Alle Beiträge mit dem Tag "OpenSource"
14. November 2006
Armer Mensch… (oder: Warum die WCM-Auswahl wirklich schwierig ist!)
90% der Anforderungen in WCM-Projekten werden von min. 80% der verfügbaren WCM-Lösungen “out-of-the-box” erfüllt. Diese Erfahrung macht man immer wieder, wenn anhand von oberflächlichen Kriterienkatalogen Systeme ausgewählt werden sollen.
Auf Contentmanager.de fragte vor wenigen Tagen ein Herr Manfred Mensch nach einem WCMS für einen Verband. Als einziges Kriterium zur Auswahl gab er an:
“Sehr wichtig ist ein System, dass uns höchste Sicherheit bietet. Typo3 kommt z.B. nicht in die engere Wahl, weil Dokumente hier direkt über die URL erreicht werden können. Soetwas darf natürlich nicht sein.”
Diese Situation ist so vielerorts zu finden! Aufgrund der großen Verbreitung von funktional oft unprofessionellen Open Source Systemen, werden Funktionen, die für kommerzielle Anbieter zum “Butter- und Brot-Geschäft” gehören, als entscheidungstragende Kriterien definiert.
Entsprechend ist auch die Qualität der Antworten im Forum außerordentlich schlecht, da der Reihe nach Anbieter verschiedenster Lösung erklären, dass sie diese geforderte Funktion natürlich erfüllen, wobei es nur wenig verwundert, dass dies als Begründung oft gleich dafür genutzt wird, das System als optimale Lösung für das Gesamtprojekt zu empfehlen.
“Haben Sie schon mal über Zope / Plone nachgedacht?”
“[...]wir haben schon diverse Projekte für Verbände mit genau diesen Anforderungen durchgeführt.”
“Insbesondere in Punkto Zugriffsrechte und Benutzerverwaltung kann alles bis hinunter auf Dokumentenebene geschützt werden.”
“[...]für das Verbandsmanagement eine Vielzahl von Möglichkeiten.”
“[...]die von Ihnen angesprochene Anforderung ist direkt in [...] integriert und steht nach der Installation zur Verfügung.”
“Eventuell können Sie ja auch ein herstellerbasiertes und gleichzeitig lizenzkostenfreies CMS in Ihre engere Wahl nehmen.”
Das Ergebnis daraus: Die professionelle Auswahl von WCMS ist anspruchsvoll, da nicht anhand von oberflächlichen Kriterien entschieden werden. Vielmehr ist eine Betrachtung der wirklich entscheidenden Anforderungen an Prozesse und Funktion notwendig, um aus der Vielzahl von Systemen wirklich eine fundierte Auswahl zu treffen. Neben den “Hardfacts” sollten dabei auch – in einer zweiten Phase – “weiche” Faktoren, wie das vorgefundene Branchenwissen, Sympathie und beispielsweise die Bestandssicherheit der Lösung im Markt.
13. November 2006
Onlinevortrag: Open Source DMS
Auch im DMS-Markt sind in letzter Zeit Open Source Lösungen in Stellung gegangen und wollen den Markt erobern. Aufgrund von sehr hohen Lizenzkosten im DMS-Bereich und einer sowieso recht breiten Angebotspalette, ist es für viele Unternehmen interessant, zu erfahren, welche Chancen, Möglichkeiten und Risiken sich durch Open Source DMS bieten.
Denn die Open Source Anwendungen im DMS-Bereich sind völlig anders aufgestellt, als beispielsweise im WCM-Bereich. Komplexe Lizenzmodelle, vielfältige Leistungen und umfangreiche Services, machen im DMS-Bereich Open Source auch dort interessant, wo die klassischen Open Source WCMS keine Chance auf einen Einsatz hätten.
ECM-Spezialist Jörg Dennis Krüger stellt im Rahmen dieses ca. 60-minütigen Onlinevortrags
- die interessantesten Player vor,
- vergleicht die Lizenzmodelle und Funktionalitäten,
- zeigt auf, in welchen Szenarien der Einsatz der Lösungen sinnvoll ist und
- begibt sich mit den Teilnehmern live in die Systeme.
