Alle Beiträge mit dem Tag "CMS"
20. Dezember 2006
“eZ publish now” ohne Mehrwert
eZ Systems, Hersteller des Open Source Web Content Management Systems “eZ publish” geht neue Wege bei der Definition seines Geschäftsmodells. Ab sofort wird neben der kostenfreien Open Source Variante und der kostenpflichtigen “Premium” Version, die inesbodenre Wartung und Support sicherstellt, mit “eZ publish now” eine ASP-Variante angeboten.
“Wir haben erkannt, dass Anwender von Enterprise Content Management-Lösungen von Standardisierungen profitieren,” beschreibt eZ CEO Aleksander Farstad die Intention für das neue Angebot. “Indem wir mit eZ Publish eine Open Source-Alternative anbieten, haben wir schon gezeigt, dass Investitionskosten deutlich reduziert werden können. Mit der Verfügbarkeit von eZ Publish Now gehen wir noch einen Schritt weiter und schnüren ein Paket das Software und Services beinhaltet. Damit können auch die Wartungskosten reduziert werden und bilden eine kalkulierbare Basis.”
Für 2.790,00 US-Dollar (“Basic”) oder 4.990 US-Dollar (“Silber”) erhält der Anwender ein fertig installiertes eZ publish und grundlegenden Produktsupport. Der Unterschied zwischen den beiden Paketen finden sich ausschließlich bei der Reaktionszeit auf Supportanfragen (3 bzw. 1 Tag) und bei der Gewichtung von Feature-Anfrage (1 bzw. 5 Zähler).
Die größeren Pakete “Gold” und “Platinum” sollen auch den Betrieb auf eigenen Servern unterstützen – Preise und weitere Informationenw aren dazu jedoch nicht in Erfahrung zu bringen.
Nicht in den Angeboten enthalten sind alle Leistungen zum Aufbau der individuellen Website, wie das Einrichten von Templates oder das Anlegen einer Inhaltsstruktur.
Der Nutzen des Angebots kann ob seines sehr begrenzten Leistungsrahmens in Frage gestellt werden. Nur in wenigen Fällen sollte dieses Angebot für einen Kunden interessant sein. Von “kalkulierbarer Basis” oder einem “Paket das Software und Services” beinhaltet ist nur wenig zu spüren.
13. Dezember 2006
Goldene Regel #21: Ein WCMS darf keine Designeinschränkungen bieten
Agenturen sind kreativ – und werden genau dafür bezahlt. Um erfolgreich zu sein, müssen sich Webseiten abheben – in Punkte Design, Usability und Bedienkonzept (auch wenn die beiden letzten Punkte oft nicht leicht miteinander vereinbar sind). In Agenturen werden keine Techniker beschäftigt, sondern “Kreative”, die eine ganz andere Sicht auf die Dinge haben und haben sollen.
Ein Internetprojekt – aber auch Projekte im Bereich Intranet, Extranet etc. – lebt nur sekundär von Integration oder Funktionalität, die dem Benutzer angeboten wird, sondern primär von Design und Inhalt – wobei vorallem Letzteres durch Einsatz eines Web Content Management Systems möglichst gut zu verwalten sein soll.
Eine Grundlage von Web Content Management ist daher die Trennung von Design, Inhalt und Funktionalität. Für ein Internetprojekt ist es daher förderlich bis tödlich, wenn aufgrund von technischen Limitationen des WCMS ein Design nicht umgesetzt werden kann. Nicht nur, dass das Design verändert werden muss – die Probleme liegen meist tiefer. Wenn ein Design nicht umsetzbar ist, sind auch andere elemenatere Ansprüche an eine moderne Website (“sauberer” Quellcode, Barrierefreiheit, Suchmaschinenoptimierung, generelle Website Usability) meist nicht erfüllbar – womit der Einsatz des Systems ausscheidet.
Ausnahmen von dieser Regel gibt es keine: Was als HTML/XHTML/CSS realisierbar ist, muss auch mit dem WCMS realisierbar sein – sonst funktioniert die Trennung von Design und Inhalt nicht und weitere Probleme werden alsbald folgen.
