10. Juni 2008
Interlogics Hack
Wie heise.de schon vor ein paar Tagen meldete, sind in den letzten Wochen massiv Websites gehackt worden, in dem bösartiges JavaScript mittels SQL-Injection Schadcode in für diesen Fehler anfällige Websites eingeschleust hat. (Einzelheiten zum Hack bei heise.de) Das Problem betraf überproportional Websites von Städten, Ländern und Gemeinden, da dort – insbesondere bei kleineren – nicht selten das u.a. bei diesem Hack betroffene WCMS aus dem Hause InterLogics eingesetzt wird.
heise.de mutmaßt in dem Newsbeitrag, dass Interlogics “das Problem selbst nicht im Griff” hat, da u.a. auch die Website des Herstellers selbst betroffen war. Heute traf auf meine Rückfrage hin eine Stellungnahme des Geschäftsführers von InterLogics, Khalid Nadeem Arif, bei mir ein. Dieser schreibt:
” Wir haben unsere Kunden am 19.04.08 über dieses Problem informiert. Betroffen waren und sind die Kunden die eine ältere CMS Version im Einsatz haben und keinen Wartungsvertrag besitzen. InterLogics Kunden die einen Wartungsvertrag besitzen und demzufolge auch immer die aktuelle Version im Einsatz haben sind davon nicht betroffen.”
Diese Darstellung von Herrn Nadeem Arif ist nachvollziehbar – wenn auch nicht vollständig, da ja auch die Website von Interlogics selbst betroffen war. Auch dies begründet Herr Nadeem Arif in seiner E-Mail und zeigt damit, dass man die eigene Website tatsächlich nicht vollständig im Griff hatte:
“Was unsere eigene Website betrifft, ist es leider richtig, daß wir es vernachlässigt haben upzudaten und waren auch von diesen Attacken betroffen.”
Peinlich ist dies allemal, besonders weil man dadurch selbst der Verbreitung eines Trojaners oder Virus unter der eigenen Kundschaft beigetragen hat und damit auch gegenüber dieser nicht besonders gut dastand. Generell sollte es jedem Websitebetreiber klar sein, dass es existenziell notwendig ist, (nach eingehenden Tests) jeweils die aktuelle Version der eingesetzten Software zu verwenden, da immer neue Sicherheitslöcher – auch in alten Versionen – aufgetan und dann leider auch ausgenutzt werden. Bei neuerer Software ist es generell unwahrscheinlicher, dass bereits Löcher gefunden wurden und diese ausgenutzt werden können.
9. Juni 2008
Was will der Besucher?
Der Shopblogger hat heute im Rahmen seiner unregelmäßigen Linkschau das Interesse der Besucher auf ein Bild gerichtet, dass ein offensichtlich unsinniges Angebot eines Supermarktes zeigt. Unabhängig davon, ob es diese Preisauszeichnung tatsächlich gab oder nur ein Spaß für das Internet ist, sollte man nicht vorschnell entscheiden, wenn es darum geht, welches der Angebote – insbesondere wenn sie nicht gleichzeitig dargestellt werden – den größten Umsatz erzielt.
Viel mehr als vom Preis ist der Erfolg des Angebots abhängig von Platzierung, Präsentation und den Erwartungen der potenziellen Kundschaft in Bezug darauf. So kann es gut sein, dass das günstigste Angebot in einem eher auf hochwertige Produkte spezialisierten Umfeld, nur kritisch aufgenommen und der “Haken an der Sache” gesucht wird. Gleiches gilt vielleicht für ein teureres Angebot beim Discounter.
Um dies nun auf das Thema dieses Weblogs zu übertragen, muss man sich selbst die Frage stellen, ob man die Besucher seiner Webseite überhaupt kennt. Wer weiß genau, mit welchem der drei Angebote er seine Zielgruppe optimal anspricht? Genau diese Frage wird bei Aufbau und Konzeption von Webseiten und Produktpräsentationen im Web viel zu wenig beachtet. Und selbst wenn sich dazu Gedanken gemacht werden, kann niemand exakt voraussagen, welches Angebot wie am Besten funktioniert.
Hier setzen, in den USA längst bekannte und in Europa noch etwas stiefmütterlich behandelte, Konzept wie das A/B-Testing von Websites an. Oft kommt man damit zu beeindruckenden Ergebnissen und schafft endlich Ruhe bei den langen und immer wieder aufflammenden Diskussionen zwischen Vertriebs- und Marketingexperten, was denn nun der beste Ansatz wäre. Nicht raten, sondern testen sollte viel öfter das Motto sein.
