Alle Beiträge mit dem Tag "Anbieter"
7. Dezember 2007
Neue Rubrik auf jdk.de: Anbietersichten
Warum soll auf jdk.de immer nur die Redaktion schreiben? In der neuen Rubrik “Anbietersichten” kommen die Anbieter – Dienstleister und Softwarehersteller – zu Wort. Den Beginn macht Perpetuum Mobile mit einem Beitrag zum Thema “Open Source CMS”.
Bei Interesse kann jeder Anbieter hier kostenfrei einen Artikel veröffentlichen – die Redaktion behält sich eine Selektion jedoch vor. Einfach eine Mail an hkozilek@cara-europe.de schreiben und am besten den Text gleich mitsenden.
27. November 2007
Hypethema “Web 2.0″?
Ich spreche gerne und oft von “Web 2.0″, weil sich viele darunter konkret etwas vorstellen können – im Gegensatz zum Ausdruck “dynamischen Websites”. Aber nichts anderes ist Web 2.0 – technisch gesehen – jedoch eigentlich.
Ergo: Web 2.0 ist (technisch) nicht neu, sondern längst überall vorhanden und wird von vielen Anwendern vorausgesetzt. Selbst der größte Industriekunde will, dass Besucher Produkte kommentieren und bewerten können.
Entsprechend ist dieses ominöse “Web 2.0″ etwas, dass jeder WCMS-Softwareanbieter und seine Partner auf seiner Liste haben sollten – unter welchem Namen auch immer. Das Ganze einfach als “Hypethema” abzustempeln und dem Kunden weiterhin eher statische Seiten bauen, geht mehr als am Ziel vorbei.
Und: Wer für dynamische Inhalte Zusatzprodukte braucht, richtig programmieren muss oder zusätzliche Lizenzkosten berechnet, sollte ich auch überlegen, ob er nicht gedanklich noch im letzten Jahrtausend ist.
27. November 2007
Meinungen…
Meinungen helfen die Welt zu verstehen. Es gibt zu jedem Thema mindestens zwei Seiten und es ist hilfreich beide Meinungen zu kennen. Ich schreibe im ECM-Blog meine Meinung – egal, wem diese gefällt oder nicht. Man muss sie auch nicht glauben – ich habe es jedoch nicht nötig, hier irgendwelche unwahren Behauptungen aufzustellen. Sämtliche meiner Meinungen belege ich jedem*) gerne mit Fakten.
Im Softwarebereich gibt es als erste Meinung meist die Meinung des Herstellers und seiner Partner – auf der anderen Seite stehen Analysten und Berater wie ich. Teilweise ist man einer Meinung, manchmal nicht. Besonders, wenn einmal kritische Aussagen gegen einen Softwareanbieter kommen, wird oft schnell mit der Untermauerung der Marketingaussagen zurück geschossen. Wem bringt dies etwas? Auch der Verweis auf Referenzkunden ist ein zahnloser Tiger, denn natürlich hat jeder Softwareanbieter zufriedene Kunden – die unzufriedenen äußern sich meist nicht (öffentlich).
Ich berate ausschließlich unabhängig, habe keinerlei Provisionsabsprachen und verkaufe keine Software. Meinungen, Konzepte und Analysen sind das, was den Kunden von Cara Europe ihr Geld wert ist.
*) Ich bitte um Entschuldigung, dass ich dies kostenfrei im Blog natürlich nicht tuen kann. Im Rahmen einer Studie oder eines Projektes geschieht dies jedoch regelmäßig.
24. Oktober 2007
Ein Handbuch voller Werbung? [Updated]
Documanager.de hat heute ein “Dokumenten Management-Praxishandbuch” angekündigt. Die Inhalte sind – nach Angaben von Documanager.de – vollkommen von Anbietern gestaltet und besteht wohl vollständig aus von Anbietern getriebenen Casestudies.
Ich bezweifele, dass es sinnvoll ist, für den Bezug von soetwas seine E-Mail-Adresse herzugeben.
1. September 2007
Dünnes Lastenheft oder einfach Inkompetenz?
Die Findung eines passenden Softwareprodukts ist nicht einfach – insbesondere aufgrund der Vielzahl der Anbieter und der großen Unterschiede der Software. Aus diesem Grund wird oft in einem zweistufigen Vorgehen zunächst eine Longlist gebildet (8-10 Anbieter) und diese auf eine Shortlist von 2-3 Anbieter herunter gebrochen.
Die Auswahl der Longlist erfolgt meist auf Basis von Erfahrungen, bestehenden Kontakten und den grundlegenden Rahmenanforderungen an einen Anbieter (regionale Verfügbarkeit, unterstützte Systemplattformen etc.)
