Alle Beiträge mit dem Tag "ECM"

6. Februar 2008

Diese Abkürzungen aber auch…

Soeben erhielt ich via Xing eine Anfrage von einem Projektvermittler. Man suche für einen Kunden einen WCM-Berater. Da sich dies prinzipiell sehr interessant anhört und ich mich über jedes Web-Content-Management-Projekt freue, habe ich mir die Projektbeschreibung einmal genauer durchgelesen – und musste selbst erstmal recherchieren, was denn der Kunde mit “PM-WCM nach EKW-Model” meinte.

Von SAP und “Work Clearance Management” habe ich jedoch leider gar keine Ahnung.

31. Januar 2008

dmc macht Xing zu StudiVZ ;-)

Bei StudiVZ gibt es bekanntermaßen zu allem und jeden eine Gruppe (oder zwei oder drei…). Nun fängt sogar bei den Fachgruppen auf Xing die Dopplung an.

Es gibt bereits eine recht gute Xing-Gruppe zu Enterprise Content Management im Allgemeinen, getragen von einem unabhängigen Berater (der jedoch einen sehr, sehr starken Fokus auf Dokumententhemen hat). Genauso gibt es eine von Nico Rehmann geführte Gruppe zu Content Management. Dies hält den Alfresco-Partner dmc aber nicht davon ab, eine eigene Gruppe “Enterprise Content Management” einzurichten.

Ein Forum (und somit eine Gruppe) lebt von möglichst vielen aktiven Mitgliedern. Da Xing nicht StudiVZ ist und die Zielgruppe nicht endlose Stunden dort verbringt, ist eine Aufsplitterung in immer mehr Gruppen nicht sinnvoll, da die Nutzerenergie so einfach so sehr aufgespalten wird. Schade.

(Das gleiche gilt übrigens auch für Corporate Intranets: Weniger ist oft mehr!)

20. Dezember 2007

Enterprise 2.0 – Collaboration 2.0 – Moderne digitale Zusammenarbeit

Die nächste “2.0-Welle” ist im Anrollen. Nach “Web 2.0″ und “ECM 2.0″ wird nun “Enterprise 2.0″ immer mehr zum Thema. Was soll das Ganze?

Der Gedanke von einem “Web 2.0″ brachte durch neue Technologien und Ansätze, Webseiten zu betreiben, eine ganz neue Ära in das World Wide Web. Nicht nur, dass durch den Einsatz von Technologien, wie AJAX, und Anwendungen, wie Weblogs, sich das Bild des Internets für den Anwender stark verändert hat, mit der “zweiten Version” des Webs werden passive Besucher zu aktiven Mitgestaltern. Was vor Jahren als revolutionäre Welle durch die Welt ging, ist mittlerweile schon fast überall Standard – eine Welt ohne Blogs und Wikipedia für viele bereits unvorstellbar.

Logisch fortgeführt endet dieser Gedanke in so etwas wie “Enterprise 2.0″: Unternehmen optimieren ihre Konzepte und Prozesse unter Berücksichtigung von neuen Ansätzen, Technologien und Konzepten. Dabei ist “Enterprise 2.0″ genauso wie Web 2.0 in erster Hinsicht kein technologisches oder technisches Thema, sondern ein organisatorisches:

  • Will ich meinen Mitarbeitern erlauben, aktiv miteinander zu kommunizieren?
  • Kann und will ich, dass sich meine Firma vom Word-Dokument trennt und Mitarbeiter einfach direkt in ein Wiki schreiben?
  • Will ich Informationen (für alle) zentral verfügbar machen?
  • (und viele Fragen mehr – nicht zuletzt auch rechtlicher Natur)

Was sich für viele “Knowledge Worker” bereits als Alltag darstellt, ist in vielen größeren Unternehmen in keiner Weise alltäglich. Bürokratie und jahrelang unveränderte Abläufe sind jedoch nicht per se Unsinn oder ineffektiv! Sie sichern eine gewisse Qualität und sorgen (seit Jahren) dafür, dass diese Unternehmen funktionieren. Auch sind hinter oberflächlich unsinnig erscheinenden Prozessen (beispielsweise die papierhafte Verteilung von Informationen) nicht selten strategische Erwägungen verborgen, die eine Ablösung durch moderne Wege bisher verhindert haben.

Jedoch: Auch wenn moderne IT kein Wettbewerbsvorteil ist – schlechte IT ist ein Wettbewerbsnachteil.

Der Gedanke an “Enterprise 2.0″, dass man auch “Collaboration 2.0″ oder einfach “Moderne digitale Zusammenarbeit” nennen konnte, ist richtig und sollte von keinem Unternehmen abgetan werden. Das “Web 2.0″ ist erwachsen geworden, es existieren Konzepte und Technologien, um Prozesse nicht nur zu optimieren, sondern vollkommen anders zu gestalten. Hierbei kann die interne wie externe Kommunikation ganz neue Höhen erreichen und die Gesamteffektivität erheblich gesteigert werden. Bei sinnvoller Planung des Vorgehens, kann auch mit sehr sparsamen Mitteleinsatz ein großer Effekt erzielt werden – es muss nämlich nicht erst alles neu erfunden werden.

