Alle Beiträge mit dem Tag "ECM"
6. September 2006
Kraftvoller Sklave im Zeichen des Flughunds
Powerslave von Flying Dog Software ist – auch wenn es sich so nennt – eigentlich nur sekundär “Enterprise Content Management”. Primär ist die Software eine sehr weit entwickelte, modulare Plattform zur Entwicklung von Browseranwendungen – was natürlich auch Websites, Dokumentenmanagement, etc. sein kann. Immer wieder faszinieren Flying Dog und sein Chefentwickler Nicolay Mausz mit wunderschönen, technologisch weit fortgeschrittenen und doch pragmatischen Lösungen.
Im aktuellen Newsletter schreibt das Unternehmen
[Der Kalender] zeigt einmal mehr unser Verständnis von ECMS als ganzheitlichem Ansatz inklusive Groupware, austauschbarer Backends für die Datenhaltung und flexibler Komponenten statt starrer Applikationen.
Powerslave ist ECM von der anderen Seite des Spielfelds. Nicht dokumentenzentriert, sondern contentzentriert.
Einen Blick auf die neuen AJAX-Funktionen und zum bidirektionen Zugriff auf Daten im Microsoft Exchange Server, gibt es in einer selbstlaufenden Demo. Eine Vorschau auf die nächste Powerslave-Version auf einer speziellen Microsite.
5. September 2006
Open Text (Halle 8, E 061/F 060)
Open Text will dieses Jahr vier neue Lösungen und Releases präsentieren:
- Eine neue Business-Lösung für das Management von Kundeninformationen: Sie wurde nach Angaben des Unternehmens speziell für Unternehmensbereiche mit kundennahen Prozessen wie Vertrieb, Support, Kundenservice und Logistik konzipiert und stellt alle kundenbezogenen Inhalte und Prozesse konsolidiert auf Basis einer Kundenakte unabhängig von Ursprungsapplikation und Aufbewahrungsort zur Verfügung.
- Die neue Version 9.6 seiner Imaging- und Archivierungslösung “Livelink ECM – Production Document Management (PDMS)”. Wichtigste Neuerungen sollen eine erweiterte Web Services-Schnittstelle zur nahtlosen und einfachen Integration der Funktionalitäten in bevorzugte Fachanwendungen am Frontend sein.
- Die neue Version 1.5 seiner Vertragsmanagementlösung “Livelink ECM – Contract Lifecycle Management”
- Neuheiten im Bereich ArchiSig (Bundesforschungsprojekt zur digitalen Signatur)
5. September 2006
OCR von Google
Wie Golem berichtet, hat Google die OCR-Software “Tesseract” als Open Source freigegeben. Die unter der Apache-Lizenz 2.0 veroeffentlichte OCR-Engine, die ohne Benutzeroberfläche daher kommt, wurde nach Angaben von Golem bereits vor einiger Zeit bei Slashdot erwähnt, aber erst jetzt von Google offiziell angekuendigt.
Derzeit werden nur englische Dokumente unterstützt. Eine Analyse des Seitenlayouts, wie beispielsweise zur Erkennung von mehrspaltigem Text oder gar Formularen notwendig, fehlt bisher. Da es zusätzlich bei Graustufen und Farben zu Problemen kommt, seit die Software sei keinesfalls mit kommerziellen Loesungen vergleichbar, so Google.
Es scheint so, als wollte Google hier noch weiter investieren, denn das Google Code Blog verweist auf eine Stellenanzeige, mit der der Suchmaschinenanbieter OCR-Spezialisten sucht (“ausschliesslich in Mountin View, Californien”
).
Im Open Source Bereich gibt es bishernur wenige Komponenten für Enterprise Content Management. Lösung wie Alfresco oder Knowledge Tree bietet zwar (teilweise rudimentäre) DMS-Funktionalitäten, im Bereich Input-Management ist aber noch keine Lösung zu sehen. Auch Googles Fortschritt ist keine Lösung für den “Posteingang ala Open Source” – aber ein erster Schritt in die richtige Richtung. Bis jedoch Marktführer wie Ascent Capture oder Finereader eingeholt sind, wird noch viel Zeit vergehen.
(Danke an Oliver Bildesheim für den Hinweis.)
5. September 2006
Step One greift an
Den Anbietern von Web Content Management Software wird das Leben durch Open Source Lösungen, die frei und kostenlos per Download erhältlich sind, schwer gemacht. Besonders kleine und mittlere Unternehmen denken gar nicht erst an kommerzielle Lösungen und greifen sofort zu Open Source – oft auch ohne zu prüfen, ob das Projekt durch den Einsatz von Open Source wirklich günstiger wird.