11. Dezember 2006
Zitat der Woche
Als Argument gegen .NET:
“75% der WCMS Produkte am Markt sind nicht mit .NET entwickelt.”
8. Dezember 2006
Portal als WCM?
Die Technologien “Portal” und “Web Content Management” unterscheiden sich enorm. Will ein Portal Inhalte aus verschiedenen Applikationen konsolidiert bzw. aggregiert in einer meist stark standardisierten Oberfläche anzeigen, ist ein WCM dazu da, eine Webseite, die in ihrem Aufbau prinzipiell beliebig flexibel sein kann und soll, von Redakteuren wartbar zu machen.
WCM und Portal können gut miteinander verknüpft werden – in der Form, dass Inhalte aus dem WCMS auch im Portal visualisiert werden. Ein Portal jedoch als Webseite zu betreiben, funktioniert nur in den wenigsten Fällen und ist aufwendig, langsam und unflexibel.
Ein Beispiel aus der Praxis findet sich z.B. beim Klinikum Stuttgart, die ihren Webauftritt auf Basis der Portalsoftware von SAP betreiben – man beachte die vielen iframes und den insgesamt sehr umständlichen und nicht standardgerechten Quellcode, der durch das Portal erzeugt wird, da kein sauberes Templating möglich ist.
Die Technologie “Portal” unterscheidet sich außerdem deutlich von dem, was umgangssprachlich als “Portal” bezeichnet wird. Dabei geht es jedoch nicht um tatsächliche Portale i.S.d. Technologie, sondern einfach um normale Websiten, die Informationen – zu meist einem Themenbereich – gebündelt anbieten.
4. Dezember 2006
Preisfrage Open Source
“Einerseits bietet es mehr Funktionalitäten, als es je ein anderes Open-Source-Content-Management-System geschafft hat. Andererseits ist [...] dadurch an Komplexität nicht zu überbieten.”
Dieses Zitat stammt aus einem neuen Buch zu einem bekannten Open Source WCMS. Wer errät, um welches System es sich handelt?
(Und wer erklärt mir, was das System mehr an Funktionalität bietet, als andere aus der gleichen Liga?)
21. November 2006
Woran merkt man, dass jemand nicht mehr “up-to-date” ist?
Beispielsweise an Aussagen wie (sinngemäß) “[Web] Content Management ist überflüssig, da schon längst Bestandteil von Informationsmanagement”.
Diese Aussage stimmt nur, wenn man davon ausgeht, dass
- “Informationsmanagement” eine greifbare und funktionsfähige Technologie ist.
- “Informationsmanagement” out-of-the-box angeboten wird und sich nicht aus verschiedenen Teilbereichnen und/oder Produkten zusammensetzt.
- Die Verwaltung von Website mit den gleichen Tools funktioniert, wie die Verwaltung von Unternehmensinformationen.
- Marketing und Vertrieb gleichzuschalten sind mit Auftragsbearbeitung und Produktion.
Andernfalls hat [Web] Content Management eine große Bedeutung – optimal natürlich vor dem Hintergrund eines Gesamtkonzepts zur Informationsverwaltung. Und Konzept kann hier auch bedeuten, dass absichtlich von einer Integration abgesehen wird.
14. November 2006
Armer Mensch… (oder: Warum die WCM-Auswahl wirklich schwierig ist!)
90% der Anforderungen in WCM-Projekten werden von min. 80% der verfügbaren WCM-Lösungen “out-of-the-box” erfüllt. Diese Erfahrung macht man immer wieder, wenn anhand von oberflächlichen Kriterienkatalogen Systeme ausgewählt werden sollen.
Auf Contentmanager.de fragte vor wenigen Tagen ein Herr Manfred Mensch nach einem WCMS für einen Verband. Als einziges Kriterium zur Auswahl gab er an:
“Sehr wichtig ist ein System, dass uns höchste Sicherheit bietet. Typo3 kommt z.B. nicht in die engere Wahl, weil Dokumente hier direkt über die URL erreicht werden können. Soetwas darf natürlich nicht sein.”
