Alle Beiträge mit dem Tag "EMC"
31. Dezember 2007
Kommentar: EMC kauft Document Sciences
Seit dem Kauf von Documentum hat sich EMC als Anbieter von Enterprise Content Management Produkten etabliert, die Produktpallete gut fortgeführt und ausgebaut. Mit dem Kauf von Document Sciences füllt EMC nun eine weitere Lücke im Portfolio. Document Sciences ist in Deutschland und Europa eher unbekannt. Zwar hat das Unternehmen einige interessante Projekte realisiert – die Anzahl der Kunden hierzulande ist jedoch sehr klein. In Nordamerika hingegen hat Document Sciences eine große Kundenbasis.
Das Unternehmen ist spezialisiert auf Output Management Lösungen, insbesondere der hochvolumigen automatischen Generierung von individualisierten Dokumenten, wie sie beispielsweise bei Versicherungen für die Policierung zum Einsatz kommen. Die Produkte lassen sich jedoch aufgrund von sehr guten Schnittstellen und auch für nicht-technische Anwender verständlichen Oberflächen (u.a. eine Integration in geläufige Endanwendungen), in einem breiten Umfeld einsetzen.
EMC macht – insbesondere aufgrund des eher geringen Kaufpreises – also gewiss keinen strategischen Fehler durch die Übernahme von Document Sciences. Die Nischenprodukte werden damit wahrscheinlich neue Absätzmärkte finden und EMC kann wichtigen Großkunden nun auch Output Management Lösungen aus einer Hand anbieten.
Es bleibt abzuwarten, ob EMC auch eine tiefere Integration anstrebt und wie diese letztendlich aussieht. Da EMC mit Documentum aber über Software verfügt, die insbesondere im klassischen Dokumentenmanagement seine Stärken hat, könnte man sich vorstellen, dass eine tiefe Integration bei bestehenden und neuen Kunden Interesse wecken könnte.
9. November 2007
Kommentar: Neue Version von OpenText Livelink
OpenText steht vor großen Herausforderungen und stellt sich diesen zu einem Teil mit der neuen Version seiner ECM-Palette. Wie alle großen Anbietern muss sich Livelink von den klassischen DMS-Funktionen und -Arbeitsweisen trennen, mehr Funktionalität anbieten und hierbei im Browser eine größtmögliche Benutzerfreundlichkeit schaffen.
Nachdem schon EMC in seiner neuen Version von Documentum hier einiges zeigt, zieht OpenText nach. Hinzu kommen die verstärkte Integration der RedDot-Funktionen in Livelink. Zwar wird hier weiterhin mit vollständig getrennten Repositories gearbeitet, was den Nutzen stark schmälert, es ist nun aber möglich, Dokumente gesteuert in das Web Content Management zu überführen.
11. April 2007
8 von 10 Softwareanbietern nutzen ihre eigene Software nicht
“Unsere Software selbst einsetzen? Wir wollen doch überleben!” – So oder so ähnlich muss es sich teilweise in den Chefetagen der großen Anbieter von Enterprise Content Management Software anhören, wenn es darum geht, doch einfach mal die eigenen Produkte einzusetzen. Oft ist dies ja nur eine reine Vermutung und die Anbieter wehren sich stark dagegen – schließlich sei ja die eigene Software das beste, was man finden kann.
Einen wunderschönen Weg, herauszufinden, wie Anbieter ihre eigenen Produkte einsetzen fand die Butler Group im Rahmen der neuen Studie “Document Collaboration”. Die in der Studie berücksichtigten Produkte sind:
- Adobe: Acrobat 8, Acrobat Connect
- EMC: eRoom
- IBM: Notes/Domino, Workplace, Lotus Quickplace
- Microsoft: Sharepoint Services 3.0, Sharepoint Server 2007, Groove
- OpenText: LiveLink Document Collaboration, OpenText (Hummingbird) eDocs Collaboration
- Oracle: Collaboration Suite, Content DB, Records DB
- Stellent: Collaboration Management
- Vignette: Vignette Collaboration
Man bat nun jeden Anbieter, seine eigene Software zu nutzen, um mit Butler zusammen, die Studie zu erstellen und abzustimmen. Richard Edwards, einer der Autoren der Studie, erklärte Tim Barker von Koral das erschreckende Ergebnis: Acht dieser zehn Anbietern waren nicht im Stande dies mit ihren eigenen Produkten durchzuführen und nutzen lieber E-Mails.
Offen bleibt zwar, bei welchen beiden Produkten der Einsatz tatsächlich stattfand, es ist jedoch klar, dass die Softwareanbieter oft Dinge verkaufen, die sie selbst nicht einsetzen (können). Das mag an fehlendem Know-how oder schlechten Produkten liegen. In jedem Fall wirft es kein gutes Licht auf die Branche.
