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Alle Beiträge mit dem Tag "Integration"

11. März 2008

SAP macht in ECM

Es ist nicht neu, dass SAP vom “Enterprise Content Management Kuchen” auch sein Stück haben möchte. Nicht nur im ECM-Blog wurde vor einiger Zeit gemunkelt, dass man sich am Markt nach Übernahmekandidaten informiere und OpenText ein interessantes Ziel sei. Letztendlich hat SAP bisher jedoch keine ernst zu nehmende Lösung abseits der Kernkompetenzen des Unternehmens im Angebot. Das heißt: Für die Archivierung von Dokumenten, die für die finanzielle Unternehmenssteuerung notwendig sind, gibt es Anbindungen und Lösungen. Für alles darüber hinaus gibt es maximal schwache Integrationen, aber keine eigenen Produkte. Der Applikationsserver Netweaver ist zwar eine Grundlage für solche Lösungen, bringt selbst aber keine Funktionen mit sich.

Das soll sich nun aber ändern, wie man aus gut informierten Kreisen hört. Dabei will SAP das Rad nicht neu erfinden, sondern einen wirklich intelligenten Schritt gehen: Eine mehr oder weniger intelligente Abstraktionsschicht soll ERP- und ECM-Welt eng miteinander verbinden und zu einer schlagkräftigen Einheit machen, die sämtliche (also strukturierte wie unstrukturierte) Unternehmensdaten vereint.

Dies bringt für SAP gleich mehrere Vorteile. Zum einen ist man damit in jedem ECM-Projekt auf einmal nicht nur ein Randthema, sondern mitten drin. Zum Anderen legt man sich nicht auf einen Lösungsweg fest, sondern ist weiterhin offen für die ganze ECM-Lösungslandschaft.

Als einer der ersten soll Alfresco die neue SAP-Anbindung ausnutzen – munkelt man.

31. Dezember 2007

Kommentar: EMC kauft Document Sciences

Seit dem Kauf von Documentum hat sich EMC als Anbieter von Enterprise Content Management Produkten etabliert, die Produktpallete gut fortgeführt und ausgebaut. Mit dem Kauf von Document Sciences füllt EMC nun eine weitere Lücke im Portfolio. Document Sciences ist in Deutschland und Europa eher unbekannt. Zwar hat das Unternehmen einige interessante Projekte realisiert – die Anzahl der Kunden hierzulande ist jedoch sehr klein. In Nordamerika hingegen hat Document Sciences eine große Kundenbasis.

Das Unternehmen ist spezialisiert auf Output Management Lösungen, insbesondere der hochvolumigen automatischen Generierung von individualisierten Dokumenten, wie sie beispielsweise bei Versicherungen für die Policierung zum Einsatz kommen. Die Produkte lassen sich jedoch aufgrund von sehr guten Schnittstellen und auch für nicht-technische Anwender verständlichen Oberflächen (u.a. eine Integration in geläufige Endanwendungen), in einem breiten Umfeld einsetzen.

EMC macht – insbesondere aufgrund des eher geringen Kaufpreises – also gewiss keinen strategischen Fehler durch die Übernahme von Document Sciences. Die Nischenprodukte werden damit wahrscheinlich neue Absätzmärkte finden und EMC kann wichtigen Großkunden nun auch Output Management Lösungen aus einer Hand anbieten.

Es bleibt abzuwarten, ob EMC auch eine tiefere Integration anstrebt und wie diese letztendlich aussieht. Da EMC mit Documentum aber über Software verfügt, die insbesondere im klassischen Dokumentenmanagement seine Stärken hat, könnte man sich vorstellen, dass eine tiefe Integration bei bestehenden und neuen Kunden Interesse wecken könnte.

9. November 2007

Kommentar: ELO und MOSS

Auch ELO sucht in der Integration mit dem Microsoft Office Sharepoint Server (MOSS) 2007 eine Möglichkeit, neue Kundengruppen anzusprechen und bestehende Kunden zu halten. Viele Anwender, besonders in kleineren und mittleren Unternehmen, sehen viele Vorteile bei der Nutzung von Sharepoint im Vergleich mit ihren DMS-Systemen. Insbesondere sind die sehr enge Integration in Windows und Office sowie die sehr gute Benutzeroberfläche starke Argumente für Sharepoint.