Diese Situation ist so vielerorts zu finden! Aufgrund der großen Verbreitung von funktional oft unprofessionellen Open Source Systemen, werden Funktionen, die für kommerzielle Anbieter zum “Butter- und Brot-Geschäft” gehören, als entscheidungstragende Kriterien definiert.
Entsprechend ist auch die Qualität der Antworten im Forum außerordentlich schlecht, da der Reihe nach Anbieter verschiedenster Lösung erklären, dass sie diese geforderte Funktion natürlich erfüllen, wobei es nur wenig verwundert, dass dies als Begründung oft gleich dafür genutzt wird, das System als optimale Lösung für das Gesamtprojekt zu empfehlen.
“Haben Sie schon mal über Zope / Plone nachgedacht?”
“[...]wir haben schon diverse Projekte für Verbände mit genau diesen Anforderungen durchgeführt.”
“Insbesondere in Punkto Zugriffsrechte und Benutzerverwaltung kann alles bis hinunter auf Dokumentenebene geschützt werden.”
“[...]für das Verbandsmanagement eine Vielzahl von Möglichkeiten.”
“[...]die von Ihnen angesprochene Anforderung ist direkt in [...] integriert und steht nach der Installation zur Verfügung.”
“Eventuell können Sie ja auch ein herstellerbasiertes und gleichzeitig lizenzkostenfreies CMS in Ihre engere Wahl nehmen.”
Das Ergebnis daraus: Die professionelle Auswahl von WCMS ist anspruchsvoll, da nicht anhand von oberflächlichen Kriterien entschieden werden. Vielmehr ist eine Betrachtung der wirklich entscheidenden Anforderungen an Prozesse und Funktion notwendig, um aus der Vielzahl von Systemen wirklich eine fundierte Auswahl zu treffen. Neben den “Hardfacts” sollten dabei auch – in einer zweiten Phase – “weiche” Faktoren, wie das vorgefundene Branchenwissen, Sympathie und beispielsweise die Bestandssicherheit der Lösung im Markt.
13. November 2006
Onlinevortrag: Open Source DMS
Auch im DMS-Markt sind in letzter Zeit Open Source Lösungen in Stellung gegangen und wollen den Markt erobern. Aufgrund von sehr hohen Lizenzkosten im DMS-Bereich und einer sowieso recht breiten Angebotspalette, ist es für viele Unternehmen interessant, zu erfahren, welche Chancen, Möglichkeiten und Risiken sich durch Open Source DMS bieten.
Denn die Open Source Anwendungen im DMS-Bereich sind völlig anders aufgestellt, als beispielsweise im WCM-Bereich. Komplexe Lizenzmodelle, vielfältige Leistungen und umfangreiche Services, machen im DMS-Bereich Open Source auch dort interessant, wo die klassischen Open Source WCMS keine Chance auf einen Einsatz hätten.
ECM-Spezialist Jörg Dennis Krüger stellt im Rahmen dieses ca. 60-minütigen Onlinevortrags
- die interessantesten Player vor,
- vergleicht die Lizenzmodelle und Funktionalitäten,
- zeigt auf, in welchen Szenarien der Einsatz der Lösungen sinnvoll ist und
- begibt sich mit den Teilnehmern live in die Systeme.
Außerdem bieten sich allen Teilnehmern vielfältige Möglichkeiten, die Inhalte zu diskutieren, Fragen einzubringen und eigene Erfahrungen zu schildern.
Der Onlinevortrag findet am 12.12.2006 statt und dauert von 11.00h bis 12.00h. Die Teilnahme ist – nach Registrierung – kostenfrei, die Anzahl der Teilnehmer jedoch begrenzt. Bei mehr Anmeldungen als Teilnehmerplätzen entscheidet das Los.
Anmeldungen können jetzt schon erfolgen. Einfach formlos per E-Mail an: jdk@jdk.de.
9. November 2006
Wechselstimmung!