14. Dezember 2007

Alle gucken Alfresco hinterher

Es ist wirklich traurig, dass die Dinosaurier der DMS-Zeiten auch die ECM-Branche fest im Griff haben. Statt auszusterben haben OpenText, Documentum und Co. einfach das neue Zeitalter betreten und mit ihrer Wucht alle Mutationen und evolutionären Entwicklungen überrollt.

Aber, ganz nach Charles Darwin, entwickelt sich auch in einer solchen Welt der Riesen irgendwann ein würdiger Gegner und findet die richtige Waffe gegen die Großen. Bei aller Kritik, die man zurecht an Alfresco und dem Geschäftsmodell des Unternehmens üben kann: die Strategie und die Entwicklungsrichtung des Unternehmens ist nicht nur richtig, sondern beeindruckend.

Schon der grundlegende Systemaufbau ist innovativ, das (mittlerweile sogar als eigenständige Open Source Projekt angebotene) Dateisystem J-LAN schlägt praktisch alles andere am Markt verfügbare und nun präsentiert Alfresco “benutzerfreundliche Tools für die Entwicklung der nächsten Generation von Rich Internet Applications (RIAs), für Mash-Up und Präsentation von internem und externem Content und für die Integration von Social Networking in die Arbeitsumgebung”.

Alfresco trifft damit definitiv den Puls der Zeit und kombiniert die richtigen Technologien zu wirklich guten Lösungen. Wenn nun endlich eine große Community und/oder eine breite Partnerlandschaft vorhanden wäre, müssten sich viele große Anbieter warm anziehen.

14. Dezember 2007

Zukunft ist alles!

Die Kriterien, nach denen eine Softwarelösung – insbesondere im ECM-Umfeld – ausgewählt werden sollte, sind vielfältig. Leider konzentrieren sich einzelne Anwender immer auf eine sehr kleine Zahl von für sie wichtigen Punkten und blicken nicht über den Tellerrand.

So auch jüngst bei einem europaweit tätigen Unternehmen, dass mit seiner DMS- und Intranet-Lösung einen Großteil seiner Arbeitsprozesse abbildet. Das praktisch einzige Kriterium bei der Auswahl war nach Aussagen des Verantwortlichen nicht die Funktion oder der Preis: Es wurde vorallem darauf geguckt, dass der Anbieter finanziell gut darsteht und auch noch in den nächsten Jahren am Markt sein wird.

Ergebnis: Es wurde eine sehr, sehr teure Lösung angeschafft, die maximal 50% der benötigten Funktionen bietet und sich nur schleppend weiter entwickelt. Aber das Ziel wurde erreicht: Das Unternehmen ist immer noch am Markt und zählt nach wie vor zu den “Dickschiffen” der Branche, was man auch an den jährlichen Wartungskosten ablesen kann.

9. November 2007

Was ist eigentlich “Collaboration” genau?

Es gibt wohl kaum ein Thema im ECM-Umfeld, bei dem es so viele Missverständnisse gibt, als beim Thema “Collaboration”. Schon die oft genutzte deutsche Übertragung zu “Kollaboration” ist fragwürdig (wenn auch nicht falsch), was jedoch damit genau gemeint ist, ist überall unterschiedlich.

Selbst die allwissende Müllhalde fasst sich hierbei sehr unkonkret und verweist beispielsweise auf eine Definition im fme-Glossar, die da heißt:

“Collaboration bezeichnet die Zusammenarbeit von mehreren Personen in einer Gruppe (Team) zur Erreichung eines (gemeinsamen) Ziels.”

Eine solch allgemeine Definition bringt jedoch niemanden voran – erst recht nicht ein (IT-)Projekt!

Es fällt Vieles in den Bereich “Collaboration”. Ganz pauschal lässt sich in

  • synchrone Collaboration und
  • asynchrone Collaboration

unterscheiden.

Erstere enthält dabei beispielsweise Videokonferenzen, letztere ist komplexer. In den Bereich der asynchronen Collaboration fällt alles angefangen von der E-Mail, über das gemeinsame Zugreifen auf Dokumente in einem zentralen Arbeitsbereich bishin zu komplexen Projekträumen inkl. Terminkoordination und Ressourcenplanung.

Leider scheinen viele, die die Vokabel “Collaboration” verwenden, von der von ihnen vereinnahmten Definition so überzeugt zu sein, dass sie davon ausgehen, dass jeder andere es genau so definieren müsste. Und hier entstehen viele Missverständnisse, die in einem Projekt nachhaltige Schäden hinterlassen können.

So kann es beispielsweise gut sein, dass eine Fachabteilung bei der zentralen IT anfordert, das man dringend mehr “Collaboration” bräuchte, insbesondere “endlich einen zentralen Ablagebereich für Dateien”, aber “auch alles andere, was so dazu gehört”.

Doch was erhält die Abteilung dann letztendlich? Aus der Erfahrung zeigt sich, dass die IT hier mitnichten Workshops mit der Abteilung durchführt, um einzugreifen, was mit “Collaboration” gemeint ist, sondern eine eigene – meist sehr pragmatische – Definition genutzt wird, um die Lösung zu erstellen.