Der Kölner WCMS-Anbieter step one Software bietet nun mit einer zur kostenlosen Weitergabe bestimmten Basisversion seinen Partnern eine hochprofessionelle und kommerzielle Antwort auf Open Source Software.
Dabei soll das neue Lizenzmodell nur ein erster Schritt zu neuen Geschäftsmodellen und anderen Formen der Zusammenarbeit zwischen Hersteller, Integrator und Endanwender sein. Nach Ansicht von Step One, erhalten die Agenturen mit dem ‘step one Solution Server 2006′ ein Web-Content-Management-System, das professionellen Ansprüchen an Funktionalität, Erweiterbarkeit und Benutzerfreundlichkeit gerecht wird und brauchen im Unternehmen nicht mehr verschiedene Systeme, die zudem unterschiedliche technische Kompetenzen verlangen, vorzuhalten. Für die Endanwender soll es wiederum bedeutet, dass sie zukünftig auch in kleineren Projekten auf Funktionalitäten, Gewährleitung und eine enorm hohe Benutzerfreundlichkeit zurückgreifen können, für die sie sonst hohe Lizenzkosten hätten bezahlen müssen.
Fazit: Eine kostenfreie Einstiegsversion (limitiert in Hinsicht auf Benutzerzahl!) ist zwar nicht wirklich neu, aber ein richtiger Schritt. So können sich die Open Source Verfechter kostenfrei ansehen, was professionelle WCMS-LÖsungen ausmacht (und im Zweifelsfall für unter 10.000 Euro die professionelle Lösung kaufen). Da Step One auf LAMP läuft, gibt es hier tatsächlich Chancen, einige Anhänger zu bekehren.
4. September 2006
Dokumentenmanagement: Gestern, Heute, Morgen.
Am ersten Messetag der DMS Expo wird vom VOI eine Podiumsdiskussion zu “Grundlagen des Dokumentenmanagements” veranstaltet. Teilnehmer sind fünf Hersteller, die unter Moderation von Bernhard Zöller ihre Meinungen zum empfohlenen Standard-Funktionsumfang eines DMS, zu Produktunterschieden, zu großen und kleinen Anbietern und zu Dokumentenformaten austauschen. Unter anderem soll ein Thema sein “was ein DMS von heute mehr kann, als eines von vor zehn Jahren” .
Liebe “DMS-Anbieter”, lieber Kollege Zöller,
Ihr meidet geradezu wie der Teufel das Weihwasser den Begriff “Enterprise Content Management” bzw. “ECM”. Warum? Habt ihr Angst, dass Eure Kunden tatsächlich integrierte Lösungen wünschen und Ihr diese nicht liefern könnt? Habt Ihr Angst, dass doch der Mitbewerb, der sich nicht nur auf Archiv- und Storage-Themen konzentriert, an Euch vorbeizieht? Oder haben Sie, Kollege Zöller, Angst, Ihre Reputation einzubüßen, wenn Sie einen durch Kollege Kampffmeyer geprägten Begriff verwenden?
Meine Meinung hierzu: Entweder Ihr lernt, dass DMS nur ein Teilaspekt ist oder die – von Euch bisher nicht wahrgenommene und tatsächlich nur schwach vorhandenen – Konsolidierung, trifft Euch. ECM und DMS sind nicht nur Marketingaussagen. Es sind fundiert definierte Technologien, die vom Markt gefordert werden – wenn nicht vom Namen her, dann von der Technologie und dem Funktionsumfang.
Und: Open Source kommt langsam auch im DMS-Bereich an. Wollt ihr enden, wie Gauss, Obtree, Webedition und Co.?
Nochmal und: Wenn Ihr einen Berater braucht, der Eure Unternehmensstrategie durchleuchtet und aufzeigt, was Euch im Markt voranbringt – ruft mich einfach an.
Denn: Die Kunden wissen schon längst, dass es bei ECM keine Frage gibt, ob man eine solche Strategie einführen soll, sondern vielmehr “Wann?” die Frage ist. Viele antworten darauf auch schon. Und zwar mit “Sehr bald!”.
4. September 2006
Goldene Regel #12: Projektmanagement ist kein “nice to have”
“Können wir das schaffen? – Ja, wir schaffen das!” ist nicht nur der Slogan einer bekannten Kinderserie (und wird sogar von so machen Spielzeug, was zu der Serie verkauft wird, auf Knopfdruck wiedergegeben), sondern scheint auch die Durchhalteparole in so machen DMS/ECM-Projekt zu sein. Es wird halt einfach so vor sich konzipiert, geplant, gearbeitet, installiert und programmiert – und wenn der Chef mal fragt “Können wir das schaffen?” rufen alle zurück “Ja, wie schaffen das!”.
