Alle Beiträge mit dem Tag "Anbieter"
11. April 2007
CRM und ECM in einem Boot?
Salesforce, Anbieter einer wirklich guten ASP-Lösung für Customer Relationship Management (CRM) hat Koral, Anbieter einer in Europa recht unbekannten und noch sehr jungen ECM bzw. DMS bzw. Collaborationslösung, gekauft. Schon kommen die Rufe, dass CRM ja auch nur Unternehmenscontent sei und deshalb CRM und ECM möglichst eng zusammen zu sehen sind – am besten in der selben Softwarelösung.
Bevor nun aber die großen ECM-Anbieter die Geldbörsen zücken und Angebote für CRM-Anbieter unterbreiten: Keine Hektik. CRM und ECM haben vollständig unterschiedliche Grundlagen nicht nur bei der Verwaltung der Inhalte, sondern auch darin, was “Content” überhaupt ist. In einem CRM werden traditionell hoch strukturierte Daten verarbeitet (Kontaktdaten, Listen, Datenbanken), im ECM-Bereich eher unstrukturierte Daten (Dokumente im Allgemeinen oder auch Web Content).
Es ist daher nur schwer vorzustellen, dass ein Unternehmen hochwertige Lösungen aus beiden Bereichen oder gar eine Lösung mit professionellen Funktionen in beiden Bereichen im Angebot hat. In der Praxis dürfte dies meist schief gehen, insbesondere da der Anwender Flexibilität braucht und nicht zwingend die zum passenden DMS gehörende CRM-Software auch zum Kunden passt. (Ausnahme: Kleine Unternehmen. Hier gibt es gute Suiten, die beides bieten.)
Der Deal von Salesforce ist daher aus einem anderen Grund gar nicht dumm. Salesforce sieht sich ganz absichtlich nicht als Softwareanbieter und werben sehr offensiv damit. Man bietet Services an! Genauso wird das neue “SalesForceContent” eine reine ASP-Lösung sein. Hier gibt es einen Markt, der erschlossen werden will.
10. April 2007
Kommunikation mit der Software
Wenn das Thema zu Workflows geht oder andere Funktionen beschrieben werden, wo der Benutzer vom System benachrichtigt werden muss/sollte, kommt immer sofort die E-Mail ins Spiel. “Dann erhält der Benutzer eine E-Mail und kann das Dokument prüfen.”, heißt es oft von Anbieterseite. In kleinen Umgebungen mit technisch nicht ganz ambitionierten Mitarbeitern mag das sinnvoll sein, meist scheitert dies in der Praxis jedoch an der tatsächlichen Hanhabbarkeit.
- E-Mails werden nicht als wichtig gesehen, zunächst ignoriert und dann vergessen. Die Vorgänge dazu auch.
- Der/die Freigabeverantwortliche/n werden mit Mails überschüttet und haben keinen Überblick mehr.
- Die E-Mails werden vom Spamfilter erfasst.
- Der Mitarbeiter liest seine Mails nicht.
- usw.
Dabei gibt es genug Möglichkeiten, den Benutzer (zusätzlich) effektiver zu informieren. Ein optimales Beispiel wäre wohl ein RSS-Feed mit den aktuellen Statusinformationen. Einige Vorteile:
- Der Anwender bekommt immer aktuelle und vollständige Informationen.
- Die Informationen können wahlweise im Feedreader, Browser, Portal oder ähnlichen Anwendungen erhalten werden.
- Der RSS-Feed kann vom Anwender oder anderen internen Systemen vielfältig verarbeitet werden.
- Jeder Abruf eines Feeds benötigt die Zugangsdaten des Benutzers – damit wird die Datensicherheit signifikant erhöht und keine unkontrollierbaren Informationen verteilt.
Leider unterstützen derzeit noch nicht viele Systeme RSS-Feeds im Standard. Da die technische Umsetzung aber eher unspektakulär ist, sollte dies schnell umzusetzen sein – und jeder seriöse Anbieter wird dies (wenn nicht schon geschehen) zeitnah im Lieferumfang haben.