Derzeit kommen verstärkt zwei Komponenten zusammen, die vielen (vorallem WCM-) Anbietern noch schlaflose Nächte bereiten werden: 1.) Anwender wollen nicht noch länger mit “Schmerzen” durch ihre derzeitige Lösung leben und 2.) finanzielle Mittel für CMS-Projekte sind (wieder) vorhanden.
Das Ergebnis: Verstärkt wird derzeit in IT-Abteilungen landauf landab über die Ablösung der bestehenden Systeme diskutiert. Wurde in der Vergangenheit viel in die Fehlerbereinigung bestehender Systeme investiert, wird nun ein Strich gezogen und lieber migriert, statt dauerhaft mit problembehafteten Lösungen zu arbeiten.
Hier vollzieht sich ein Wechsel, weg von älteren, in sich geschlossenen Systemen auf alten Technologien, hin zu modernen Anwendungen auf offenen Standards. Zudem sind die Anwender viel sensibler in puncto Auswahlkritierien (oft inkl. Lasttest und ausgiebigen Protoypen) und die Qualitäten des Softwareanbieters. Anbieter, die keine gute Weiterentwicklung der Lösungen zeigen oder eben keine “echten” Softwareanbieter sind, haben es zunehmend schwerer.
3. November 2006
Warum sich die Übernahme von Stellent für Oracle doppelt lohnt.
Das große Kaufen geht weiter und diesmal ist Stellent auf die Seite des Gekauften gegangen. Die Entscheidung sich von Oracle kaufen zu lassen ist bestimmt keine Schlechte – und die Entscheidung Stellent zu kaufen schon gar nicht.
Neben fortschrittlichen ECM-Lösungen, die anders als bei vielen anderen ECM-Größen die echte Integration (z. B. von DM- und WCM-Funktionalitäten) nicht nur in den Mittelpunkt stellen, sondern auch tatsächlich umgesetzt haben, hat Stellent auch Dokumentenkonvertierungstechnologien im Angebot, ohne die praktisch kein Anbieter von Suchtechnologie und so auch praktisch kein führendes DMS auskommt. Oracle kauft daher nicht nur die ECM-Produkte – deren Zukunft bei Oracle zumindest zunächst ungewiss ist – sondern auch das starke OEM-Geschäft.
Durch Übernahme von Stellent festigt Oracle endlich seine unsichere Position im ECM-Markt. Denn durch Zukäufe und eigene Entwicklung hat es Oracle in der Vergangenheit nicht geschafft, Lösungen für den ECM-Markt zu liefern, die den Anforderungen des Marktes auch gerecht werden. Der Kauf von Stellent stellt Oracle zwar vor die Herausforderung der Schaffung einer einheitlichen Umgebung unter Integration der bestehenden Komponenten, er bietet aber auch die Chance, dass Oracle endlich ernstzunehmende Lösungen zum Content- und Dokumentenmanagement anbieten kann. Dies bezieht sich aber nicht nur auf die Technologien! Oracle erlangt mit dem Kauf von Stellent auch fundiertes (strategisches) Wissen über Enterprise Content Management, was bisher im Unternehmen nur vereinzelt vorhanden ist. Dieses Fehlen von Wissen und vor allem Erfahrung hat zu den teilweise kuriosen Entscheidungen des Unternehmens zur ECM-Strategie in der Vergangenheit geführt. Die sich nun für Oracle ergebenden Chancen sind enorm.
Für die bestehenden Kunden – auf beiden Seiten, aber besonders bei Oracle – bleibt dabei zu hoffen, dass das Unternehmen gute Migrationspfade vorsieht und seine Kunden aktiv dabei unterstützt. Besonders Oracle hat in der Vergangenheit in einigen DMS-Projekten zwar Lösungen konstruiert, aber niemals mit einem “Produkt”, sondern maximal mit einem “Framework”. Es würde für Oracle einen Rückschlag bedeuten, wenn diese Kunden sich aufgrund von Problemen beim Umstieg vom Unternehmen abwenden würden.


