Alle Beiträge mit dem Tag "Produkt"
25. Oktober 2007
Tarnen und Täuschen
Was leider beim Vertrieb von Software schon gar nicht mehr anders gekannt wird, findet auch immer mehr Einzug in Kaufhäuser: Getarnte Promoter, die als angeblich unabhängige Verkäufer eigene Produkte anpreisen und den Mitbewerb gar nicht erwähnen oder gar schlecht machen.
Spiegel Online berichtet über diese Unsitte und wirft direkt die Frage auf, ob es sich um Wettbewerbsverstoß handelt. Hier muss sich auch die ECM-Branche warm anziehen, denn was viele derzeit als “Kavaliersdelikt” sehen, ist schlicht illegal.
Entweder jemand weißt offen darauf hin, dass er abhängig berät und durch Provisionen oder feste Zahlungen von der Beratung für ein bestimmten Produkt profitiert – oder er muss vollkommen unabhängig beraten.
Bankberater haben dies schon ausführlich gerichtlich erklärt bekommen.
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Cara Europe Limited und Jörg Dennis Krüger beraten garantiert hersteller- und produktunabhängig. Wir erhalten keine Provisionen, haben keine Partnerverträge und auch sonst keine Vorteile durch die Empfehlung eines bestimmten Produkts oder Anbieters.
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12. September 2007
ECM-Anbieter verwirrt…
Welche wunderbaren Verwirrungen es in Unternehmen geben kann, die ein breites Produktportfolio (unter anderem durch Übernahmen) aufgebaut haben, habe ich letztens erfahren dürfen. Es geht um nicht ganz unkomplexes Projekt, wobei insbesondere Dokumentenmanagement, Intranet und Web Content Management in gewissem Maße miteinander verwoben werden soll.
Das recht umfangreiche Lastenheft ist so geschrieben, dass die angeschriebenen Anbieter alle Möglichkeiten und Chancen haben, die Anforderungen individuell mit ihrem Produktportfolio zu erfüllen. Es wird nicht vorgeschrieben, wie die einzelnen Funktionen umgesetzt werden sollen – sogar die Hard- und Softwareplattform wird nicht vorgegeben. Der Kunde ist sehr flexibel und eine gute ECM-Lösung ist ihm wichtiger, als Lieferantenpolitik.
Eine perfekte Grundlage sollte man meinen?
In der Praxis zeigte sich ein Anbieter davon nicht so überzeugt, wobei er für mich eigentlich eine Favoritenrolle hätte bekleiden können. In einer Telefonkonferenz – die jedem Anbieter zur Durchsprache des Lastenheftes und Beantwortung von Fragen angeboten wurde – werde ich von den Mitarbeitern eines großen, weltweit tätigen Anbieter von (u.a. auch ECM-) Software tatsächlich gefragt, welches seiner Produkte er denn nun anbieten solle! Man habe eine so große Produktpalette, wobei jedes Produkt ja andere Funktionen und Ausrichtungen hat, dass man das schon wissen müsste, um ein Angebot abzugeben.
Auf meinen Hinweis, dass der Anbieter selbst ja wohl am besten wissen sollte, mit welchem Produkt er die Anforderungen abdecken kann und er ja gerne auch Alternativen aufzeigen könne, wurde fast beleidigt reagiert.
Und am Ende hat der Milliarden Dollar schwere Konzern es nicht geschafft, ein Angebot abzugeben. Aus “Zeitgrunden” natürlich. Natürlich. Da wird der Kunde seine drei, vier Millionen Euro für Lizenzkosten wohl bei jemand anderem abgeben müssen.
20. Juni 2007
Innovation Gate zu Besuch
Am Montag (18.06.) hatte ich einen informativen Termin mit Innovation Gate. Die beiden Herren verschafften mir durch eine leichte Verspätung um rund 60 Minuten einen kleinen Puffer zwischen dem Termin mit FAST und diesem Termin – und wenn man meine theoretische Verspätung abzieht, waren es sogar nur 45 Minuten, die wir verspätet starteten.
