Alle Beiträge mit dem Tag "CMS"
20. Juni 2007
Innovation Gate zu Besuch
Am Montag (18.06.) hatte ich einen informativen Termin mit Innovation Gate. Die beiden Herren verschafften mir durch eine leichte Verspätung um rund 60 Minuten einen kleinen Puffer zwischen dem Termin mit FAST und diesem Termin – und wenn man meine theoretische Verspätung abzieht, waren es sogar nur 45 Minuten, die wir verspätet starteten.
Herr Schmidetzki – Geschäftführer von Innovation Gate – präsentierte seine beiden Produkte “Business Essentials” umfangreiches Tool mit CRM, Projektmanagement und Abrechnung für kleine Unternehmen) und “ContentManager” (komplexe Contentmanagement-Umgebung) auf einem schönen Apple Powerbook, was einen doppelt guten Eindruck hinterließ. Innovation Gate, vor einigen Jahren als Anbieter von WCM-Lösungen für Notes gestartet, hat nun ein komplett auf Java basierendes System, das sich in zunächst zwei Bereiche teilt.
Das Herzstück ist der – etwas unglücklich benannte – “Portal Server”. Dieser dient als interner Application Server und ist selbst eine Java-Anwendung, die sich auf Websphere genauso zu Hause fühlt, wie auf Tomcat oder Jboss. In diesen Portal Server können dann Innovation Gate Anwendung deployed werden – derzeit eben die Business Essentials und/oder der ContentManager. Das Ganze ist hoch modular und Teile beliebig wiederverwender. Designer und Admins bekommen viele Instrumente an die Hand, um einfach und schnell Ergebnisse zeigen zu können.
Besonders schön sind die Oberflächen gelungen. Egal wo: es wurde an Usability gedacht, AJAX gekonnt eingesetzt und viele Hilfsmittel für Redakteure geschaffen.
Das Ganze ist in jedem Fall einen Blick wert – beispielsweise in die kostenfreie und frei zugängliche Onlinedemo (die leider bei vielen Anbietern überhaupt keine Selbstverständlichkeit ist!).
14. Juni 2007
Application Service Providing (ASP) und Content Management…
Spätestens seit Salesforce mit seinem CRM-Dienst riesige Erfolge feiert, kommt auch allerorts wieder der Gedanke, Content Management (im weitesten Sinne) als Dienst (SaaS, Software as a Service) bzw. als ASP (Application Service Providing) anzubieten. Doch welche Vor- und Nachteile hat dies für den Anwender? Welche Marktchancen ergeben sich daraus für die Branche?
Die Vorteile, die unmittelbar mit ASP oder SaaS verbunden werden, sind meist:
- Kosten fallen abschreibungsfreundlich verteilt über die gesamte Nutzungszeit und oft auch Nutzungsabhängig an.
- Der technische Betrieb wird zentralen durchgeführt und ist vollständig in den Nutzungskosten inkludiert.
- Neue Softwareversionen und Bugfixes werden ohne Verzögerungen eingespielt und stehen sofort zur Verfügung.
Dies sieht auf den ersten Blick verlockend aus. Aber wo sind die Nachteile?
- Es wird keine Lizenz erworben, sondern nur die Nutzung eines Dienstes. Kosten fallen dauerhaft an und erhöhen sich z.B. durch weitere Benutzer schnell.
- Es besteht eine vollkommende Abhängigkeit zum ASP-Provider bzw. SaaS-Betreiber. Engpässe auf den Systemen des Betreibers schlagen sich direkt in die Servicequalität nieder und sind zunächst nicht (direkt) zu beeinflussen.
- Änderungen an der Software sind nicht beeinflussbar. Es kann so zu Problemen zwischen automatischen Programmaktualisierungen und evtl. Modulen oder Anpassungen kommen. Es besteht kein oder wenig Einfluss auf Veränderungen in der Software zu verzichten.
- Die Daten werden nicht bei Ihnen gespeichert. Dies ist bei Web Content wenig schlimm, sowie es aber um Kundendaten geht (z.B. über Formular erfasst Anschriften oder Newsletteradressen), sind die Themen “Datenschutz” und “Wirtschaftspionage” ganz oben auf die Frageliste zu setzen. Wer würde nicht gerne die Anfragen seines Mitbewerbs querlesen können?