Außerdem bieten sich allen Teilnehmern vielfältige Möglichkeiten, die Inhalte zu diskutieren, Fragen einzubringen und eigene Erfahrungen zu schildern.
Der Onlinevortrag findet am 12.12.2006 statt und dauert von 11.00h bis 12.00h. Die Teilnahme ist – nach Registrierung – kostenfrei, die Anzahl der Teilnehmer jedoch begrenzt. Bei mehr Anmeldungen als Teilnehmerplätzen entscheidet das Los.
Anmeldungen können jetzt schon erfolgen. Einfach formlos per E-Mail an: jdk@jdk.de.
9. November 2006
3TYPEN (mit Fahndungsfotos!)
“Würden Sie diesen 3TYPEN Ihren Content anvertrauen?”, fragt der Softwareanbieter “Flying Dog” in seiner aktuellen Werbung und zielt damit auf ein ähnlich heißendes WCMS, was immer wieder in aller Munde ist.
“Glauben Sie den 3TYPEN?”, geht der Fyler auf der Rückseite weiter und zeigt – vereinfacht dargestellt – auf, dass es die “Eierlegende Wollmilchsau” nicht gibt und man auch im Open Source Bereich nicht alles glauben soll, was man so erzählt bekommt. Natürlich wird aber auch nicht vergessen das eigene System mehr als ausgiebig zu loben.

Insgesamt ein netter Ansatz, um mit dem Hypethema umzugehen und mit den Kunden ins Gespräch zu kommen. Denn dort kann man gut die Unterschiede zwischen “den 3TYPEN” und anderen Systemen erklären. So kann der Kunde die für ihn passende Lösung auswählen – und viele “Kunden” der “3TYPEN” wäre froh, vorab besser beraten worden zu sein.

(Grafiken mit freundlicher Genehmigung von Flying Dog)
24. Oktober 2006
Warum bieten WCM-Anbieter so wenig Web 2.0 Funktionalitäten?
Das Web 2.0 bewegt nicht nur die Marketingwelt, sondern wird immer mehr zum Standard für den ambitionierten Internetnutzer. Dabei stehen nicht prinzipiell Weblogs im Mittelpunkt, sondern die generellen Technologien und Konzepte zur Strukturierung und Vernetzung von Inhalten, verknüpft mit zentralen Diensten, die Übersichtlichkeit schaffen und Verbindungen herstellen.
Klassische Weblog-Systeme, wie WordPress (auf dem dieses Blog läuft) oder Serendipity, bieten hier durch Kommentarfunktionen (mit umfangreichen Spamfiltermethoden), RSS-Feeds, Trackbacks, Taging und sehr guter Optimierung für Suchmaschinen geballt die Web 2.0 Funktionalitäten an, vernachlässigen aber die “althergebrachten” professionellen Funktionalitäten des Web Content Management, wie umfangreiche Zugriffsrechte, echtes Templating, Workflows, individuelle Content-Container etc. Der Grund hierfür liegt wohl darin, dass diese professionellen Funktionalitäten eine umfangreiche Entwicklung und viel Erfahrung in dem Bereich voraussetzen. Trotzdem gewannen und gewinnen diese Blogging-Tools viele professionelle Nutzer.
Die Anbieter von professionellen Web Content Management Lösungen (Kommerziell wie Open Source!) vernachlässigen diesen Bereich “Web 2.0″ vollständig oder bieten nur rudimentäre Funktionalitäten an. Trackbacks unterstützt praktisch kein professionelles System und auch die Suchmaschinenoptimierung lässt bei vielen zu Wünschen übrig. Daneben bieten kommerzielle Systeme praktisch keine stark vereinfachten Interfaces, mit denen auch ein unerfahrener Benutzer (wie mit den Blog-Tools) Beiträge veröffentlichen kann (“One Page Publish”, auf einer Seite wird der Inhalte, Kategorien, Rechte, Tags, etc. erfasst und durch Knopfdruck publiziert – bzw. in den Freigabeworkflow gegeben).