4. April 2007
Hersteller-”Seminare”
Immer wieder veranstalten Softwarehersteller auch allgemeine (also nicht produktbezogene) Seminare und Fortbildungen – oft zu gar nicht uninteressanten Themen und zu sehr attraktiven Preisen. Die erste Ernüchterung kommt oft nach Ansicht der Agenda: Sprecher aus dem Unternehmen und von bekannten “Freunden” sind an der Tagesordnung. Meistens stellt sich eine solche Veranstaltung dann als Werbeveranstaltung heraus. Nicht unbedingt im Stil einer Kaffeefahrt, aber schon mit dem klaren Ziel Kunden zu gewinnen und nicht unabhängige Fachinformationen zu vermitteln.
Um in einem Thema einen Einstieg zu finden, ist ein solches Seminar vielleicht ein Weg – Weiterbildunen und Grundlagen für Entscheidungen müssen aber erheblich anders aussehen.
Immer daran denken: Softwareanbieter sollen Software anbieten.
27. März 2007
Zwischen 25.000 und 300.000 Euro
Bei der Analyse von Angeboten wundert man sich schon öfter. Da wird die gleiche Anforderungsdefinition an fünf Anbieter geschickt – und zurück kommen Angebote mit drei bis 50 Seiten, in denen das Projekt einmal mit 25.000 Euro, mal mit 65.000 Euro und mal mit 300.000 Euro (ohne Lizenzkosten!) angeboten wird.
Zu Einen lernen wir daraus, dass die Anforderungsdefinition nicht gut war (dieser hat der Kunde in Eigenregie erstellt). Sie ließ augenscheinlich viel zu viel Platz für Interpretationen des wirklichen Funktionsumfangs. Wenn man jedoch betrachtet, dass es bei dem Angebot eigentlich “nur” um eine Website ging, hätte ein erfahrener Anbieter auch gut einen realistischen Wert schätzen können.
Zum Anderen lernen wir aber, dass einige Anbieter vor Selbstbewusstsein strotzen – und andere sehr unsicher sind. Um bei dem Projekt auf Anpassungsaufwände im Wert von 300.000 Euro zu kommen, muss man einen unglaublichen Risikozuschlag einrechnen. Sieht man dann noch, dass die neue, vollkommen runderneuerte Version der Software gerade erst auf den markt gekommen ist, heißt es eigentlich “Finger weg!”. Der Anbieter hat sein Produkt überhaupt nicht im Griff und kann überhaupt nicht abschätzen, was das wird.
Der 25.000 Euro Anbieter scheint jedoch darauf zu kalkulieren, dass er am Ende doch eine erheblich größere Rechnung schreiben kann – auch kein gutes Geschäftsgebaren.
Aber: Am Ende muss immer alles eine Einzelfallentscheidung sein, basierend auf dem Angebot, den tatsächlichen Leistungen des Produkts und dem zwischenmenschlichen Miteinander.
15. Februar 2007
WCM-Lösung für Windows Media Center in Windows Vista (Update)
Axinom, Anbieter von ECM-Lösung auf Basis von Dot.NET-Technologie, will zur CeBIT 2007 die neueste Version seines kostenfreien WCMS AxCMS.net vorstellen. Die Version 7.0 soll unter anderem die Publikation von Inhalten in Windows Vista ermöglichen, wodurch beispielweise Mediendaten in das Windows Media Center in Windows Vista eingebunden werden können.
Basierend auf dem neuen Microsoft .NET 3.0 Framework soll sich das System durch geringen Implementierungsaufwand und einfache Erweiterbarkeit aus. Das AxCMS.net wird nach Angaben des Herstellers von Unternehmen wie Microsoft, Siemens oder der Scout24-Gruppe weltweit in mehr als 3.500 Installationen eingesetzt.
Update:
Axinom findet sich in Halle 3 auf Stand E03.
9. Januar 2007
Kein Typo3-Hasser!
Hallo zusammen,
durch Zufall habe ich diesen Thread hier gefunden. Also mal dazu:
- Ich bin kein Typo3-Hasser. Ich halte es nur nicht für zielführend, Typo3 als die Beste Lösung im Markt zu propagieren und alles andere zu bashen – wie es die Community leider oft tut. Typo3 ist ein tolles Framework für Webentwicklung – von professionellem Web Content Management insbesondere aufgrund des recht rudimentären Redaktionssystems und suboptimalen Templating jedoch weit entfernt.