Klassisches ASP hat allerdings des Vorteil, dass idR. jederzeit der Umstieg auf eine lokale Lizenzlösung möglich ist. Bei “modernen” Software as a Service Modellen ist dies nicht möglich.
Ganz von diesen Problemen abgesehen, sind ASP-Modelle nur dort wirklich spannend, wo die Bedienung über den Browser erfolgt und wenige Daten übertragen werden. Praktisch unmöglich ist der Betrieb von DMS-Lösung als ASP, da die zu übertragenden Mengen (z.B. Arbeit mit einem Worddokument, was auf dem Server gespeichert ist) zu deutlichen Verzögerungen in der Arbeit führen.
Und wie sehen die Marktchancen aus? In Europa wohl zumindest selbst bei WCM nicht gut. Die meisten mieten lieber einen dedizierten Server und betreiben dort die Software selbst – dafür muss zwar Know-how aufgebaut werden, die Sicherheit, jederzeit direkt eingreifen zu können, läßt Firmenchefs und IT-Verantwortliche wohl besser schlafen. Einzig im Low-End-Segment von Privatleuten und Kleinunternehmen, sind ASP-Lösungen akzeptiert (und oft bei Webhostern inkludiert). Im ECM-Umfeld ist ASP oder SaaS fast unvorstellbar – allein schon deshalb, weil kaum jemand, all seine Daten jemand fremden anvertraut.
13. Juni 2007
WCM aus Kroatien
Gestern war die Firma “Perpetuum Mobile” zu Besuch, um ihr WCMS “iSite 3″ vorzustellen. Die kroatische Firma will den deutschen Markt erobern und hat hier bereits rund 15 Kunden gefunden. Das System basiert auf .NET, wirbt damit “wirklich” out-of-the-box einsetzbar zu sein und verfügt mit den sog. “SmartFunctions” über einige nette Ideen. Insbesondere werden RSS-Feeds standardmäßig in beiden Richtungen unterstützt.
Nettes Stück Software, das wohl in einer Klasse mit Ax.CMS und ContentXXL spielt. Genaueres bei Gelegenheit.
11. Juni 2007
Ein Königreich für ein Intranet!
Informationsverwaltung im modernen Unternehmen läßt sich nicht mit Akronymen ausdrücken. ECM, DMS, WCM, CMS etc. sind zwar Bezeichnungen für Technologien und Konzepte – im Unternehmen zählt aber der Nutzwert. Einer der Bereiche, die am schwierigsten zu fassen sind, ist das Thema “Intranet”.
Ganz abstrakt definiert beispielsweise die Wikipedia den Begriff als “ein Rechnernetzwerk, dass auf den gleichen Techniken wie das Internet (TCP/IP, HTTP) basiert, jedoch nur von einer festgelegten Gruppe von Mitgliedern einer Organisation genutzt werden kann.”
Das ist natürlich ein sehr allgemeiner Ansatz. Genauer nachgedacht, trifft es dieser allgemeine Vergleich jedoch ziemlich genau: Ein Intranet ist das interne Internet – nicht nur technisch gesehen, sondern auch inhaltlich. Genauso, wie der Privatmann Börsenkurse im Internet vergleicht oder die Privatfrau ihren Mietwagen online bucht, können oder müssen auch im Intranet Informationen und Funktionen für die Mitarbeiter des Unternehmens verfügbar sein. Hier bietet sich die Möglichkeit zugeschnittene und angepasste Werkzeuge zur Verfügung zu stellen – und damit dem Wildwuchs bei der Nutzung von Internetangeboten zu begegnen.
Wenn umfangreiche Informationen über das Unternehmen, relevante Themen, das Tagesgeschehen, Mitbewerber und Anderes verfügbar ist und zusätzlich auch Anwendungen die tägliche Arbeit erleichtern und unterstützen wird das Intranet ein Erfolg – und nicht nur der Rahmen für den so oft zitierten und obligatorischen Kantinenplan.
Ein Intranet muss sich aber stets an den modernen Entwicklungen des Internets messen lasse, um beachtet und genutzt zu werden. Wenn es komfortabler ist, mit Google News zu arbeiten, als die Informationen im Intranet zu lesen, hat das Intranet verloren.