17. Oktober 2006
Goldene Regel #18: Kommerzielle Software ist nicht besser!
Auch wenn Open Source Software immer nur als “Alternative” zu kommerzieller Softwaregesehen wird und dann Argumente für Open Source aufgelistet werden, sind kommerzielle Produkte nicht per se “besser” und “erste Wahl”. Vielmehr sollten bei einer Produktauswahl jegliche Lizenzen als gleichwertig betrachtet und mit den individuellen Anforderungen des Projekts verglichen werden.
Der wirkliche Unterschied zwischen kommerzieller und Open Source Software liegt nicht im jeweiligen Lizenzmodell oder dem Preis der Software, sondern im generellen Geschäftsmodell der Software. Diese Geschäftsmodelle müssen bei der Auswahl der passenden Lösung berücksichtigt werden, da nur durch die Durchleuchtung des Geschäftsmodells klar wird, wie sich dieses auf das Projekte auswirkt und welche Funktionalitäten und Services zu welchem Preis zur Verfügung stehen. Denn auch für die professionelle Nutzung von Open Source Produkten können Kosten anfallen! Um beispielsweise bestimmte Service Levels oder Support zu erhalten, sind Wartungsverträge genauso üblich, wie bei kommerzieller Software.
Im Umkehrschluss heißt dies jedoch auch, dass es prinzipiell keine “ideologischen” Argumente für oder gegen kommerzielle bzw. Open Source Software gibt, sondern immer die Anforderungen im Einzelfall entscheiden müssen, welche Lösung zu welchem Projekt passt.
Wer kommerzielle Software kauft, weil er denkt, dass damit das Projekt kein Mißerfolg werden kann, der denkt genauso falsch, wie derjenige, der Open Source Software einsetzt, weil er damit auf jeden Fall günstiger fährt.
17. Oktober 2006
Goldene Regel #17: Open Source Software ist nicht schlechter
Auch für den kommerziellen Einsatz eignet sich Open Source Software hervorragend. Nicht ohne Grund haben es – insbesondere im Web Content Management Umfeld – die Anbieter von kommerzieller Software immer schwerer, ihre Produkte an die Frau zu bringen. Im Open Source Umfeld finden sich besonders Produkte mit einer breiten potenziellen Kundenbasis, denn es entwickelt sich meist die Software richtig gut, die von möglichst vielen nachgefragt wird. Entsprechend bietet sich für Standardanforderungen meist eine interessante Alternative im Open Source Bereich.
Wichtig: Open Source Software ist nicht per se günstiger als kommerzielle Software. Erst bei einer tiefer gehenden Analyse kann festgestellt werden, ob ein Open Source Produkt die geforderten Funktionalitäten nicht nur genauso gut wie kommerzielle Produkte, sondern auch zu einem vergleichbaren oder günstigeren Preis bietet. Erst wenn man hier auch die Anpassungsaufwände hineinrechnet, kann eine seriöse Aussage getroffen werden.
Zusätzlich eignet sich Open Source Software für besonders innovative Unternehmen, die für ihre Anforderungen sowieso keine Lösung auf dem Markt finden. Hier kann Open Source eine gute Basis für die eigene Weiterentwicklung bieten. Aber Achtung: Meistens müssen auch die Weiterentwicklungen unter die gleiche Open Source Lizenz gestellt werden, unter der auch das Basisprodukt stand.
13. Oktober 2006
ECM auf der Systems 2006
Vom 23. – 27.10.2006 öffnet die Systems in München wieder ihre Tore. Entgegen erster Befürchtungen sind auch im ECM-Bereich einige nennenswerte Aussteller dabei. Die größte Fachaustellung für diesen Bereich ist die Systems zwar entgegen eigener Ankündigungen nicht wirklich – ein Blick auf die Messe kann sich aber lohnen. Vorallem, wer dieses Jahr noch eine Anschaffung durchführen will, kann hier die neusten Informationen erhalten, mit den richtigen Ansprechpartnern ins Gespräch kommen und vielleicht die Wunschlösung “mit nach Hause” nehmen.