So ein Projekt ist tatsächlich jedoch planlos, uferlos und erfolglos.
Professionelles Projektmanagement, dass neben einer ausführlichen Planung auch aus Controlling und – besonders wichtig – Risikoabschätzung und -minimierung besteht, ist nicht nur ein Baustein eines ECM-Projekts, es ist ein wichtiger Treiber – von der ersten Projektsekunde, über den erfolgreichen Abschluß bishin zur dauerhaften Optimierung und Erweiterung der eingeführten Lösung.
31. August 2006
Geeint im Schicksal
Enterprise Content Management ist zwar schon in mehr Köpfen angekommen, als SOA – prinzipiell teilen sich beide Bereiche jedoch ein ähnliches Schicksal, was nicht zuletzt daraus resultiert, dass diese Technologien sehr eng miteinander einher gehen. SOA als Infrastrukturkonzept ist eine wunderschöne Grundlage für ECM – nur umsetzen muss man es erstmal. Doch hier stößt man bei beiden Themen auf das selbe Problem: Man muss eine Nummer größer denken, um wirklich SOA bzw. wirklich ECM einzuführen. Hier scheuen viele Unternehmen noch.
Aber, es ist keine Frage des “ob”, es ist eine Frage des “wann” solche Lösungen eingeführt werden.
30. August 2006
Sowas von keine Ahnung…
Joachim Graf ist ein angesehener Medienunternehmen in München und betreibt mit iBusiness.de einen der bekanntesten “Multimedia / New Media” Informationsdienste.
Aber was sein Redakteur Ulrich Klein hier verzapft hat, ist wirklich der Wahnsinn. Fangen wir mal von vorne an, denn den ersten Fehler finden wir schon in der Überschrift: “DMC stellt erstes Open-Source-ECM vor”. dmc entwickelt selbst keine Software, sondern ist ein Integrator. Man stellt keine neue Software vor, sondern bietet – allerdings als erster in Deutschland – professionelle Leistungen zur Open Source Software “alfresco” an.
Zwar schreibt Herr Klein weiter unten “als erster Implementierungspartner in Deutschland”, was so gar nicht zum Anfang des Textes paßt, generell ist man nach Lektüre des Textes aber nur verwirrt. Weiß Herr Klein vielleicht gar nicht, dass Alfresco eine Software der Alfresco Software, Inc. aus San Francisco, USA ist?
Na ja, wenigstens die Funktionalitäten hat er richtig aus der Pressemeldung abgeschrieben.
@Herrn Graf: Gerne können Sie mich als externen Lieferanten oder QS für solche Beiträge einspannen.
29. August 2006
ECM goes Open Source
Nicht nur dmc will seinen Kunden ECM auf Basis von Open Source Produkten anbieten. Auch Domino GmbH IT & Services, nach eigenen Angaben bekannt als Lösungsanbieter für Archivierung, Dokumentenmanagement und Workflow, geht diesen Weg. Hierfür wurde der Geschäftsbereiche “Open ECM” gegründet, der sich auf einer eigenen Website gar nicht so unumfangreich präsentiert. Leider gibt es auch hier noch keine Referenzen. Besonders Merkwürdig: Open ECM schreibt auch nicht, welche Open Source Lösungen zum Einsatz kommen sollen. Man darf also gespannt sein.
28. August 2006
Goldene Regel #11: Pragmatismus siegt über die Vision
Wenn man mich und meine “Kollegen” über das Thema ECM und seine Möglichkeiten referieren hört, glaubt man teilweise, einen Boah-Süchtigen vor sich zu haben. In buntesten Farben werden riesige Luftschlösser an die Wand gemalt und die tollsten Visionen dargestellt.
Diese Kreativität und der Blick nach vorne ist natürlich notwendig, um das Thema voranzubringen und auch für die Anforderungen von morgen und übermorgen gewappnet zu sein. Im täglichen Projektgeschäft zählt jedoch Pragmatismus: Es muss mit vertretbarem Zeiteinsatz eine effektive Lösung gefunden werden, die die Prozesse beim Kunden unterstützt und die “Schmerzen” verschwinden läßt. Natürlich darf auch nicht auf den Augen verloren werden, dass die Lösung viele Jahre funktionieren soll und damit die Erweiterung und Weiterentwicklung sichergestellt werden muss.
Ohne Pragmatismuss scheitert das Projekt jedoch schon zu Beginn, weil sich “große Visionen” (leider) nur schwer mit Zahlen oder echtem (kurz- bis mittelfristigem) Nutzen rechtfertigen lassen.