“Intranet” ist also kaum ein technischen Thema. Die richtige Technik zur Erfüllung der Anforderungen des Unternehmens und seiner Mitarbeiter muss natürlich gegeben sein – sie muss aber auch tatsächlich genutzt werden, um zum Leben gebracht zu werden.
Hierzu ist die Etablierung einer zentralen Intranetredaktion ein wichtiger Schritt. Diese darf aber nicht nur Textwüsten erzeugen und Inhalte pflegen, sondern muss aktiv an der inhaltlichen und funktionalen Weiterentwicklung des Intranets beteiligt sein. Optimal ist es, wenn hier auch jemand dediziert für kleine Erweiterungen zuständig ist und diese umsetzen kann.
So entwickelt sich das Intranet zu einem schlagkräftigen Werkzeug und echten Wettbewerbsvorteil!
31. Mai 2007
XML statt HTML!
Aus dem Gespräch mit einem WCM-Anbieter (sinngemäß):
“Wir sind da viel weiter als unser Mitbewerb. Wir speichern Content nicht als HTML, sondern als XML.”
10. Mai 2007
Anforderungen im medizinischen Bereich
Bei der Einführung von Informationsmanagement-Systemen (DMS, WCM, ECM) im medizinischen Bereich sind neben den Anforderungen des Unternehmens bzw. der Organisation vorallem die rechtlichen Rahmenbedingungen, vorgegeben durch Deutsche, Europäische und US-Amerikanische Gesetze und Verordnungen zu berücksichtigen. Die Vorgaben scheinen dabei auf den ersten Blick komplex und dürfen auch im Laufe des Projekts nicht unterschätzt werden. Als Grundlage lassen sich die Anforderungen aus 21 CFR Part 11 der FDA (Food And Drug Administration), EU Annex 11 auch GCP und ICH (Richt-/Leitlinien für die Gute Klinische Praxis) und ähnlichen, in wenigen Regeln zusammen fassen:
- Stelle sicher, dass nur Berechtige Zugriff erhalten
- Verfolge jede Änderung und Bearbeitung
- Automatisiere wo möglich
- Verifiziere wo möglich
- Dokumentiere alles
Wobei natürlich hinter jedem dieser Punkte viel mehr Arbeit steckt, als es im ersten Moment scheint.
17. April 2007
Alle Inhalte weg
Die Programmierung von Web Content Management Lösungen ist trotz der oft behaupteten Einfachheit des Themas immer wieder ein nervenaufreibendes Unterfangen. Es gibt Gründe, warum “neue” Web Content Management Lösungen meist schlechter sind, als solche, die schon seit vielen Jahren durch ihre Anwender rundgeschliffen werden.
Eine wunderbare Anekdote aus dem Leben eines CMS-Programmierers findet sich beim phpblogger, bei dem nach dem Testlauf einer Komponente für das selbstentwickelte CMS, alle bereits eingepflegten Inhalte verschwunden waren.
16. April 2007
Wikipedia und Content Management
Die Einträge zu Enterprise Content Management, Content Management und verwandten Themen sind schlichtweg nicht zu gebrauchen. Die Artikel sind praktisch alle nicht “NPOV” (neutral point of view / neutrale Sichtweise), sondern einseitig geschrieben, warum sie sich auch vortrefflich widersprechen bzw. zumindest nicht schlüssig ergänzen. (Kein Wunder, dass es sogar jemanden gibt, der sich als “ursprünglichen Autor” oder “Hauptautor” des Artikels bezeichnet… von diesem kam aber nun wirklich alles andere, als eine unabhängige Darstellung! Lustigerweise schreibt dieser “Hauptautor” seit einiger Zeit sehr oft anonym.) Zudem ist die Trennung in beispielsweise “Content Management” und “Content Management System” nicht hilfreich.