Neben Software, Systemen und Integration (Halle A1 bis A3) sind die Themen Security (Halle A4), Kommunikation und Netzwerk (Halle A5) und das digitale Büro bzw. Medien (Halle A6) mit von der Partie. In Halle A3 ist zudem der Themenpark “Perspektive Open Source”, bei dem Open Source Lösungen für den Einsatz im Unternehmen vorgestellt werden.
27. September 2006
Alfresco Vortrag von der DMS Expo
Da es anscheinend viele interessiert und viele Besucher auf der Suche nach Alfresco hier vorbei kommen:
Auf der DMS Expo hat Heiko Robert von dmc einen interessanten Vortrag zu Alfresco und allgemein Open Source ECM gehalten. Sein Schwerpunkt ist dabei dankenswerter Weise nicht, dass die Lösung so toll ist, weil sie kostenlos ist, sondern dass Open Source im ECM-Umfeld ganz neue Möglichkeiten bietet, um “ECM” wirklich umzusetzen.
Den Vortrag gibt es gegen Vorlage eines gültigen Bundespersonalausweises, Reisepasses oder einer Visitenkarte* kostenlos bei dmc zum Download.
(* Trotzdem freut sich Herr Robert über jede Kontaktaufnahme. Es ist nicht immer einfach Vorreiter bei einem Thema zu sein. Wer also bald ein DMS oder gar eine ECM-Strategie einführen will, kann bitte eine Mail an Herrn Robert senden, um sich das Ganze live präsentieren zu lassen.)
12. September 2006
Typo3 und d.velop – Ausführlich
In einer heutigen Pressemeldungen geben “Open-ECM” und d.velop eine “strategische Partnerschaft” bekannt. Es soll, so der Gedanke hinter der Aktion, Typo3 mit d.velop verknüpft werden und so “eine ganzheitliche ECM-Lösung für den professionellen Einsatz zu erschwinglichen Preisen zu Verfügung [stellen]“.
Da muss es grade lustig zugehen bei d.velop und Domino. Was muss man machen, um auf solche Ideen zu kommen?
Schauen wir uns das nochmal genauer an.
- “Open-ECM” macht alles andere, als ECM. Zum jetzigen Zeitpunkt scheint man sich – wie Trilliarden anderer Unternehmen auch – am Thema Typo3 aufzuhängen. Im wahrsten Sinne des Wortes.
- d.velop macht kein ECM – so steht es ja in der Pressemeldung – und sucht sein Heil in einer Integration mit Typo3. Warum auch immer.
- Beide Unternehmen haben in der Richtung noch gar nichts, sondern planen nur.
Außerdem verwundert mich, dass “Open-ECM” seine eigene Firmenstrategie so versteht, dass man Kunden für den größten Anteil an ECM eine kostenpflichtige closed-source Lösung anbietet.
Kurzanalyse
Hinter Open-ECM steht zumindest zu diesem Zeitpunkt kein schlüssiges Konzept. Es ist nicht abzusehen, wo sich das Unternehmen hin entwickelt. Es scheint jedoch, als sei das Ganze nur ein Marketing Ballon, der schon jetzt sehr viel Luft verliert.
d.velop nimmt natürlich diese Marketing-Idee von Open-ECM gerne auf, um die eigenen Produkte zu verkaufen und eine andere/neue Zielgruppe intensiv anzusprechen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass d.velop hier wirklich eine strategische Entscheidung getroffen hat.
Fazit
Das Angebot ist nicht zielführend. Es kann keinem Kunden geraten werden, diese – bisher noch nichtmal existente – Kombination einzukaufen. Vielmehr muss dazu geraten werden, die richtigen und passenden Lösungen zu finden. Bei Betrachtung der internen Prozesse sollte vorallem die Frage gestellt werden, ob eine enge Integration zwischen Website und firmeninternem ECM notwendig und/oder sinnvoll ist. Sollte dies der Fall sein, sollten Lösungen eingesetzt werden, die über standardisierte Schnittstelle verfügen.