Auch auf jdk.de läuft der ein oder andere Test – mit interessanten Ergebnissen, die dazu beitragen, dass jdk.de noch weiter optimiert wird.
6. Juni 2008
Erfolgsfaktoren für Enterprise 2.0
Diesen Monat findet sich auf jdk.de ein Themenspecial zum Thema Enterprise 2.0. Neben den Grundlagen, der Abgrenzung zu Web2.0 und vielen anderen wissenswerten Dingen zum Thema, finden sich dort einige lesenswerte Regeln von Jochen Günther, Projektleiter im Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) für den Erfolg von Enterprise 2.0:
Jochen Günther, Projektleiter im Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) fasste diese Regeln auf Grundlage jahrelanger Zusammenarbeit mit Kunden aus Politik, Wissenschaft und Industrie wie folgt zusammen:
- Beteiligung der Mitarbeiter
- konkrete Anreize
- Kritische Masse“ von Informationen und Teilnehmern
- persönliche Reputation
- Mut zur Offenheit besteht
- Spezifizierung und Weiterentwicklung
- schnell verständliche und leicht lernbare Oberfläche
Die Regeln und Erfahrungen von Herrn Günther scheinen teilweise fast banal, wiederholen sie doch teilweise nur, was wir alle längst wissen. Ich finde es jedoch sehr wichtig, sich auch die einfachen Dinge in jedem Projekt erneut ins Gedächtnis zu rufen und ausdrücklich darauf zu achten.
Natürlich liegt der Mehrwert im Detail, darum ist ein Blick auf die ausführlichen Aussagen von Herrn Günther bestimmt keine verschwendete Zeit.
27. Mai 2008
WCM zu sehr in der IT verankert?
Das Thema Web Content Management hängt oft an zwei primären Säulen im Unternehmen. Zum Einen ist dies Marketing, zum anderen die IT. Beide haben vollkommen unterschiedliche Ansätze wie mit dem System gearbeitet wird und für was es eigentlich angeschafft wurde. Eine moderne Unternehmenswebsite hat jedoch primär Ziele, die mit dem Marketing verknüpft sind: Produkte und Leistungen sollen präsentiert, Besucher informiert und diese ggf. zu einem Kunden konvertiert werden. Das WCMS ist hierbei mehr als nur ein Werkzeug zur Erzeugung von Webinhalten in möglichst eng gesteckten Grenzen: es ist ein kreatives Element, mit dem Marketingaktionen umgesetzt werden.
Dies läuft dem IT-orientierten Bild von WCM zuwider. Aus IT-Sicht dient ein WCMS insbesondere dazu, Regeln für die Bearbeitung der Website vorzugeben und gleichzeitig die Redaktionsarbeit innerhalb dieser engen Regeln aus der IT auszulagern.
Das Internet wird jedoch nun auch selbst von traditionellen und konservativen Unternehmen immer moderner genutzt. Selbst Versicherungen und Banken setzen zunehmend auf dynamischere Websites, tagesaktuelle Werbekampagnen und eine individuelle Kundenansprache. Doch passt dies zur bisherigen Art, wie WCM-Systeme genutzt werden? Nicht wenige Unternehmen stehen nicht erst bei Themen wie “Web 2.0″ vor großen Problemen, sondern schon, wenn kurzfristig Inhalte ausgetauscht oder Layouts verändert werden sollen.
Natürlich dient das WCMS nach wie vor zur Sicherstellung der Einhaltung des Corporate Designs. Jedoch muss dies dem Marketing nicht aufgezwungen werden, weil es zu seinen Aufgaben gehört die Einhaltung zu berücksichtigen und ggf. auch einmal daraus auszubrechen.
Nun kommt es dazu, dass die Marketingabteilung mit dem eher technisch ortientierten und insbesondere von IT kontrollierten Ansatz von WCMS nicht zu frieden ist, da die Ziele des Marketings nicht effektiv umgesetzt werden können. Dies resultiert in vielfältigen Dingen, beispielsweise zu unabhängigen Microsites aufBasis von Flash, “Kampagnenwebsites” die vollkommen von der IT getrennt geplant, gestaltet und betrieben werden oder der “Umnutzung” von Tools wie Banner-Serving-Systemen u.ä. zur Auslieferung von dynamischen Inhalten. Im schlimmsten Fall werden hierfür sogar “privat” Domains und Webspace angemietet (oder dies Agenturen überlassen).
