Alle Beiträge mit dem Tag "CMS"
7. März 2008
Warum WordPress für den Unternehmenseinsatz nicht ausreicht
Eine neue Welle schwappt über das Land: Enterprise 2.0 bringt viele Ideen des “Web 2.0″ in das Unternehmen. Dies ist gut so, werden dadurch doch neue Denkprozesse angestoßen und Konzepte erdacht, die aktiv den Nutzen von Enterprise Content Management steigern und sich besser in die tägliche Arbeit der Benutzer integrieren. Dies ist jedoch nur ein Teil der Wahrheit – und derzeit größtenteils noch graue Theorie.
Statt sich Gedanken zu machen, wie man die Gedanken und Konzepte des “Web 2.0″ auf die Unternehmensanforderungen abbilden kann, gehen Unternehmen dazu über direkt und ohne große Anpassung, “Web 2.0″ im Unternehmen einzusetzen. Da sprießen Blogs und Wikis aus dem Boden, die vollkommen unabhängig von der bestehenden Architektur laufen.
Verwaltung von Zugriffsrechten? Freigabeverfahren oder gar Workflows? Integration? Sicherer Betrieb? Darüber wird sich keine Gedanken gemacht, wenn mit WordPress und Mediawiki im Unternehmen hantiert wird.
Tools wie eben WordPress die von mehr oder weniger privaten Nutzern in kleinen Umgebungen eingesetzt werden, eignen sich jedoch nicht oder nur sehr selten für den Unternehmenseinsatz. Schon für größere Autorenteams ist WordPress schnell an seinen Grenzen und erst in einer der letzten Version ist endlich ein rudimentäres Freigabeverfahren entstanden. Dies alles reicht aber nicht im Entferntesten an die Möglichkeiten heran, die ein professionelles Web Content Management System bietet. Die wenigen “speziellen Blog-Funktionen” (Kommentare inkl. Spamschutz, One Page Publishing, Pings, Trackbacks, chronologische Ansicht) sollten auch von jedem professionellen WCMS unterstützt werden, da dies entweder sehr einfache Funktionen sind oder eigentlich nur Abwandlungen des normalen Web Content Managements.
Der Betrieb von WordPress, die Wartung des Systems und vieles mehr sind für den Unternehmenseinsatz nicht zu empfehlen. Die schnellen Updatezyklen tun ihr übriges, dass das System im professionellen Betrieb scheitern muss, sowie die manuellen Ressourcen (für Administration genauso wie für die Inhaltspflege inkl. manuellem Workflow) im Unternehmen nicht (mehr) uneingeschränkt zur Verfügung stehen.
21. Februar 2008
Fünf populäre Irrtümer über Microsoft Office Sharepoint Server (MOSS) 2007
- Microsoft verfolgt eine klare Produktstrategie
- Die vielen Zusatzpodukte, die praktisch jeder mögliche und unmögliche Softwareanbieter anbietet, sind rein optionale Komponenten, Sharepoint ist auch so wunderbar zu nutzen.
- “Wir haben das ganz schnell installiert bekommen, da wird es auch kein großer Aufwand mehr sein, die Lösung im Unternehmen auszurollen.”
- Portal, WCMS, Workflow, Dokumentenmanagement – Alles in einem, alles out-of-the-box.
- “Wir haben es ja schon im Unternehmen, darum sollten wir es auch nutzen.”
(Reihenfolge rein zufällig, Fortsetzung folgt)
18. Januar 2008
Bingo für Time To Act!
Der heutige Gewinn geht an Time To Act mit folgender Einsendung:
“Web Content Management System mit HTTP, NSF, SAP, SQL, RDBMS Datenintegration, Content und Collaboration Modulen”
Was denken sich Softwareanbieter eigentlich bei solchen vollkommen nichtssagenden und für jeden, der sich auch nur etwas damit beschäftigt, lächerlichen, Werbeaussagen?
18. Januar 2008
Auch agorum DMS jetzt Open Source: Allheilmittel?
Die Open Source Landschaft an Dokumentenmanagementsystemen (DMS) ist erheblich kleiner, als die im Web-Content-Management-Umfeld. Gibt es bei letzterer hunderte von Systemen sind es im DMS-Bereich eher rund ein Dutzend. Entsprechend ist die Ankündigung der agorum GmbH das gleichnamige DMS nun unter die GPL zu stellen prinzipiell eine gute Nachricht.
Doch gibt es vielleicht einen Grund, warum es nur so wenige Open Source DMS gibt? Und vielleicht auch einen, warum Agorum sein Heil darin sucht, sein Produkt frei verfügbar zu machen?