Um die Frage “Is this just me that is shocked by this statistic?” von Tim Barker in seinem Blog zu beantworten: “No, I wasn’t really shocked. Many vendors have no idea what exactly they are selling – that is easy to see. But I am astonished how many it are…”.
22. November 2006
Documentum als OEM
Mit der “OEM-Edition” dringt EMC-Documentum in einen Markt vor, der bisher ausschließlich von Datenbankanbietern “beackert” wurde: Repositories als Basisapplikation für jegliche Anwendungen. Die Strategie dahinter und die Chancen einer solchen Plattform sind diskussionswürdig.
Alen Pelz-Sharpe hat seine Gedanken hierzu bei CMS Watch niedergeschrieben.
26. Oktober 2006
ECM-Suiten eignen sich nur für kleine Unternehmen (updated)
Es klingt paradox, doch bei genauer Ansicht wird es schnell klar: ECM-Suiten, also komplette Softwarepakete, die sämtliche Funktionalitäten zur Verwaltung, Speicherung, Archivierung, Erfassung und Auslieferung von Dokumenten und Content zusammenfassen, eignen sich nicht für Großunternehmen oder gar Konzerne, sondern sind strategisch nur in kleineren Unternehmen sinnvoll.
Der Grund ist einfach: Ein größeres Unternehmen hat viel komplexere Anforderungen an Infrastatruktur, Funktionalität und Integration, als das eine ECM-Suite dies “out-of-the-box” abbilden könnte. In größeren Unternehmen wird ECM daher nicht als Produkt, sondern wirklich als Strategie verstanden und es werden die passenden Komponenten verschiedener Anbieter eingesetzt und – z.B. via SOA und Webservices – miteinander verbunden, um die individuell passende Umgebung zu erreichen. Zudem wird hierdurch das Risiko der Bindung an nur einen Lieferanten gemindert und die Innovationsfähigkeit des Gesamtunternehmen gestärkt.
Natürlich kann die Argumentation aufgetan werden, dass trotzdem eine ECM-Suite sinnvoll ist, da hier viele Komponenten bereits vorintegriert angeboten werden und so nur einige Komponenten ausgetauscht werden müssen und viel Integrationsaufwand gespart werden kann. Dies ist im Kern nicht falsch und stellt zumindest eine Option dar. Die Produkte aus diesen Häusern sind per se nicht schlecht und lassen sich in Projekten gut einsetzen – oft auch als zentrale Lösung, die durch externe Komponenten erweitert wird. Aufwand und Kosten differieren jedoch nicht merklich zu einer Lösung, die auf Komponenten von spezialisierten Unternehmen besteht.
Durch die Nutzung von Produkten von spezialisierten Unternehmen wird zudem die Leistungsfähigkeit und Weiterentwicklung auf Spitzenniveau eher sichergestellt, als bei einem Großanbieter, der diverse Technologien warten muss. Auch ein Anbieter mit über 1.000 Mitarbeitern wir Open Text kann in jede Komponente nicht den Entwicklungsaufwand und erst recht nicht das Innovationsknow-how investieren, was ein Spezialist hier einbringt.
Verwunderlich ist jedoch, dass praktisch nur große Anbieter (wie EMC oder Open Text) auf den “ECM-Suite”-Ansatz setzen und viele andere sich auf die eigenen Komponenten konzentrieren. Dabei wäre es besonders für kleinere Anbieter lohnenswert Komplettpakete anzubieten. Natürlich müssen auch diese in gewisser Weise anpassbar sein, kleinere Unternehmen freuen sich aber über gute Standardfunktionalitäten und passen eher die eigene Arbeitsweise des Systems an um Kosten zu sparen, als teuer individuelle Funktionen abbilden zu lassen.
Es bleibt daher fraglich, wie und ob die Strategie der großen ECM-Anbieter. Bisher scheint es so, als wenn durch das Wachstum nicht Technologie und Produkte gestärkt worden sind, sondern ausschließlich der interne Overhead erhöht worden ist, Kunden verunsichert wurden und Know-how verloren wurde. Der Markt für ECM-Technologien ist in einer Phase, in der sich noch alles ändern kann. Kleinere Anbieter mit schlagkräftigen ECM-Suiten haben ein großes Potenzial – genau dieses Potenzial nutzen jetzt auch bereits Open Source Systeme wie Alfresco, die den Suiteansatz umgesetzt und in der Breit verfügbar gemacht haben.