Herr Schmidetzki – Geschäftführer von Innovation Gate – präsentierte seine beiden Produkte “Business Essentials” umfangreiches Tool mit CRM, Projektmanagement und Abrechnung für kleine Unternehmen) und “ContentManager” (komplexe Contentmanagement-Umgebung) auf einem schönen Apple Powerbook, was einen doppelt guten Eindruck hinterließ. Innovation Gate, vor einigen Jahren als Anbieter von WCM-Lösungen für Notes gestartet, hat nun ein komplett auf Java basierendes System, das sich in zunächst zwei Bereiche teilt.
Das Herzstück ist der – etwas unglücklich benannte – “Portal Server”. Dieser dient als interner Application Server und ist selbst eine Java-Anwendung, die sich auf Websphere genauso zu Hause fühlt, wie auf Tomcat oder Jboss. In diesen Portal Server können dann Innovation Gate Anwendung deployed werden – derzeit eben die Business Essentials und/oder der ContentManager. Das Ganze ist hoch modular und Teile beliebig wiederverwender. Designer und Admins bekommen viele Instrumente an die Hand, um einfach und schnell Ergebnisse zeigen zu können.
Besonders schön sind die Oberflächen gelungen. Egal wo: es wurde an Usability gedacht, AJAX gekonnt eingesetzt und viele Hilfsmittel für Redakteure geschaffen.
Das Ganze ist in jedem Fall einen Blick wert – beispielsweise in die kostenfreie und frei zugängliche Onlinedemo (die leider bei vielen Anbietern überhaupt keine Selbstverständlichkeit ist!).
11. April 2007
8 von 10 Softwareanbietern nutzen ihre eigene Software nicht
“Unsere Software selbst einsetzen? Wir wollen doch überleben!” – So oder so ähnlich muss es sich teilweise in den Chefetagen der großen Anbieter von Enterprise Content Management Software anhören, wenn es darum geht, doch einfach mal die eigenen Produkte einzusetzen. Oft ist dies ja nur eine reine Vermutung und die Anbieter wehren sich stark dagegen – schließlich sei ja die eigene Software das beste, was man finden kann.
Einen wunderschönen Weg, herauszufinden, wie Anbieter ihre eigenen Produkte einsetzen fand die Butler Group im Rahmen der neuen Studie “Document Collaboration”. Die in der Studie berücksichtigten Produkte sind:
- Adobe: Acrobat 8, Acrobat Connect
- EMC: eRoom
- IBM: Notes/Domino, Workplace, Lotus Quickplace
- Microsoft: Sharepoint Services 3.0, Sharepoint Server 2007, Groove
- OpenText: LiveLink Document Collaboration, OpenText (Hummingbird) eDocs Collaboration
- Oracle: Collaboration Suite, Content DB, Records DB
- Stellent: Collaboration Management
- Vignette: Vignette Collaboration
Man bat nun jeden Anbieter, seine eigene Software zu nutzen, um mit Butler zusammen, die Studie zu erstellen und abzustimmen. Richard Edwards, einer der Autoren der Studie, erklärte Tim Barker von Koral das erschreckende Ergebnis: Acht dieser zehn Anbietern waren nicht im Stande dies mit ihren eigenen Produkten durchzuführen und nutzen lieber E-Mails.
Offen bleibt zwar, bei welchen beiden Produkten der Einsatz tatsächlich stattfand, es ist jedoch klar, dass die Softwareanbieter oft Dinge verkaufen, die sie selbst nicht einsetzen (können). Das mag an fehlendem Know-how oder schlechten Produkten liegen. In jedem Fall wirft es kein gutes Licht auf die Branche.
Um die Frage “Is this just me that is shocked by this statistic?” von Tim Barker in seinem Blog zu beantworten: “No, I wasn’t really shocked. Many vendors have no idea what exactly they are selling – that is easy to see. But I am astonished how many it are…”.
10. April 2007
Am Kunden vorbei…
Man glaubt es kaum, doch es scheint so, als das sehr viele – vorallem größere – Softwareanbieter in der ECM-Branche ihre Kunden und deren wachsende und sich verändernde Anforderungen nicht kennen. Oder einfach nicht kennen wollen. Wie kommt es sonst, dass neue Technologien bzw. Konzepte nur sehr schleppend bis gar nicht von den Unternehmen umgesetzt werden? Beispiele sind alle möglichen Themen des Online Marketing sowie der Zusammenarbeit im Unternehmen.