Dokumentenmanagement ist nicht nur in den von den Anwendern gestellten Anforderungen komplexer als (reines) Web Content Management, sondern die Zielgruppe ist auch – da praktisch durchweg Unternehmen zur Anwenderschaft zählen – erheblich anspruchsvoller. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Einzelprogrammierer – wie im Bereich WCMS – DMS entwickeln; das Angebot entwickelt sich so sehr langsam. Zudem verfügt der Marktführer der Open Source DMS, Alfresco, nicht nur über einen Vorsprung in der Reichweite, sondern auch bei der Funktionalität. Dies ist für neue Mitbewerber schwer einzuholen.
Open Source ist zudem nur sinnvoll, wenn es gute Community gibt. Vor dieses Problem steht Alfresco (besonders in Deutschland) nach wie vor, schafft es aber langsam, dies zu lösen. Ob Anbieter wie beispielsweise Agorum eine wirklich aktive Community aufbauen können, ist sehr ungewiss.
Wenn jedoch keine/kaum Community verfügbar ist, ist Open Source Software – größtenteils – nicht mehr, als ein “Lockangebot” zur Nutzung der Beratungs- und Programmierleistungen des Softwareherstellers/Programmierers.
9. Januar 2008
WordPress besser als Tagesschau.de CMS
Im ersten Beitrag in 2008 schreibt Journalist Wulf Rohwedder im Tagesschau.de-Weblog, dass man bei Tagesschau.de “alle modernen Möglichkeiten der Kommunikation” habe, u.a. ein “Content Management System, dass seines gleichen sucht.”
Wenn aber das CMS von Tagesschau.de so gut ist, warum wird das Weblog von Tagesschau.de “nur” mit WordPress betrieben?
13. Dezember 2007
Google räumt den CMS-Markt auf?
Es geistert eine Meldung durch das Netz, nachder Google im Laufe des nächsten Jahres eine eigene CMS-Lösung (“Google Sites”) auf den Markt bringen will. Grundlage für diese Meldung ist die (wohl versehentliche) Aussage von Scott Johnston, Vice President Product Development des zu Google gehörenden Hosting-Unternehmens JotSpot, dass Google wolle im nächsten Jahr ein als “Google Sites” bezeichnetes Content Management System (CMS) vorstellen.
Die Aussage von CMS Watch, dass eine solche Entwicklung nicht wirklich ernst zu nehmen ist, kann ich derweilen jedoch nicht nachvollziehen. Google verfolgt eine relativ klare Strategie, um eine Basisinfrastruktur für Unternehmen auszubieten, wobei ganz klar zunächst kleinere Unternehmen im Fokus stehen. Diesen Unternehmen wird mir Google Apps (was es ja erst seit sehr kurzer Zeit gibt) Stück für Stück eine Umgebung geboten, die viele Ansprüche erfüllt (und von externen Anbietern leicht durch weitere Funktionen ergänzt werden kann).
Die jetzige WCM-Komponente “Google Pages” ist wohl recht rudimentär – für kleine Unternehmen aber bereits jetzt eine Alternative zu Frontpage und Co
Klar ist, dass Google mit der Lösung nicht den Markt komplett aufwühlen wird. Jedoch kann “Google Sites” eine erst zunehmende Alternative zu Open Source Lösungen und vorallem Offline-CMS sein.
4. Dezember 2007
Vorurteil: Suchmaschinenoptimierung und CMS
Damit eine Website erfolgreich wird, muss sie in den führenden Suchmaschinen zu den richtigen Begriffen möglichst weit vorne angezeigt werden. In den letzten Jahren hat sich hierzu eine eigene Branche der “Suchmaschinenoptimierer” gebildet. Die genauen Kriterien, nach denen die Suchmaschinen Websites bewerten und ihre Rankings zusammen stellen, ist nicht bekannt. Wohl hat man aber Kenntnis über einzelne Faktoren sehr wichtige Faktoren, die man entsprechend beeinflussen kann und will.
Grundlage ist in jedem Fall, dass die Suchmaschine die Website gut “lesen” kann und jede Seite auf der Website unter einer eindeutigen und sich nicht veränderten URL erreichbar ist. Wird dies nicht eingehalten, ist es Suchmaschinen praktisch unmöglich, eine Website zu ranken. Aus diesem Grund sind Konstruktionen mit Frames und I-Frames nicht mehr zeitgemäß.
Dank moderner WCMS ist es auch nicht mehr notwendig, Navigationen in Frames abzubilden, nur um sie einfacher wartbar zu machen. Diese werden heutzutage dynamisch erzeugt.
Sämtliche Vorurteile gegen Web Content Management Systeme in Bezug auf Suchmaschinenoptimierung sind hingegen veraltet. War es vor einigen Jahren noch üblich, dass WCMS sehr kryptische – teilweise sogar vollkommen dynamische - URLs erzeugen, so ist es heute Standard, dass feststehende und größtenteils sogar sprechende URLs erzeugt werden. (jdk.de ist ein gutes Beispiel hierfür)
Durch den Einsatz von WCMS lässt sich im Gegenteil eine Website erheblich besser für Suchmaschinen optimieren. Viele notwendigen Faktoren lassen sich automatisieren, was eine durchgängige und stets aktuelle Form der Suchmaschinenoptimierung möglich macht. Da moderne WCMS auch nur reines XHTML produzieren, kann eine Suchmaschine sogar praktisch nicht mehr erkennen, dass eine Website mit einem CMS gepflegt wird.