Dies ist gefährlich, führt es doch dazu, dass eine Parallelwelt aufgebaut wird, die schwer zu kontrollieren ist, große Kosten erzeugt und oft in keiner Weise die definierten Anforderungen an Ausfallsicherheit, Backup, Datenschutz und Ähnlichem erfüllt.
Eines der zukünftigen Ziele des Einsatzes von Web Content Management Systemen muss deshalb – neben den bisherigen – auch eine große Flexibilität und die Möglichkeit der Umsetzung auch kurzfristiger Wünsche der Marketingabteilung sein. Die IT wird hierbei immer mehr zum Dienstleister und Marketing muss mehr Verantwortung übernehmen. Dies funktioniert – wahrscheinlich – nicht mehr rein technisch, sondern organisatorische Konzepte gewinnen zusätzlich an Bedeutung.
26. Mai 2008
Dieses Blog ist nicht erpressbar
Liebe ECM/CMS/DMS-Anbieter,
jdk.de ist das führende Portal für ECM in Deutschland (gemessen an der Zahl der Seitenabrufe, Quelle: Alexa.com). Das Portal ist nun seit über einem Jahr in der Form online und hat dafür Großes geleistet. Um es weiter auszubauen, setzen wir auf Onlinewerbung und ein Sponsoringmodell, dass es uns ermöglicht, die Themen weiter auszubauen und noch mehr Leser zu begeistern.
Natürlich wollen wir, dass unsere Leser auch unsere Sponsoren wahrnehmen und die Sponsoren entsprechend Neukunden gewinnen.
Ganz und gar nicht damit überein geht es jedoch, wenn Anbieter ihr Sponsoring davon abhängig machen, dass nicht kritisch über sie berichtet wird oder ein Sponsoring explizit darum ablehnen, weil im ECM-Blog negativ über sie geschrieben wurde.
Jedes Unternehmen am Markt muss mit Kritik leben. Im ECM-Blog hat jeder die Möglichkeit Artikel zu kommentieren und damit direkt seine Sicht der Dinge darzustellen. Dies ist gewünscht und gewollt!
Journalismus – und dazu zählt auch dieses Weblog – lebt von der vielschichtigen Betrachtung der fokussieren Themen. Hierzu gehört es auch, Unternehmen und Produkte zu kritisieren. Genauso werden Unternehmen und Produkte gelobt. Jedoch findet beides nicht grundlos statt.
Natürlich ist jdk.de kein Millionen-Euro-Projekt und auf jeden Euro Umsatz angewiesen. Trotzdem werden wir unsere Unabhängigkeit und kritische Berichterstattung nicht dafür opfern, dass wir mehr Anzeigen und Sponsoren bekommen.
Also, liebe Hersteller, seid mutig und steht zu dem, was ihr tut. Beteiligt euch aktiv! Und investiert in dieses Informationsportal, damit es noch besser, schöner und größer wird. Investiert jedoch nicht in Portale, die ihre Glaubwürdigkeit verkaufen – denn da bekommt ihr zwar keine Kritik, jedoch auch keine mündigen Fachleser.
Hochachtungsvoll,
Euer Jörg Dennis Krüger
22. Mai 2008
“Es ist eine weitere Spur, keine andere Straße.”
Aufmerksame Beobachter haben bereits bemerkt, dass ich mein Xing-Profil angepasst habe. Ab sofort bin ich bis auf Weiteres nicht mehr für Kundenprojekte zu Auswahl und Einführung von ECM-Systemen verfügbar, sondern habe eine Position als “Best Practise Consultant” für Test&Target bei Omniture übernommen.
Omniture ist mit “Sitecatalyst” der führende Anbieter von Webanalytics und hat durch die Übernahme von Touch Clarity und Offermatica sein Portfolio um “Test&Target” erweitert. Mit Test&Target können verschiedene Szenarien einer Website getestet und das Benutzerverhalten beobachtet und analyiert werden. Zudem bietet das Produkt umfangreiche Möglichkeiten der externen Personalisierung von Websites auf Basis von dynamischen Besucherprofilen.