Die DMS-Funktionen von Sharepoint sind jedoch nur rudimentär – wenngleich auch für viele Unternehmen ausreichend. Um echtes Dokumentenmanagement (und mehr) betreiben zu können, ist die Integration eines DMS notwendig, wozu Sharepoint jedoch vielfältige Schnittstellen anbietet.

Die Strategie von ELO hier – wie praktisch alle Marktbegleiter – eine enge Integration anzubieten ist naheliegend und notwendig, insbesondere weil ELO bereits in der Vergangenheit seine Kunden mit einer engen Office-Integration gewonnen hat.

9. Juli 2007

Unabhängige Beratung und technische Umsetzung passen nicht zusammen

Der Markt für Enterprise Content Management Softwareprodukte ist breit und vielfältig. Erst kürzlich fragte mit der CEO eines amerikanischen DMS-Anbieters, wie ich denn die Entwicklung des deutschen Marktes und insbesondere die Konsolidierung desselben, einschätze und er war sehr überrascht, wie ich ihm darstellte, dass mit einer großen Konsolidierung nicht zu rechnen sei.

Umso wichtiger ist es, dass ECM als Konzept verstanden wird, das durch Einsatz verschiedener Softwareprodukte und -komponenten real wird.

Deshalb ist es für seriöse Berater im ECM/DMS/CMS-Umfeld absolut tabu, Integrationsprojekte durchzuführen. Sowie ein Berater spezifisches Entwicklungs-Know-how zu einem oder wenigen Produkten aufbaut, ist der Berater nicht mehr unabhängig. Und die Unabhängigkeit des Beraters ist unabdingbare Voraussetzung für erfolgreiche Projekte.

Ein Anbieter von Beratungsleistungen, der sich für das größte Unternehmen seiner Art in Deutschland hält und wo schon einige mutmaßt haben, wie das Unternehmen überleben kann, hat nun seine Scheu abgelegt und zeigt ganz offen, dass man seine Unabhängigkeit aufgegeben hat – in einer Google-Anzeige:

Anzeige P****doc

Ein guter ECM-Berater analysiert die vorhandenen Prozesse, nimmt Anforderungen auf, erstellt ein ECM-Konzept und findet durch objektive Verfahren die passenden Softwarekomponenten. Die Realisierung obliegt auf das Produkt spezialisierten Integrationspartnern.

Nur so kann gute Beratungsleistung angeboten werden. Nur so kann die Umsetzung des Projekts erfolgreich sein. Das wie oben dargestellt werbende Unternehmen wird wahrscheinlich in beiden Bereichen keine optimale Leistung bringen.

3. April 2007

Klickmarathon bei der Versionierung

Manchmal ist man echt schockiert, wie Unternehmen von Softwareanbieter allein gelassen werden. Ein größeres Unternehmen schilderte beispielsweise, dass man mit der Versionierung eines sehr bekannten WCMS nicht zufrieden wäre:

Die Versionierung findet auf Objektebene statt. Eine Seite besteht aus 15-25 Objekten (Textfelder, Bildern, Listen, etc.) die einzeln gepflegt werden.

So weit so gut.

Aber: Die Versionierung findet ausschließlich auf Objektebene statt! Problem: Wenn eine Seite wieder auf einen alten Stand zurückgesetzt werden muss, muss jedes Element geöffnet und auf die entsprechende Version geändert werden.

Auch nach über einem Jahr hat der Anbieter hierfür keine Lösung gefunden. Ob es daran liegt, dass die Ressourcen in die Integration irgendwelcher Produkte irgendwelcher Mutter- und/oder Tochterunternehmen gesteckt werden?