“Viele Köche verderben den Brei” trifft hier voll und ganz zu. Nach der Lektüre dieser Beiträge ist man nicht schlauer. Noch schlimmer ist es, wenn man versucht, Inhalte zu korrigieren oder zu überarbeiten. Es kann dann schonmal vorkommen, dass man solche absolut falschen Aussagen erhält:
“Artikel gekürzt auf eine angemessene Länge. Eigentlich ist dies nur ein Absatz in Content-Management-System, da ECM lediglich unternehmensweit genutzte WCM beschreibt”
Es ist so derzeit leider hoffnungslos, dort eine sinnvolle Informationsbasis zu schaffen. Vielleicht klappt es ja aber irgendwann…
13. April 2007
Viele Gedanken zur Zukunft von Enterprise Content Management
Schon bevor ECM wirklich in den Unternehmen angekommen ist, machen sich einige in der Branche Gedanken, wie sich das Thema denn zukünftig entwickeln wird. Allen voran prescht John Newston, Gründer von Alfresco, und stellt in seinem Blog einige Prognosen zur Diskussion, die insbesondere darauf hinaus laufen, dass Alfresco den Markt ordentlich durchrütteln und als “letzter unahhängiger ECM-Anbieter” dominieren wird, da alle anderen Anbieter sich in “Nischen zurückziehen werden”.
Alfresco ist eine gute Software und wenn John von seiner Software nicht begeistert wäre, wäre er am falschen Platz. Die Realität sieht – zumindest für Europa – jedoch etwas anders aus.
Um überhaupt eine Prognose für die Zukunft abgeben zu können, ist es wichtig, sich Gedanken dazu zu machen, was ECM eigentlich ist. ECM ist nicht mehr und nicht weniger als ein integriertes Konzept zur Verwaltung von Informationen im Unternehmen. Die Betonung liegt hier auf Konzept! Kein Anbieter feiert damit Erfolge, eine “ECM Suite” an den Kunden zu bringen. Auch Alfresco scheitert an den gleichen Problemen, wie die “klassischen” Anbieter: Wenn man viele Funktionen anbietet, sinkt die Qualität der einzelen Funktion.
Es ist in einem relativ ungewissen Markt – wenn auch mit großen Ambitionen – zudem relativ unwahrscheinlich, dass ein wirklich großes “Gekaufe” entsteht. Wir werden noch einige bedeutende Übernahmen sehen – wir werden jedoch auch sehen, dass sich in breites Portfolio an Anbietern etablieren wird. Die Anforderungen der Anwenderunternehmen im Bereich “Enterprise Content Management” (Was ein riesiger Themenkomplex ist!) sind jeweils zu unterschiedlich, als dass ein sehr kleine Zahl von Anbietern den Markt dominieren könnten. Für bestimmte Nischen mag dies geschehen, integrierte Lösungen haben jedoch hier kein Potenzial. Wer will schon durch die Auswahl eines passenden DMS zwangsweise an ein bestimmtes WCMS gebunden sein?
11. April 2007
CRM und ECM in einem Boot?
Salesforce, Anbieter einer wirklich guten ASP-Lösung für Customer Relationship Management (CRM) hat Koral, Anbieter einer in Europa recht unbekannten und noch sehr jungen ECM bzw. DMS bzw. Collaborationslösung, gekauft. Schon kommen die Rufe, dass CRM ja auch nur Unternehmenscontent sei und deshalb CRM und ECM möglichst eng zusammen zu sehen sind – am besten in der selben Softwarelösung.
Bevor nun aber die großen ECM-Anbieter die Geldbörsen zücken und Angebote für CRM-Anbieter unterbreiten: Keine Hektik. CRM und ECM haben vollständig unterschiedliche Grundlagen nicht nur bei der Verwaltung der Inhalte, sondern auch darin, was “Content” überhaupt ist. In einem CRM werden traditionell hoch strukturierte Daten verarbeitet (Kontaktdaten, Listen, Datenbanken), im ECM-Bereich eher unstrukturierte Daten (Dokumente im Allgemeinen oder auch Web Content).
Es ist daher nur schwer vorzustellen, dass ein Unternehmen hochwertige Lösungen aus beiden Bereichen oder gar eine Lösung mit professionellen Funktionen in beiden Bereichen im Angebot hat. In der Praxis dürfte dies meist schief gehen, insbesondere da der Anwender Flexibilität braucht und nicht zwingend die zum passenden DMS gehörende CRM-Software auch zum Kunden passt. (Ausnahme: Kleine Unternehmen. Hier gibt es gute Suiten, die beides bieten.)
Der Deal von Salesforce ist daher aus einem anderen Grund gar nicht dumm. Salesforce sieht sich ganz absichtlich nicht als Softwareanbieter und werben sehr offensiv damit. Man bietet Services an! Genauso wird das neue “SalesForceContent” eine reine ASP-Lösung sein. Hier gibt es einen Markt, der erschlossen werden will.