18. Oktober 2006
Gutes Ergebnis bei EMC – 1.250 Mitarbeiter müssen gehen
EMC hat nach eigenen Angaben im dritten Quartal 2006 einen Umsatz von 2,82 Milliarden US-Dollar erzielt. Damit liegt das Unternehmen um 19 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums und hat im 13. Quartal hintereinander zweistellige Wachstumsraten erzielt. Die im September 2006 vollzogenen Akquisitionen von RSA Security und Network Intelligence, die den Kern von EMCs Security Division bilden, trugen mit 37,8 Millionen USD zum Umsatz bei. Ohne deren Beitrag beläuft sich der Umsatz im dritten Quartal auf 2,78 Milliarden USD, was ebenfalls ein Rekordergebnis fuer EMC darstellt und 17 Prozent über dem Umsatz des Vorjahresquartals liegt.
Im Zusammenhang mit den 21 Firmenzukäufen der letzten drei Jahre kündigt EMC ebenfalls an, die Organisation einer Restrukturierung zu unterziehen, was bis Ende 2007 den Abbau von 1.250 Mitarbeiter bzw. vier Prozent der weltweiten Belegschaft zur Folge haben wird. Dennoch will EMC weiterhin in Wachstumsbereichen einstellen, weshalb das Unternehmen davon ausgeht, dass die Zahl der Beschäftigten Ende 2007 höher sein wird als derzeit. Durch die Zukäufe ist die weltweite Belegschaft in den vergangenen Jahren von 17.500 auf knapp 31.000 Mitarbeiter gestiegen.
13. Oktober 2006
EMC Documentum – Halle A3, Stand 140-19 (Storage Solutions Marketplace) + Halle A3, Stand 451 (Inforsacom)
Auf dem Stand im Storage Solution Marketplace will EMC die Lösungen rund um Storage Technologie und aktuelle Neuentwicklungen präsentieren. Hierbei soll die moderne Lösung von “alten Problem” wie Backup, Recovery und Archivierung auf dem Plan stehen. Außerdem sollen Updates diverser Produkte u.a. VMware präsentiert werden. Partner sollen den Auftritt mit eigenen Lösungen abrunden.
Bei Inforsacom sollen die Documentum Lösungen im Mittelpunkt stehen. Neben allgemeinen ECM-Themen soll vorallem das Thema Archivierung präsentiert werden.
6. Oktober 2006
Kooperation zwischen EMC und Microsoft
EMC und Microsoft haben ein ECM-Bündnis (“ECM-Allianz”) ins Leben gerufen. Ziel soll es sein, Unternehmen die Verwaltung und den Zugriff auf steuerrelevante, aufbewahrungspflichtige und sonstige geschäftskritische Daten zu erleichtern. Die Zusammenarbeit beider Unternehmen soll die Tools und Anwendungen von Microsoft mit den Geschäftsprozessen der EMC-Infrastruktur verbinden. Hierzu will EMC eine Reihe neuer Content- und Archivierungsprodukte vorstellen, um die Documentum-Plattform und die Lösungen von Microsoft enger miteinander zu verzahnen.
Mit den neuen “EMC Documentum Content Services” sollen Anwender direkt aus dem Microsoft Office SharePoint Server 2007 und aus Microsoft Office heraus auf die Documentum-Plattform zugreifen können. Ein weiteres Produkt der EMC-Microsoft-Allianz sollen die “EMC Documentum Archive Services” sein, die nach Angaben des Unternehmens ebenfalls für den SharePoint Server konzipiert wurden. Inhalte aus SharePoint-Speichern sollen sich mit der Lösung manuell oder automatisch in Documentum-Depots archivieren lassen. Vom SharePoint Server aus soll auf die Daten zugriffen werden können, und auch weiter durchsuchbar bleiben. EMC hat die Documentum Plattform zusätzlich fuer die Unterstützung von Microsoft SQL Server 2005 erweitert. Documentum-User sollen jetzt problemlos mit SQL Server arbeiten können.
Die EMC Documentum Plattform mit Support für Microsoft SQL Server sollen noch in diesem Quartal erhältlich sein. EMC Documentum Content Services für Microsoft SharePoint Server 2007 und EMC Documentum Archive Services für Microsoft SharePoint Server 2007 sollen im ersten Quartal 2007 auf den Markt kommen. Die Preise sind nach Angaben des Unternehmens konfigurationsabhängig.
5. Oktober 2006
Open Text ist auf dem falschen Weg
Open Text ist ein Pionier des Enterprise Content Management. Mit dem traditionellen Produkt “Livelink” ist das Unternehmen seit vielen Jahren am Markt und hat einen veritablen Kundenstamm aufgebaut und u.a. (aber beim besten Willen nicht hauptsächlich) hiermit so viele finanzielle Mittel aufgebaut, um sich durch Zukäufe Stück für Stück zu einem Konzern zu formen, der für jede Frage der Informationsverwaltung im Unternehmen eine Antwort weiß.
Dabei übernahm man “Goldstücke der deutschen Softwarebranche” wie die damals praktisch insolvente Gauss Interprise AG, aber auch eher traditionellere Unternehmen wie IXOS und Obtree. Man versprach den Anwendern, die Software zu integrieren und eine einheitliche Plattform zu schaffen, die alle Funktionalitäten vereint.