Vielmehr soll als Antwort auf ein Lastenheft ausführlich aufgezeigt werden, wie die gezeigten Anforderungen mit dem eigenen Produkt erfüllt werden können. So kann der zukünftige Kunde sehen, mit welchem Produkt die Anforderungen wohl am Besten erfüllen kann. Ein unverbindliches Angebot kann, wo möglich, die Antwort auf ein Lastenheft abrunden.
Mit den zwei bis drei Anbietern, die hier überzeugen, kann in nähere Gespräche gegangen werden. Wer in dieser Phase nur wenig zeigt, wird schnell von dem Projekt ausgeschlossen.
Wie im Anschluss an die Auswahl einer Software die genaue Umsetzung stattfindet, muss zusammen mit dem auf dieser Basis ausgewählten Anbieter entschieden werden – und erst dann kann auch ein verbindliches Wertangebot abgegeben werden.
Diese Situation ist für einige Anbieter wohl nicht leicht. Die verantwortlichen Mitarbeiter können die Lastenheftphase nicht zuordnen und beschweren sich dauerhaft und lautstark, dass man auf “sowas” ja wohl kein Angebot abgeben kann – einfach, weil man keine Ahnung hat. Sie scheuen sich davor, konkret auf die Anforderungen des potenziellen Kunden einzugehen und Vorschläge zur Realisierung der Anforderungen mit ihrem Produkt zu machen.
Solche umfangreichen Lastenheftphasen werden meist nur in Projekten gemacht, wo es um große Investitionen geht – es ist daher doppelt nicht zu verstehen, warum manche Anbieter hier leichtfertig ihre Chance verspielen, im Projekt genauere Beachtung zu finden und sich durch ihr Verhalten meist auch die Chance nehmen, zukünftig wieder betrachtet zu werden.
27. Juni 2007
CEOs in Reihenschaltung
Ein Kleinod habe ich nach Hinweis eines Lesers entdeckt. Auf der CeBIT fand dieses Jahr erstmalig die “Content Management Arena” statt und lud u.a. zu einer Podiumsdiskussion. Hier trafen sich sechs Oberhäupter von WCM-Anbietern und der Integrationspartner eines Open Source Systems, um die aktuelle Lage zu besprechen.
Hier merkt man ganz deutlich, warum man in CMS-Projekten jemanden braucht, der sich wirklich auskennt. Marketing-Aussagen der Hersteller sind intransparent, oft zumindest fahrlässig falsch und somit einfach wertlos. Leider bekommt der zukünftige Kunde aber oft nur Kontakt zu marketingafinen Mitarbeitern.
Dies soll nicht heißen, dass alle Aussagen dieser Gesprächsrunde Unsinn sind – einige richtige Gedanken sind auch dabei. Man merkt aber an allen Ecken, dass die Teilnehmer weder vom Markt noch der insgesamt im Markt verfügbaren Technologie Ahnung haben und sich nur auf die eigene Software konzentrieren.
Der schlechte Flashplayer macht es zudem nicht besser – hier muss KongressMedia unbedingt nachbessern! Und am besten sollte man die Messebesucher zukünftig nicht mit sowas langweilen…
27. Juni 2007
Mal wieder Schleichwerbung… Oder?
Ich bin ein großer Freund davon, wenn Software getestet und umfangreich vorgestellt wird. Deshalb finde ich es sehr schade, dass es auf jdk.de derzeit noch keine Softwareübersicht, -analysen, -tests oder Sonstiges in der Richtung gibt. Die Erstellung solcher Tests ist relativ aufwendig, man muss ja schonmal ordentlich in die Software reingucken, will nichts vergessen, sich aber auch nicht als Werbemaschine des Herstellers instrumentalisieren lassen.
Contentmanager.de macht wohl (mal wieder) genau das Gegenteil. Unter der Überschrift “Systemvorstellung” wird im “Magazin-Bereich” der Website ein System vorgestellt… wie gesagt: prinzipiell eine tolle Sache. Aber: Was bringt so ein Beitrag, wenn er komplett vom Hersteller geschrieben wurde? Der werbliche Charakter wird auch dadurch unterstrichen, dass einzelne Schlagwörter schön gefettet sind. Okay, man hat auch einen Absatz “Nachteile” in den Artikel eingefügt – der ist aber wirklich absolut sinnfrei (“Aufgrund seiner Leistungsfähigkeit und des Funktionsumfangs ist AxCMS.net für Privatanwender und kleinere Unternehmen schwierig zu handeln.”).
Für mich ist das Schleichwerbung. Ob die Gegenleistung an das Portal nun in Euros bestand oder in anderen Nettigkeiten – im Sinne der Leser ist ein solcher Werbebeitrag nicht.
PS: Die vorgestellte Software ist nicht schlecht und hat es eigentlich überhaupt nicht nötig, sich so darzustellen. Vielleicht sollte da auch intern mal nachgedacht werden, ob das so sinnvoll ist.