Die Abteilung hat zwar mit dem “zentralen Arbeitsbereich” eine ihrer wichtigsten Forderungen konkret dargestellt, geht aber davon aus, dass die IT “schon weiß, was wir sonst noch dazu gehört” und ist am Ende sehr verwundert, wenn das Thema “Collaboration” – wie vielfach auch von Softwareanbietern propagiert wird – “im DMS enthalten” ist.

Dabei ist Collaboration eigentlich genau das, was man mit einem DMS – außer der Archivierung von Dokumten – erreichen will: Die Stärkung der Zusammenarbeit. Entsprechend muss in einem ECM-Projekt viel mehr (auch) der Fokus darauf gelegt werden, wie die Mitarbeiter konkret arbeiten und wie insbesondere die Zusammenarbeit der Mitarbeiter untereinander und mit Externen unterstützt werden kann. Nur ein Stück Software auf dem “Collaboration” steht kaufen und dann hoffen, dass damit alle Anforderung an die Zusammenarbeit abgedeckt sind, führt in keinster Weise zum Ziel.

29. Oktober 2007

Analysten-Voodoo

Bei IT-Frontal schreibt sich Daniel Hinderink von der Seele, was die ganze Branche belastet: Die Probleme mit dem Gartner Magic Quadrant. Nicht nur, dass es sowieso methodische Grundprobleme gibt, sondern auch, dass schlichtweg die Kriterien und der Hintergrund der “Bewertung” im Quadranten nicht oder nur unzureichend dargestellt und begründet werden, führt dazu, dass der Nutzen doch im Nebel bleibt.

Besonders irrititierend ist dazu Gartners Haftungsauschluss:

“Gartner does not endorse any vendor, product or service depicted in the Magic Quadrant, and does not advise technology users to select only those vendors placed in the “Leaders” quadrant. The Magic Quadrant is intended solely as a research tool, and is not meant to be a specific guide to action.”

Leider verstehen viele Anwender nicht, dass Gartner nicht der Weisheit letzter Schluss ist und die Darstellungen von Gartner einfach auch oft gar nicht als Empfehlung taugen.

16. Oktober 2007

Äpfel und Birnen

Ein echter Vergleichstest von Open Source ECM- oder DMS-Systemen wäre etwas. Hier würde Alfresco bestimmt gut abschneiden. Warum jedoch jemand (genauer gesagt InfoWorld) auf die Idee kommt unter der Überschrift “Open source CMSes prove well worth the price” die Systeme Alfresco, DotNetNuke, Drupal, Plone und Joomla zu vergleichen und Alfresco zum Sieger zu erklären, ist mir vollkommen unbegreiflich.

Oder besser: Dieser Test ist einfach nicht ernst zu nehmen.

9. Oktober 2007

Enterprise Wiki

Neben MediaWiki gibt es auch professionelle Wiki-Software. Sehr empfehlenswert, mit sehr guter Architektur, wenn auch nicht unaufwendig im Betrieb, ist “Deki Wiki” von Mindtouch. Besonders schön: Es gibt eine “Virtual Appliance” auf Basis von VMware – eignet sich auch gut zum Testen.

Die Software ist Open Source, Supportverträge stehen in verschiedenen Abstufungen (ab ca. 500 US-Dollar) zur Verfügung. Die Community ist jedoch auch aktiv und liefert schnelle Antworten.

Highlights: Offene API, Windows-Explorer-Integration, LDAP-fähig, WYSIWYG-Editor.

Diskussionen dazu in unserem Forum.

29. September 2007

Computerwoche Top 100

Wie jedes Jahr, so veröffentlicht auch dieses Jahr die Computerwoche ihr beliebtes “Top 100″-Heft. Ich freue mich sehr, dieses Jahr auch einen Artikel dazu beisteuern zu dürfen – natürlich zu Enterprise Content Management.

In dem Beitrag untersuche ich die Entwicklung des Marktes, zeige auf, dass ECM nur sekundär Software, sondern primär Konzept ist und welche Optionen sich für Unternehmen bieten.

Der Fachartikel ist kostenfrei auf www.computerwoche.de verfügbar.

Tagcloud: ECM Blog
Der Autor

ECM-Experte Jörg Dennis Krüger

Jörg Dennis Krüger ist unabhängiger ECM-Spezialist und seit vielen Jahren Beobachter und Meinungsgeber der Branche. Zudem gilt er als Spezialist für Online-Performance-Marketing mit Schwerpunkt auf Conversion Optimierung.

In seinem ECM-Blog lesen Sie seine Meinung zu aktuellen Themen der Branche, Technologietipps und Erfahrungen zum praktischen Einsatz von Enterprise Content Management im Unternehmen.

Von 2008 - 2010 war er Vice President des weltweiten Verbandes von Content Management Praktikern "Content Management Professionals". Er ist als Senior Manager für Aufbau und Leitung des Geschäftsbereiches Conversion-Optimierung bei QUISMA verantwortlich.

Mehr Informationen und Kontakt bei Xing.

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