Dies ist ein Schritt weg von meinem bisherigen Tätigkeitsfeld und rundet doch mein Profil ab. Als Best Practise Consultant berate ich zukünftig Unternehmen bei der Optimierung von webbasierten Informationsangeboten. Hierzu gehört insbesondere die Definition, Messung und Optimierung von individuellen KPIs des Informationsangebots.
Das alles ist sehr eng an dem, was ich in den letzten Jahren getan habe – fokussiert jedoch noch mehr die fachliche Konzeption und Umsetzung und bewegt mich noch ein Stück von Infrastrukturtechnologie weg. Es ist also mehr eine weitere Spur – keine andere Straße.
Jeder kann dazu bitte denken, was er möchte. Ich bin noch jung und es sollte jedem klar sein, dass ich nicht die nächsten 40 Jahre bis zur Rente im selben Bereich tätig sein werde. Omniture bietet in Europa große Möglichkeiten und hervorragende Perspektiven in einem hoch innovativen Umfeld. Hier fühle ich mich wohl – insbesondere weil intensiven Beobachtern schon lange nicht verborgen blieb, dass ich eine große Affinität zu Marketingthemen habe.
Ich werde natürlich zwischen meiner Tätigkeit bei Omniture und der als unabhängiger ECM-Spezialist trennen. Das Profil im ECM-Blog habe ich schon vor 1-2 Wochen entsprechend angepasst. Ich glaube, dass das ECM-Blog und jdk.de ganz bedeutend davon profitieren können, dass ich nicht mehr als Berater im Markt aktiv bin, sondern diesen nun wirklich unabhängig betrachten kann.
In diesem Zusammenhang war es mir auch möglich, die Anzahl der Autoren von jdk.de auszuweiten. Ab sofort gibt es mit BARC einen exklusiven Partner für die Rubrik “Dokumentenmanagement”. Es würde mich freuen, wenn wir auch für die anderen Themenbereiche zeitnah Partner/Lizenznehmer finden – mehr Informationen dazu gibt es bei mir.
(Danke für die Inspiration zur Überschrift an Oliver Bildesheim.)
15. Mai 2008
Usability: Nichts Gutes gewohnt
Wenn das Probleme “Usability” auf den Tisch kommt, sind viele Entscheider überfordert. Sie können das Thema nicht einordnen und stufen es oft als “Modethema” ein. Dies trifft insbesondere IT-Entscheider mit einem stark technischen Background.
“Usability” oder auch “Benutzerfreundlichkeit” ist dabei elementar für alle IT-Systeme, die neu eingeführt werden. Ein bestes Beispiel dafür, wo der Nutzen einer intuitiven Bedienung liegt, ist das iPhone. Dieses Gerät kann von praktischem jeden sofort bedient werden, ohne sich einarbeiten oder gar eine Anleitung lesen zu müssen.
Wer kann dies von seiner Software sagen?
Genau das Problem der mangelnden Benutzerfreundlichkeit ist es jedoch, was Tag für Tag den Projekterfolg schmälert. Benutzer müssen umfangreich geschult werden, sich in technische Abläufe einarbeiten und letztendlich ihre Arbeitsweisen stark der Software anpassen und so manchen “menschlichen Workaround” einüben.
Das Problem liegt jedoch viel tiefer. Schon viele Softwareanbieter sehen das Problem nicht liefern mit ihrem Produkt mehr oder weniger schlechte Oberflächen aus. Oft wird dies damit begründet, dass der Kunde die Oberfläche sowieso seinen eigenen Ansprüchen nach gestaltet und es daher nicht sinnvoll ist, hier schon etwas ausprogrammiertes mitzubringen.
Dies ist jedoch grundlegend falsch. Wirklich gute Software sollte Benutzerfreundlichkeit auf unterster Ebene verinnerlicht haben und es so nicht dem individuellen Projekt überlassen, dass Bedienung und Dialoge optimiert werden. Die Kosten, die hierfür im individuellen Projekt entstehen, können viel effektiver einmal vom Softwareanbieter erzeugt und als releasfähige Basisfunktion an seine Kunden ausgeliefert werden.
Was man alles unter “Usability” zusammen fassen kann und wie man eine Lösung, Dialoge und Abläufe möglichst benutzerfreundlich gestalten kann, ist keine Checkliste, die man nur abarbeiten muss. Es ist eine hoch komplexe Aufgabe, die nicht in kurzer Zeit zu erledigen ist und auch jeweils von der avisierten Zielgruppe abhängt.
14. Mai 2008
Think big, start bigger?