31. Mai 2007
XML statt HTML!
Aus dem Gespräch mit einem WCM-Anbieter (sinngemäß):
“Wir sind da viel weiter als unser Mitbewerb. Wir speichern Content nicht als HTML, sondern als XML.”
13. April 2007
Viele Gedanken zur Zukunft von Enterprise Content Management
Schon bevor ECM wirklich in den Unternehmen angekommen ist, machen sich einige in der Branche Gedanken, wie sich das Thema denn zukünftig entwickeln wird. Allen voran prescht John Newston, Gründer von Alfresco, und stellt in seinem Blog einige Prognosen zur Diskussion, die insbesondere darauf hinaus laufen, dass Alfresco den Markt ordentlich durchrütteln und als “letzter unahhängiger ECM-Anbieter” dominieren wird, da alle anderen Anbieter sich in “Nischen zurückziehen werden”.
Alfresco ist eine gute Software und wenn John von seiner Software nicht begeistert wäre, wäre er am falschen Platz. Die Realität sieht – zumindest für Europa – jedoch etwas anders aus.
Um überhaupt eine Prognose für die Zukunft abgeben zu können, ist es wichtig, sich Gedanken dazu zu machen, was ECM eigentlich ist. ECM ist nicht mehr und nicht weniger als ein integriertes Konzept zur Verwaltung von Informationen im Unternehmen. Die Betonung liegt hier auf Konzept! Kein Anbieter feiert damit Erfolge, eine “ECM Suite” an den Kunden zu bringen. Auch Alfresco scheitert an den gleichen Problemen, wie die “klassischen” Anbieter: Wenn man viele Funktionen anbietet, sinkt die Qualität der einzelen Funktion.
Es ist in einem relativ ungewissen Markt – wenn auch mit großen Ambitionen – zudem relativ unwahrscheinlich, dass ein wirklich großes “Gekaufe” entsteht. Wir werden noch einige bedeutende Übernahmen sehen – wir werden jedoch auch sehen, dass sich in breites Portfolio an Anbietern etablieren wird. Die Anforderungen der Anwenderunternehmen im Bereich “Enterprise Content Management” (Was ein riesiger Themenkomplex ist!) sind jeweils zu unterschiedlich, als dass ein sehr kleine Zahl von Anbietern den Markt dominieren könnten. Für bestimmte Nischen mag dies geschehen, integrierte Lösungen haben jedoch hier kein Potenzial. Wer will schon durch die Auswahl eines passenden DMS zwangsweise an ein bestimmtes WCMS gebunden sein?
11. April 2007
8 von 10 Softwareanbietern nutzen ihre eigene Software nicht
“Unsere Software selbst einsetzen? Wir wollen doch überleben!” – So oder so ähnlich muss es sich teilweise in den Chefetagen der großen Anbieter von Enterprise Content Management Software anhören, wenn es darum geht, doch einfach mal die eigenen Produkte einzusetzen. Oft ist dies ja nur eine reine Vermutung und die Anbieter wehren sich stark dagegen – schließlich sei ja die eigene Software das beste, was man finden kann.
Einen wunderschönen Weg, herauszufinden, wie Anbieter ihre eigenen Produkte einsetzen fand die Butler Group im Rahmen der neuen Studie “Document Collaboration”. Die in der Studie berücksichtigten Produkte sind:
- Adobe: Acrobat 8, Acrobat Connect
- EMC: eRoom
- IBM: Notes/Domino, Workplace, Lotus Quickplace
- Microsoft: Sharepoint Services 3.0, Sharepoint Server 2007, Groove
- OpenText: LiveLink Document Collaboration, OpenText (Hummingbird) eDocs Collaboration
- Oracle: Collaboration Suite, Content DB, Records DB
- Stellent: Collaboration Management
- Vignette: Vignette Collaboration
Man bat nun jeden Anbieter, seine eigene Software zu nutzen, um mit Butler zusammen, die Studie zu erstellen und abzustimmen. Richard Edwards, einer der Autoren der Studie, erklärte Tim Barker von Koral das erschreckende Ergebnis: Acht dieser zehn Anbietern waren nicht im Stande dies mit ihren eigenen Produkten durchzuführen und nutzen lieber E-Mails.
Offen bleibt zwar, bei welchen beiden Produkten der Einsatz tatsächlich stattfand, es ist jedoch klar, dass die Softwareanbieter oft Dinge verkaufen, die sie selbst nicht einsetzen (können). Das mag an fehlendem Know-how oder schlechten Produkten liegen. In jedem Fall wirft es kein gutes Licht auf die Branche.
Um die Frage “Is this just me that is shocked by this statistic?” von Tim Barker in seinem Blog zu beantworten: “No, I wasn’t really shocked. Many vendors have no idea what exactly they are selling – that is easy to see. But I am astonished how many it are…”.