23. März 2007

Integration von WCM und DMS

In letzter Zeit hört man zunehmend von großen Plänen aus den Reihen der Anbieter von Web Content Management Lösungen. Allem voran sind die Konzepte, sich mehr in Richtung “Enterprise Content Management” zu entwickeln und beispielsweise Web Content Management und Dokumentenmanagement zu verbinden. Um diese beiden grundlegend anders aufgebauten Bereiche miteinander zu verbinden, muss häufig viel Arbeit investiert werden. Die einzelnen Funktionen (Versionierung, Zugriffsrechte, Workflow etc.) sind zwar prinzipiell die gleichen – der gesamte Umgang mit den Inhalten ist jedoch ein anderer. Steht beim Dokumentenmanagement vorallem die Verwaltung im Mittelpunkt, ist es bei Web Content Management auch die Kreation von Inhalten inkl. einem ganz anderen Ansatz der Strukturierung.

Das heißt: es wird viel Zeit und Geld hierin investiert.

Doch wo ist der Nutzen? Wo wird wirklich eine Integration dieser beiden Bereiche notwendig, ja wo überhaupt möglich? Bei “normalen” Internetauftritten, die wohl den größten Einsatzbereich von WCMS darstellen, eher nicht. Denn hier wird nicht aktiv mit Dokumenten gearbeitet. im Intranetbereich schon eher – doch auch hier weicht die Nutzung des Intranets als Informationsplattform doch eher von der eines DMS als Arbeitsmittel ab. Die Arbeitsweisen mit diesen Umgebungen sind vollkommen unterschiedlich. Und auch hier ist der Nutzen einer Integration der Anwendungen schwer vorstellbar.

Viel sinnvoller scheint es – bei den meisten denkbaren Szenarien in der Praxis – einfach zwei Systeme zu betreiben, die dafür ihren eigenen Bereich wirklich beherschen.

28. November 2006

Gesammelte Weisheiten aus CM-Projekten. (1)

Im Rahmen eines Interviews zur Anforderungsanalyse:

“Später soll das aber noch wirklich stark intrigiert werden.”

21. November 2006

Woran merkt man, dass jemand nicht mehr “up-to-date” ist?

Beispielsweise an Aussagen wie (sinngemäß) “[Web] Content Management ist überflüssig, da schon längst Bestandteil von Informationsmanagement”.

Diese Aussage stimmt nur, wenn man davon ausgeht, dass

  1. “Informationsmanagement” eine greifbare und funktionsfähige Technologie ist.
  2. “Informationsmanagement” out-of-the-box angeboten wird und sich nicht aus verschiedenen Teilbereichnen und/oder Produkten zusammensetzt.
  3. Die Verwaltung von Website mit den gleichen Tools funktioniert, wie die Verwaltung von Unternehmensinformationen.
  4. Marketing und Vertrieb gleichzuschalten sind mit Auftragsbearbeitung und Produktion.

Andernfalls hat [Web] Content Management eine große Bedeutung – optimal natürlich vor dem Hintergrund eines Gesamtkonzepts zur Informationsverwaltung. Und Konzept kann hier auch bedeuten, dass absichtlich von einer Integration abgesehen wird.

13. November 2006

Buchtipp: Enterprise-Content-Management bei Finanzdienstleistern

Im rennomierten Deutschen Universitätsverlag ist bereits im Mai 2005 die Dissertations “Enterprise-Content-Management bei Finanzdienstleistern” von Dr. Oliver Kutsch als Buch mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Ulrich Hasenkamp erschienen.

Auf knapp 300 Seiten in außergewöhnlich kleiner Schrift zzgl. umfangreicher Quellen, beschreibt das Buch das “Spannungsfeld zwischen Individualisierung und Standardisierung”, in dem sich Finanzdienstleister bei der Einführung von Enterprise-Content-Management-Umgebungen befinden.