Es ist beispielsweise unglaublich, dass immer noch diverse Systeme es nicht schaffen, 100% sprechende URLs abzubilden, sondern noch irgendwelche Parameter in der URL mit sich herumtragen. Richtig erschreckend ist die Lage bei den aktuellsten “Web 2.0″ Technologien. Es scheint gerade so, als wenn sich die Entwickler bevor sie ihre eigenen Blogsprodukte u.ä. umsetzen, die Marktführer in diesem Bereich nicht ansehen dürfen. Wie kommt es sonst dazu, dass grundlegendste Funktionen aus den Open Source Blogsystemen nicht in kommerziellen Produkten umgesetzt werden (u.a. Spamfilter und One-Page-Publishing). Und es werden bei Konzeption und Umsetzung noch nicht mal Menschen gefragt, die sich mit den Erwartungen in der Praxis auskennen.
Das Ergebnis: Obwohl “professionelle” (also kommerzielle) Lösungen im Haus sind, muss für bestimmte Anwendungen im Inter- und Intranet auf Open Source Software zurückgegriffen werden. Per se ist dies nichts Schlechtes – aber sämtliche Vorteile der kommerziellen Lösung (funktional wie organisatorisch, beispielsweise Freigabeverfahren, zentrale Zugriffsrechte) gehen verloren und werden sogar umgekehrt, da jetzt weitere Lösungen gewartet werden müssen.
Hier müssen die Hersteller dringend nachbessern und flexibler auf die Anforderungen des Marktes reagieren. Dies gilt nicht nur für die “klassischen” Web Content Management Anbieter – sondern wirklich für die ganze Branche. Wie wäre es beispielsweise mit Wiki-Technologie im DMS, um einfach gemeinsam Dokumente erstellen zu können?
(Hinweis: Blogs und Wikis sind in diesem Beitrag nur verwendet worden, um plakative Beispiele zu bieten, mit denen viele etwas anfangen können. Es gibt auch abseits dieser “Web 2.0 Themen” genug Beispiele, wo die Kunden einfach vergessen werden – Beispiele gibt und gab es im Blog genug.)
13. Februar 2007
IBM FileNet P8 4.0 ist ab sofort verfügbar
FileNet, Tochterunternehmen von IBM, hat heute nach eigenen Angane die neue Version P8 4.0 seiner Enterprise Content Management (ECM)-Plattform eine Software vorgestellt. Mit Hilfe der neuen version sollten Organisationen jede Art von Inhalt erfassen, zusammenführen und den Zugriff darauf verwalten können. Dies soll die Optionen für automatisiertes Records Management sowie zur Adressierung von Compliance-Anforderungen und reduziert operationale Risiken erweitern. Das Release soll mehr als 75 neue Funktionen und Erweiterungen bieten die speziell dafür entwickelt sein sollen, Unternehmen beim Einsatz von Informationen für geschäftskritische, kosteneffektive Entscheidungen zu unterstützen. So können Organisationen Zeit sparen, ihre Produktivität erhöhen und den Kundenservice verbessern.
Damit erscheint die erste größere Weiterentwicklung des Produktes seit der Übernahme von FileNet durch IBM im Oktober 2006. Das Unternehmen will damit sein Bestreben unterstreichen, den Kunden bei der Verbesserung ihrer globalen Wettbewerbsfähigkeit durch einen uneingeschränkten Zugriff auf wichtige Geschäftsinhalte zu helfen. IBM FileNet P8 4.0 soll die IBM-Strategie durch eine breite Unterstützung führender Betriebssysteme, Datenbanken sowie Desktop- und Portalumgebungen unterstützen, auf die Kundenorganisationen jeder Größe bei der unternehmensweiten Kontrolle, Verfügbarkeit und Verwaltung von Inhalten vertrauen.
11. Dezember 2006
Zitat der Woche
Als Argument gegen .NET:
“75% der WCMS Produkte am Markt sind nicht mit .NET entwickelt.”