- Ich vertreibe keinerlei WCM-Produkte, habe keiner Partnerschaften mit Anbietern und partizipiere nicht an Umsätzen, die durch Empfehlungen von Systemen an meine Kunden generiert werden. Dass im E-Commerce-Magazin iSite einen Artikel gegen Typo3 veröffentlichen darf, spricht natürlich Worte. Aber genau so ein Nonsense ist auch der Grund, warum ich bei meinen Publikationen (Content Management Magazin) keine Beiträge von Anbietern mehr veröffentliche.
- Über mich kann man natürlich denken, was man möchte. Ich verbreite meine Meinung nicht mit dem Ziel, Typo3 zu schaden, sondern Anwendern zu helfen, die richtige Lösung zu finden. Es wird leider viel zu oft keine Arbeit in Anforderungsanalyse und Systemauswahl investiert, sondern – auch aufgrund des aggressiven Marketings von Teilen der Community – Typo3 genommen, “weil es das ja wohl alles kann”. Leider funktioniert es so nicht, da die Anforderungen an Web Content Management viel zu komplex sind. Dadurch scheitern viele Typo3-Projekte und – viel schlimmer – viele Anwender projizieren dies generell auf die “Technologie” des “Web Content Managements”. Die Community würde sich selbst gut tun, wenn sie hier etwas realistischer an das Thema heran gehen würde.
- Ich freue mich immer über konstruktive Kommentare. Sollten meine Darstellungen Fehler enthalten, freue ich mich auf Feedback!
Viele Grüße und ein schönen Abend noch,
Jörg Dennis Krüger
14. November 2006
Armer Mensch… (oder: Warum die WCM-Auswahl wirklich schwierig ist!)
90% der Anforderungen in WCM-Projekten werden von min. 80% der verfügbaren WCM-Lösungen “out-of-the-box” erfüllt. Diese Erfahrung macht man immer wieder, wenn anhand von oberflächlichen Kriterienkatalogen Systeme ausgewählt werden sollen.
Auf Contentmanager.de fragte vor wenigen Tagen ein Herr Manfred Mensch nach einem WCMS für einen Verband. Als einziges Kriterium zur Auswahl gab er an:
“Sehr wichtig ist ein System, dass uns höchste Sicherheit bietet. Typo3 kommt z.B. nicht in die engere Wahl, weil Dokumente hier direkt über die URL erreicht werden können. Soetwas darf natürlich nicht sein.”
Diese Situation ist so vielerorts zu finden! Aufgrund der großen Verbreitung von funktional oft unprofessionellen Open Source Systemen, werden Funktionen, die für kommerzielle Anbieter zum “Butter- und Brot-Geschäft” gehören, als entscheidungstragende Kriterien definiert.
Entsprechend ist auch die Qualität der Antworten im Forum außerordentlich schlecht, da der Reihe nach Anbieter verschiedenster Lösung erklären, dass sie diese geforderte Funktion natürlich erfüllen, wobei es nur wenig verwundert, dass dies als Begründung oft gleich dafür genutzt wird, das System als optimale Lösung für das Gesamtprojekt zu empfehlen.
“Haben Sie schon mal über Zope / Plone nachgedacht?”
“[...]wir haben schon diverse Projekte für Verbände mit genau diesen Anforderungen durchgeführt.”
“Insbesondere in Punkto Zugriffsrechte und Benutzerverwaltung kann alles bis hinunter auf Dokumentenebene geschützt werden.”
“[...]für das Verbandsmanagement eine Vielzahl von Möglichkeiten.”
“[...]die von Ihnen angesprochene Anforderung ist direkt in [...] integriert und steht nach der Installation zur Verfügung.”
“Eventuell können Sie ja auch ein herstellerbasiertes und gleichzeitig lizenzkostenfreies CMS in Ihre engere Wahl nehmen.”
Das Ergebnis daraus: Die professionelle Auswahl von WCMS ist anspruchsvoll, da nicht anhand von oberflächlichen Kriterien entschieden werden. Vielmehr ist eine Betrachtung der wirklich entscheidenden Anforderungen an Prozesse und Funktion notwendig, um aus der Vielzahl von Systemen wirklich eine fundierte Auswahl zu treffen. Neben den “Hardfacts” sollten dabei auch – in einer zweiten Phase – “weiche” Faktoren, wie das vorgefundene Branchenwissen, Sympathie und beispielsweise die Bestandssicherheit der Lösung im Markt.