Beginnend mit den grundlegenden Herausforderungen von ECM bei Finanzdienstleistern, über das Organisations- und Informationsmanagement, bis zu Verwaltung von “Wissen” wird der Leser fachlich fundiert und überaus umfangreich in die Thematik geführt. Anhand von Praxisbeispielen der Union Investgruppe, Winterthur Life & Pensions, Deutsche Post World Net, AXA und der St. Galler Vermögensberatung wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, welche strategischen, prozess- und systembezogenen Aspekte bei der Einführung von ECM berücksichtigt werden müssen.

Mit fast einhundert Seiten ist das Kapital zur Integration von ECM das umfangreichste des Buches. Hier werden zielbezogen Adaptionen auf verschiedenen Modellierungsebenen dargestellt und praxisnah die Möglichkeiten zur Integration ausführliche geschildert.

Den Abschluss des Buches bildet ein Kapital zum Vorgehen bei der Umsetzung des Integrationsmodells für ECM bei Finanzdienstleistern. Das Werk wird durch umfangreiche Anhänge zum Thema und mit weiterführenden Informationen, Grafiken und Tabellen ergänzt.

Dieses Buch darf bei niemandem, der sich professionell mit ECM beschäftigt, im Regal fehlen. Es ist ein herausragendes Werk, das nicht nur wissenschaftlich konzipiert und erstellt, sondern auch praxisnah umgesetzt wurde.

31. Oktober 2006

Technische Probleme häufen sich

Die Herausforderungen bei der Einführung von ECM-Umgebungen liegen der Erfahrung nach vorallem in der Klärung von strategischen Fragen und Ansätzen: Welche Contents, Mitarbeiter, Prozesse etc. müssen berücksichtigt und integriert werden? Wie kann eine gute Akzeptanz erreicht werden? Und natürlich: Welcher Anbieter paßt zu diesen Anforderungen?

In jüngster Vergangenheit häufen sich jedoch – subjektiv – die Projekte, bei denen es handfeste technische Probleme gibt: schlechte Performance, häufige Abstürze und große Probleme bei der Integration von anderen Systemen tauchen auf einmal wieder massiv auf, wobei vieles hiervon aufgrund der günstigen Verfügbarkeit von Rechenzeit und umfangreicher Hardware und da man davon ausging, dass die Lösungen einen gewissen Entwicklungsstand erreicht haben, als “Probleme der Vergangenheit” betrachtet wurde.

Aufgrund der – vorallem in letzter Zeit – gesteigerten Anforderungen bei den Anwendern, die Stück für Stück nicht nur an das “Marketingthema ECM” glauben, sondern Enterprise Content Management als Unternehmensstrategie verstanden haben und diese umsetzen wollen, kommen viele Anbieter eins Schleudern. Dies betrifft neben den klassischen WCM-Anbietern zunehmend auch klassische DMS-Anbieter, die mit den gehobenen Anforderungen an Integrationsfähigkeit und Performance nicht mithalten können.

Eine größere Aufgabe in jedem Projekt als bisher wird es daher zukünftig (wieder) sein, aufgrund von Prototypen und intensiveren Analysen genau hier Sicherheit zu gewinnen. Vollkommen aus dem Rennen sind damit auch Softwareanbieter, die sich nicht vollständig auf Ihre Rolle als solcher konzentrieren, da hier das Risiko für das Scheitern eines Projekts erheblich steigt.

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Tagcloud: ECM Blog
Der Autor

ECM-Experte Jörg Dennis Krüger

Jörg Dennis Krüger ist unabhängiger ECM-Spezialist und seit vielen Jahren Beobachter und Meinungsgeber der Branche. Zudem gilt er als Spezialist für Online-Performance-Marketing mit Schwerpunkt auf Conversion Optimierung.

In seinem ECM-Blog lesen Sie seine Meinung zu aktuellen Themen der Branche, Technologietipps und Erfahrungen zum praktischen Einsatz von Enterprise Content Management im Unternehmen.

Von 2008 - 2010 war er Vice President des weltweiten Verbandes von Content Management Praktikern "Content Management Professionals". Er ist als Senior Manager für Aufbau und Leitung des Geschäftsbereiches Conversion-Optimierung bei QUISMA verantwortlich.

Mehr Informationen und Kontakt bei Xing.

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