4. Dezember 2006
BITKOM veröffentlicht Leitfaden zur digitalen Aktenführung (Records Management)
Der – vorallem im amerikanischen Raum geprägte – Begriff “Records Management” findet in Deutschland nur schwer eine Entsprechung. Unter ihm werden sämtliche Anforderungen an die “effiziente und systematische Kontrolle und Durchführung der Erstellung, Entgegennahme, Aufbewahrung, Nutzung und Aussonderung von Schriftgut einschliesslich der Vorgänge zur Erfassung und Aufbewahrung von Nachweisen und Informationen über Geschäftsabläufe und Transaktionen in Form von Akten” (Definition lt. ISO 15489) zusammengefasst.
Welche wichtigen gesetzlichen Anforderungen zur Aktenführung es gibt und wie diese von Unternehmen erfüllt werden können, sowie eine Übersicht von Softwareprodukten für das Recordsmanagement und Informationen zur Einführung dieser, bietet der neue BITKOM-Leitfaden “Records Management”, der kostenlos beim Verband heruntergeladen werden kann.
1. Dezember 2006
Die ganze Welt des ECM
Kongress Media – Veranstalter der Contentmanager.Days und ehemaliger Veranstalter des CM-Forum – hat mit “ECM World” nicht nur ein neuen Produkt, sondern eine ganze Produktpalette gelauncht. Unter dem Label werden eine Reihe von Fachveranstaltungen rund um Enterprise Content Management veranstaltet – Workshops, Roundtable, Dinner, Konferenzen.
Das erste Preview auf das Programm ist verfügbar und kann (exklusiv?) im ECM-Blog heruntergeladen werden.
Natürlich unterstütze auch ich einige Veranstaltungen – wenn als Veranstaltungsort “München” steht, ist die Chance auf mich zu treffen recht hoch.
3. November 2006
Warum sich die Übernahme von Stellent für Oracle doppelt lohnt.
Das große Kaufen geht weiter und diesmal ist Stellent auf die Seite des Gekauften gegangen. Die Entscheidung sich von Oracle kaufen zu lassen ist bestimmt keine Schlechte – und die Entscheidung Stellent zu kaufen schon gar nicht.
Neben fortschrittlichen ECM-Lösungen, die anders als bei vielen anderen ECM-Größen die echte Integration (z. B. von DM- und WCM-Funktionalitäten) nicht nur in den Mittelpunkt stellen, sondern auch tatsächlich umgesetzt haben, hat Stellent auch Dokumentenkonvertierungstechnologien im Angebot, ohne die praktisch kein Anbieter von Suchtechnologie und so auch praktisch kein führendes DMS auskommt. Oracle kauft daher nicht nur die ECM-Produkte – deren Zukunft bei Oracle zumindest zunächst ungewiss ist – sondern auch das starke OEM-Geschäft.
Durch Übernahme von Stellent festigt Oracle endlich seine unsichere Position im ECM-Markt. Denn durch Zukäufe und eigene Entwicklung hat es Oracle in der Vergangenheit nicht geschafft, Lösungen für den ECM-Markt zu liefern, die den Anforderungen des Marktes auch gerecht werden. Der Kauf von Stellent stellt Oracle zwar vor die Herausforderung der Schaffung einer einheitlichen Umgebung unter Integration der bestehenden Komponenten, er bietet aber auch die Chance, dass Oracle endlich ernstzunehmende Lösungen zum Content- und Dokumentenmanagement anbieten kann. Dies bezieht sich aber nicht nur auf die Technologien! Oracle erlangt mit dem Kauf von Stellent auch fundiertes (strategisches) Wissen über Enterprise Content Management, was bisher im Unternehmen nur vereinzelt vorhanden ist. Dieses Fehlen von Wissen und vor allem Erfahrung hat zu den teilweise kuriosen Entscheidungen des Unternehmens zur ECM-Strategie in der Vergangenheit geführt. Die sich nun für Oracle ergebenden Chancen sind enorm.
Für die bestehenden Kunden – auf beiden Seiten, aber besonders bei Oracle – bleibt dabei zu hoffen, dass das Unternehmen gute Migrationspfade vorsieht und seine Kunden aktiv dabei unterstützt. Besonders Oracle hat in der Vergangenheit in einigen DMS-Projekten zwar Lösungen konstruiert, aber niemals mit einem “Produkt”, sondern maximal mit einem “Framework”. Es würde für Oracle einen Rückschlag bedeuten, wenn diese Kunden sich aufgrund von Problemen beim Umstieg vom Unternehmen abwenden würden.