9. November 2006
Wechselstimmung!
Derzeit kommen verstärkt zwei Komponenten zusammen, die vielen (vorallem WCM-) Anbietern noch schlaflose Nächte bereiten werden: 1.) Anwender wollen nicht noch länger mit “Schmerzen” durch ihre derzeitige Lösung leben und 2.) finanzielle Mittel für CMS-Projekte sind (wieder) vorhanden.
Das Ergebnis: Verstärkt wird derzeit in IT-Abteilungen landauf landab über die Ablösung der bestehenden Systeme diskutiert. Wurde in der Vergangenheit viel in die Fehlerbereinigung bestehender Systeme investiert, wird nun ein Strich gezogen und lieber migriert, statt dauerhaft mit problembehafteten Lösungen zu arbeiten.
Hier vollzieht sich ein Wechsel, weg von älteren, in sich geschlossenen Systemen auf alten Technologien, hin zu modernen Anwendungen auf offenen Standards. Zudem sind die Anwender viel sensibler in puncto Auswahlkritierien (oft inkl. Lasttest und ausgiebigen Protoypen) und die Qualitäten des Softwareanbieters. Anbieter, die keine gute Weiterentwicklung der Lösungen zeigen oder eben keine “echten” Softwareanbieter sind, haben es zunehmend schwerer.
31. Oktober 2006
Technische Probleme häufen sich
Die Herausforderungen bei der Einführung von ECM-Umgebungen liegen der Erfahrung nach vorallem in der Klärung von strategischen Fragen und Ansätzen: Welche Contents, Mitarbeiter, Prozesse etc. müssen berücksichtigt und integriert werden? Wie kann eine gute Akzeptanz erreicht werden? Und natürlich: Welcher Anbieter paßt zu diesen Anforderungen?
In jüngster Vergangenheit häufen sich jedoch – subjektiv – die Projekte, bei denen es handfeste technische Probleme gibt: schlechte Performance, häufige Abstürze und große Probleme bei der Integration von anderen Systemen tauchen auf einmal wieder massiv auf, wobei vieles hiervon aufgrund der günstigen Verfügbarkeit von Rechenzeit und umfangreicher Hardware und da man davon ausging, dass die Lösungen einen gewissen Entwicklungsstand erreicht haben, als “Probleme der Vergangenheit” betrachtet wurde.
Aufgrund der – vorallem in letzter Zeit – gesteigerten Anforderungen bei den Anwendern, die Stück für Stück nicht nur an das “Marketingthema ECM” glauben, sondern Enterprise Content Management als Unternehmensstrategie verstanden haben und diese umsetzen wollen, kommen viele Anbieter eins Schleudern. Dies betrifft neben den klassischen WCM-Anbietern zunehmend auch klassische DMS-Anbieter, die mit den gehobenen Anforderungen an Integrationsfähigkeit und Performance nicht mithalten können.
Eine größere Aufgabe in jedem Projekt als bisher wird es daher zukünftig (wieder) sein, aufgrund von Prototypen und intensiveren Analysen genau hier Sicherheit zu gewinnen. Vollkommen aus dem Rennen sind damit auch Softwareanbieter, die sich nicht vollständig auf Ihre Rolle als solcher konzentrieren, da hier das Risiko für das Scheitern eines Projekts erheblich steigt.
26. Oktober 2006
Werbung im CMMAG
Bevor ich eine große Telefonaktion starte oder viele E-Mails verschicke, hier eine Information an alle Anbieter von Software, Hardware und Beratungsleistungen im Bereich Enterprise Content Management:
Für die nächsten beiden Ausgaben CMMAG/ECM-Report und Content Management Magazin werden jeweils maximal drei Sponsoren gesucht. (Die Ausgabe “Enterprise Search” ist bereits voll vergeben.) Das Engagement kostet deutlich unter 2.000 Euro und bietet neben der Möglichkeit einer ausgewählten Zielgruppe Informationen zu liefern auch die Erwähnung mit Logo und Link und die Chance Kontakte zu generieren.
Mediadaten und weitere Informationen gibt es auf Anfrage gerne bei mir.