Unternehmen, die Enterprise Content Management verstanden haben, sind eindeutig der Kategorie “Think big” zuzuordnen. ECM wird ganzheitlich verstanden und ein umfangreiches Konzept für die Umsetzung entworfen. Soweit so gut. Hier durch kann insbesondere das Ziel erreicht werden, alle Inhalte jederzeit und überall verfügbar zu haben sowie die Unternehmensprozesse optimal zu unterstützen.
Nicht selten wird jedoch dann auf einmal der zweite Schritt vor dem ersten getan: weil der ECM-Gedanke so gut verstanden wird und alle begeistert sind, werden auch weitere Arten von “Content” in die Strategie einbezogen, beispielsweise Kundendaten. Hier wird leicht über das Ziel hinaus geschossen, ist doch CRM als dritte Säule neben ECM und ERP im Unternehmen ein eigenständiges Thema.
Eine gewisse Integration zwischen diesen Säulen ist selbstverständlich sinnvoll und oft gewünscht – wenn jedoch alles in einen Topf geworfen wird, besteht nicht nur die Gefahr, dass Funktionen zu flach implementiert werden, sondern insbesondere ein hohes Kostenrisiko – und ein generelles Risiko des Scheitern des Projektes, da das Projekt Dimensionen annimmt, die nicht oder nur sehr schwer zu verwalten sind.
“Think big” ist in jedem Fall der richtige Ansatz, um von vorne herein eine umfassende Infrastruktur zu planen. “Start small” gilt jedoch auch bei ECM: das Projekt muss in kleinen Stücken umgesetzt werden und stets überschaubar bleiben. Insbesondere wenn vergleichbar große Themenkomplexe wir CRM oder ERP auf den Tisch kommen, sollten diese in klar abgegrenzten Projekten mit klar definierten Schnittstellen betrachtet werden.
Dies ist nicht nur dem Projektrisiko geschuldet, sondern oft auch den einzelnen Arbeitsprozessen. In der Regel sind die Mitarbeiter, die massiv mit einem CRM-System arbeiten nicht deckungsgleich mit denen, die massiv Dokumente verwalten und austauschen. Die Anforderungsprofile der Nutzer sind also vollkommen unterschiedlich. Dies muss bei der Ausplanung der Projekte, der Anforderungserhebung und bei der gesamten Umsetzung berücksichtigt werden.
14. Mai 2008
Herr Augenarzt, mein Hals tut weh
Wer Probleme mit den Augen hat, tut gut darin, nicht zu irgendeinem Mediziner zu gehen, sondern einen Spezialisten aufzusuchen Für eine grundlegende Diagnose reicht wohl auch der (paradox betitelte) “Facharzt für Allgemeinmedizin”, die Feindiagnose und die Behandlung sollte man jedoch einem Experten überlassen.
Im Bereich des Informationsmanagement im Unternehmen ist dies für viele Entscheider nicht selbstverständlich. Da werden Intranetprojekte mit einer Designagentur angestoßen oder Workflows mit einem Programmierer designed.
Das Ergebnis: Erfolglose Projekte, schlechte Ergebnisse und fehlende Akzeptanz.
13. Mai 2008
Updates bei BARC
Es gibt leider nur wenige Anbieter von guten Studien zu Enterprise Content Management. Im englischsprachigen Bereich kann man CMS Watch als Marktführer bezeichnen: Die Qualität der Studien überzeugt, bildet jedoch nicht unbedingt einen europäischen Markt ab.
In Deutschland hat sich BARC immer mehr zu einer Instanz für unabhängige Studien etabliert. Die Sichtweise ist zwar sehr dokumentengetrieben und nur bedingt auf ECM ausgerichtet – für viele Anwendungsfälle sind jedoch die Studien von BARC recht gut geeignet.
Nachdem Debakel mit ELO scheint BARC nun entsprechend in die Offensive zu gehen. Statt die Studie nur in sehr weiten Zyklen zu aktualisieren, wurde heute bekannt gegeben, dass BARC beispielsweise zeitnah einen aktualisierten Test der SER-Lösung DoXiS anbieten will – kostenfrei für alle Käufer der letzten Studie.
Es ist zu beobachten, wie es bei BARC weiter geht. Mittelständler, die ein DMS einführen wollen, sollten die Studie ruhig einmal genauer ansehen! Bei CMS Watch ist man dann eher für weblastigere Themen richtig.


