verkäufer eigene Produkte anpreisen und den Mitbewerb gar nicht erwähnen oder gar schlecht machen.
Spiegel Online berichtet über diese Unsitte und wirft direkt die Frage auf, ob es sich um Wettbewerbsverstoß handelt. Hier muss sich auch die ECM-Branche warm anziehen, denn was viele derzeit als “Kavaliersdelikt” sehen, ist schlicht illegal.
Entweder jemand weißt offen darauf hin, dass er abhängig berät und durch Provisionen oder feste Zahlungen von der Beratung für ein bestimmten Produkt profitiert – oder er muss vollkommen unabhängig beraten.
Bankberater haben dies schon ausführlich gerichtlich erklärt bekommen.
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Cara Europe Limited und Jörg Dennis Krüger beraten garantiert hersteller- und produktunabhängig. Wir erhalten keine Provisionen, haben keine Partnerverträge und auch sonst keine Vorteile durch die Empfehlung eines bestimmten Produkts oder Anbieters.
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25. Oktober 2007
User-Spielwiese
Eine der größten Herausforderungen bei der Einführung eines DMS, CMS oder von neuer Software allgemein, ist die Einbeziehung, Schulung und Motivation der Anwender. Die einen haben einfach keine Lust, etwas Neues zu lernen, die anderen haben Angst, etwas kaputt zu machen und Dritte sagen, dass sie das alles sowieso nicht brauchen würden.
Ein wunderbarer Ansatz, hier ein wenig Hilfestellung zu geben und den Anwender auch außerhalb von Schulungen die Möglichkeit zu geben, sich mit dem System vertraut zu machen und etwas auszuprobieren ist eine kleine “Spielwiese” im System. Richten Sie einfach einen Bereich ein, auf den alle Zugriff haben und in dem jeder machen kann, was er möchte. Löschen Sie diese Bereiche regelmäßig (z.B. jede Woche) und lassen Sie den Dingen dort freien Lauf.
Ein einfaches, schnell und sehr effektives Mittel, Anwendern die Angst zu nehmen und ihnen zeigen zu können, was das neue System eigentlich alles kann. Außerdem ist es eine tolle Möglichkeit der Vertiefung des Gelernten aus einer – hoffentlich auch stattfindenden – Schulung.
24. September 2007
Nur Projektpreis!
Es ist sehr befremdlich, wenn man aus einem Web Content Management Anbieter trotz diversem Mailverkehr und recht gutem Kontakt keinen Preis bekommt – und auch keine Informationen, welche Informationen zur Preisbildung fehlen.
Noch befremdlicher ist es, wenn man mit dem Unternehmen telefoniert und einem unverblümt gesagt wird, dass man keine Preisliste habe und jeden Preis individuell festlege, nachdem man den Kunden kennt, weiß, was er machen will – und man sowieso ja mittlerweile “nicht mehr nur Software verkaufe”, sondern “den Kunden ganzheitlich berät”.
Ach so – daher weht der Wind. Der reine Softwareverkauf gibt nicht genug Geld (und man scheut vielleicht auch den hohen Anforderungen, die Kunden an einen guten Softwarelieferanten stellen) und deshalb macht man eigentlich klassisches Agenturgeschäft.
Schade, da werde ich meinem Kunden wohl abraten müssen. Ein Softwareanbieter, der keine Software anbietet, sondern stattdessen das Projekt komplett von vorne bis hinten (“wir haben auch Webdesigner”) betreuen will (und keine Alternative zulässt), ist der Erfahrung nach (bei Projekten ab einer gewissen Größe) ein ernst zunehmendes Risiko.
Und eine Aussage wie “die Software ist mittlerweile so komplex, dass nur wir sie betreuen können”, nimmt dem kein bisschen Explosivität – im Gegenteil.
Hinweis: Der Name des Softwareanbieters wird hier (vornehmlich aus juristischen Gründen) nicht veröffentlicht. Wer an den Markterfahrungen eines unabhängigen Beraters Teil haben will, darf gerne Kontakt aufnehmen.
1. September 2007
Dünnes Lastenheft oder einfach Inkompetenz?
Die Findung eines passenden Softwareprodukts ist nicht einfach – insbesondere aufgrund der Vielzahl der Anbieter und der großen Unterschiede der Software. Aus diesem Grund wird oft in einem zweistufigen Vorgehen zunächst eine Longlist gebildet (8-10 Anbieter) und diese auf eine Shortlist von 2-3 Anbieter herunter gebrochen.
Die Auswahl der Longlist erfolgt meist auf Basis von Erfahrungen, bestehenden Kontakten und den grundlegenden Rahmenanforderungen an einen Anbieter (regionale Verfügbarkeit, unterstützte Systemplattformen etc.)
Vielmehr soll als Antwort auf ein Lastenheft ausführlich aufgezeigt werden, wie die gezeigten Anforderungen mit dem eigenen Produkt erfüllt werden können. So kann der zukünftige Kunde sehen, mit welchem Produkt die Anforderungen wohl am Besten erfüllen kann. Ein unverbindliches Angebot kann, wo möglich, die Antwort auf ein Lastenheft abrunden.
Mit den zwei bis drei Anbietern, die hier überzeugen, kann in nähere Gespräche gegangen werden. Wer in dieser Phase nur wenig zeigt, wird schnell von dem Projekt ausgeschlossen.
Wie im Anschluss an die Auswahl einer Software die genaue Umsetzung stattfindet, muss zusammen mit dem auf dieser Basis ausgewählten Anbieter entschieden werden – und erst dann kann auch ein verbindliches Wertangebot abgegeben werden.
Diese Situation ist für einige Anbieter wohl nicht leicht. Die verantwortlichen Mitarbeiter können die Lastenheftphase nicht zuordnen und beschweren sich dauerhaft und lautstark, dass man auf “sowas” ja wohl kein Angebot abgeben kann – einfach, weil man keine Ahnung hat. Sie scheuen sich davor, konkret auf die Anforderungen des potenziellen Kunden einzugehen und Vorschläge zur Realisierung der Anforderungen mit ihrem Produkt zu machen.
Solche umfangreichen Lastenheftphasen werden meist nur in Projekten gemacht, wo es um große Investitionen geht – es ist daher doppelt nicht zu verstehen, warum manche Anbieter hier leichtfertig ihre Chance verspielen, im Projekt genauere Beachtung zu finden und sich durch ihr Verhalten meist auch die Chance nehmen, zukünftig wieder betrachtet zu werden.
11. August 2007
Gartner mit Jörg Dennis Krüger einer Meinung
Nachdem im ECM-Blog bereits vor einiger Zeit Enterprise Content Management zur Miete ein Thema war, stimmt Gartner in einer jüngst veröffentlichten Studie meiner Meinung zu: Der Markt für ASP und SaaS (Software as a service) ist im ECM-Bereich verschwindent klein. Gartner sieht den Anteil von ECM am Gesamtmarkt mit ASP bei gerade mal 2 Prozent.
Wie auch bereits von mir dargestellt, sieht Gartner das Problem darin, dass ECM einfach nicht zu den Bereichen gehört, die sich für ASP bzw. SaaS eignen.