4. Dezember 2007
Der Web Content Management Markt
Es ist schwer im Markt für Web Content Management Lösungen eine Übersicht zu finden. In Kundenprojekten stehe ich so regelmäßig vor dem Problem, den Markt für den Kunden vor dem Hintergrund seiner Anforderungen transparent darzustellen. Aus so einem Kundenprojekt ist folgende Sicht auf den Markt entstanden, die sehr schön zeigt, wo die unterschiedlichen Einsatzbereiche bei Produkten wie Contenido, Typo3, RedDot, Day und anderen sind.
Die in der Grafik gezeigten Produkte sind jedoch rein beispielhaft für Produkte in diesem Segment zu sehen. Auch ist so eine Darstellung keine exakte Wissenschaft, sondern ein Hilfsmittel, um komplexe Themen etwas transparenter zu machen.

Der WCM-Markt vereinfacht dargestellt (PDF-Datei, 156kb)
Natürlich darf man nicht vergessen, dass wir über Software reden. Ein gutes Programmierteam schafft es auch, mit Contenido eine Hochlastwebsite mit 100 Redakteuren zu betreiben. Dies ist objektiv betrachtet aber nicht sinnvoll.
27. November 2007
Hypethema “Web 2.0″?
Ich spreche gerne und oft von “Web 2.0″, weil sich viele darunter konkret etwas vorstellen können – im Gegensatz zum Ausdruck “dynamischen Websites”. Aber nichts anderes ist Web 2.0 – technisch gesehen – jedoch eigentlich.
Ergo: Web 2.0 ist (technisch) nicht neu, sondern längst überall vorhanden und wird von vielen Anwendern vorausgesetzt. Selbst der größte Industriekunde will, dass Besucher Produkte kommentieren und bewerten können.
Entsprechend ist dieses ominöse “Web 2.0″ etwas, dass jeder WCMS-Softwareanbieter und seine Partner auf seiner Liste haben sollten – unter welchem Namen auch immer. Das Ganze einfach als “Hypethema” abzustempeln und dem Kunden weiterhin eher statische Seiten bauen, geht mehr als am Ziel vorbei.
Und: Wer für dynamische Inhalte Zusatzprodukte braucht, richtig programmieren muss oder zusätzliche Lizenzkosten berechnet, sollte ich auch überlegen, ob er nicht gedanklich noch im letzten Jahrtausend ist.
21. November 2007
RedDot Ablösung
Kunden von RedDot haben es derzeit nicht einfach. Im Gesamtkonzern OpenText sind sie nur ein kleines Licht – trotz dem, dass RedDot die primäre Web-Content-Management-Lösung für OpenText-Kunden sein soll. Denn die RedDot-Software ist zwar nach wie vor für kleine und mittlere Unternehmen, die eine statische Website betreiben, ein toller, einfacher Weg – schnell wächst man jedoch aus der Lösung heraus, besonders in puncto Web 2.0.
Die dazu von RedDot angebotene Lösung “LiveServer” ist – aus der praktischen Erfahrung her – für Kunden oft keine zufriedenstellende Lösung. LiveServer ist ein ganz eigenständiges Produkt, dass mit dem eigentlich RedDot-System nur wenig gemein hat. Es erfordert vollkommen anderes Know-how und Betriebsmodell – nicht zu vergessen auch erhebliche Investitionen in Lizenzkosten.
Schnell sind viele Anwender deshalb dabei, ihren eigenen “LiveServer” zu konstruieren und ihre Templates mit PHP anzureichern (was für die meist als Webserver eingesetzten Apache oder IIS wenig Probleme darstellt). Dies ist jedoch nur eine Schmerzlinderung – keine wirkliche Lösung des Problems. Auf einmal sind Website und WCMS weit voneinander entfernt – eine Kommentarfunktion könnte nicht ins Repository schreiben und man braucht auch eine zweite Redaktionsumgebung.
Da RedDot nach Aussagen ihres CEO nach wie vor klar den Mittelstand anspricht, wird RedDot hier kurz- und mittelfristig wohl auch keine Lösung anbieten. Es ist daher kaum ein Wunder, dass in der Beraterpraxis derzeit einige Kunden anklopfen und gerne zu einer Ablösung beraten werden möchten.
Diese Entwicklung ist schade – auch wenn man sich natürlich über jeden Beratungskunden freut. Das RedDot-System war sehr gut und ist immer noch nicht schlecht – hat aber leider einige Entwicklungen verschlafen. Moderne Websites lassen sich mit moderneren Systemen einfacher umsetzen – und der Mitbewerb von modernen Open Source Systemen ist leider auch nicht zu verachten.