Die Realität nach vielen Jahren sieht erschreckend aus. Es gibt keine einheitliche Plattform, sondern eine Vielzahl von Produkten in unterschiedlichsten Entwicklungsständen. Zudem gibt es unternehmensweit nicht das Know-how alles zu supporten. Man macht nur noch einen geringen Teil des Umsatzes mit Lizenzen, sondern lebt vom Beratungsgeschäft.
Dies sollten genug Indikatoren sein, um alle Warnzeichen auf Rot zu setzen und die Unternehmensstrategie zu überdenken. Das Unternehmen Open Text hat in der jetzigen Aufstellung praktisch keine Möglichkeit sich effektiv am Markt zu positionieren, da es praktisch kein Neukundenpotenzial gibt. Höchsten in Bereichen, wo einzelne Open Text Produkte in Frage kommen würden, könnte man an den Einsatz denken – dies sind dann jedoch oft Kunden, die für Open Text “zu klein” sind, um mit Ihnen Geschäfte zu machen oder es scheitert an der mangelnden Integrationsfähigkeit und dem fehlenden Willen zu Integration mit Anwendungen anderer Hersteller.
Der neuste “Coup” von Open Text – die Übernahme von Hummingbird – rundet das Debakel ab. Für 500 Millionen US-Dollar übernimmt Open Text das Unternehmen, um dann einfach die Software umzubennen und sogar die Führungsspitze (denen ein großer Teil des Verkaufserlöses zuging) zeitgleich ziehen zu lassen.
Die Hoffnung wie auch schon bei vielen der vorherigen Übernahmen: Die Kunden des Übernommenen bleiben beim Käufer und werfen über Wartungsverträge, Consulting und vielleicht die ein oder andere Neulizenz Geld in das Unternehmen. Open Text nennt das eine “Lösungsstrategie”. Auf Deutsch: Man hat zwar keine Produkte, aber mit viel Geld und viel Zeit können “Lösungen” für “große Unternehmen” gebaut werden.
Es ist schon generell dem gesunden Menschenverstand nur schwierig zu verargumentieren, wie eine Strategie des “allumfassenden ECM-Anbieters”, wie von IBM, Open Text, EMC/Documentum etc. angestrebt, aufgehen soll. Die Open Text Strategie scheint jedoch besonders durchwachsen zu sein. Hier müssen Ideen her, wie der Markt angesprochen werden kann. Open Text schafft es jedoch derzeit nur sich den Markt unter den eigenen Füßen wegzuziehen. Die Kunden wollen – wenigstens größtenteils – schlüsselfertige Lösungen, die einsatzbereit sind und nurnoch angepasst werden müssen. Individualentwicklungen von komplexen Umgebungen auf Basis von irgendwelchen Standardkomponenten sind nicht gefragt.
15. September 2006
EMC Documentum kündigt WCM-Lösung an
Die WCM-Suite von EMC Documentum, bisher alleine aus einem Portlet Builder, Schnittstellen für das Web-Publishing sowie Services für die Content-Verteilung, die Zurück- und Zwischenspeicherung und die Ablage bestehend, soll nach Angaben des Unternehmens um eine echte WCM-Lösung ergänzt werden.
Das Produkt soll auf den Namen “EMC Documentum Page Builder” hören und alle grundlegenden WCM-Funktionalitäten anbieten. Es soll so die Erstellung, Verwaltung und Veroeffentlichung von Unternehmenswebseiten vereinfachen und jedem Anwender die Möglichkeit bieten Layout, Inhalte und Funktionalität von Websiten zu bestimmen und zu kontrollieren.
EMC wirbt damit, dass der Page Builder im Vergleich mit “traditionellen WCM-Technologien” über eine Reihe von Neuerungen verfügen soll, die die Erstellung und Verwaltung von Webseiten vereinfachen soll. Dies sind nach Angaben des Unternehmens: Eine grafische Benutzeroberflaeche, die den Anwender bei Gestaltung und Aufbau der Seiten unterstützt; Statische und dynamische Komponenten wie Kopf- und Fusszeilen oder Navigationsleisten, die immer wieder verwenden lassen sollen; Und spezielle Site-Ansichten und Editierfunktionen zum schnelleren Auffinden von Inhalten.
Page Builder soll außerdem Vorlagen für Macromedia Dreamweaver unterstützen. XML-Support für das Layout und den Inhalt soll die Tabellenprüfung, eine effiziente Syntaxanalyse und -verarbeitung sowie die Wiedergabe in verschiedenen Auszeichnungssprachen ermöglichen.
Das Produkt soll ab den vierten Quartal 2006 verfügbar sein.
