21. August 2008
Fragen ist Silber, Testen ist Gold
Wenn es darum geht herauszufinden, was ein Benutzer wirklich braucht oder wie ein Anwender ein System wirklich bedient, ist Fragen nur eine schlechte Lösung. Die Ergebnisse von Befragungen weichen weit von der Wirklichkeit ab – aus unterschiedlichsten Gründen. Entweder weiß der Benutzer gar nicht, wie er wirklich arbeitet bzw. reagiert oder er möchte es nicht angeben. Es gibt viele Gründe, warum bei Befragungen nur mittelmäßige Ergebnisse entstehen.
Besser als Fragen, ist Testen. Wenn man drei verschiedenen möglichst vergleichbaren Gruppen drei unterschiedliche Formulare gibt und schaut, welches Formular besser funktioniert hat (also öfter erfolgreich ausgefüllt wurde), erhält man eindeutige Aussagen darüber, welches Formular besser ist. Wenn man die Formulare nur zeigen und jeden Besucher das für ihn oberflächlich Beste aussuchen lassen würde, hätte man wahrscheinlich deutlich andere Ergebnisse.
Dies gilt für Benutzeroberflächen oder auch für Websites genauso. Wichtig ist nur, dass die Gruppe von Testern auch groß genug ist – mit herkömmlichen Usability-Tests beispielsweise erhält man auch nur mittelmäßige Ergebnisse (die dazu dann sogar ziemlich teuer sind).
20. August 2008
Contentmanager.Days adé
ECM World, entworfen von Thomas Koch (KongressMedia) und Björn Negelmann zur Fortführung und Weiterentwicklung der ehemals als “CM Forum” gelaufenen Veranstaltungen, kommt mit einer Neuigkeit daher: dem “ECM World Summit”. Der Summit ersetzt die Contentmanager.Days, die KongressMedia bereits vor einiger Zeit übernommen hatte.
Die Veranstaltung liest sich in den ersten Ankündigungen sehr groß. In den zwei Tagen sollen eine Menge Themen abgedeckt werden – es bleibt abzuwarten, ob dies erreicht werden kann. Auf jeden Fall, ist es toll zu sehen, dass sich der Kongress weiter entwickelt. Dem Namen “Contentmanager.Days” wurde die Veranstaltung durch die Ausrichtung auf ECM nicht mehr gerecht – und die Marke ist auch etwas verbraucht und abgenutzt. Da ist ein neues Erscheinungsbild eine gute Wahl.
Erste Sponsoren sind mit RedDot, Day und Alfresco schon gefunden. Allein das zeigt schon, was für einen Spagat die Veranstaltung zeigen will – und hoffentlich wird. Björn Negelmann, Programmverantwortlicher bei KongressMedia, hat in der Vergangenheit immer hervorragende Arbeit geleistet – man darf gespannt sein, wie es beim ECM World Summit funktioniert.
Als erstes Keynote-Speaker wurde Lee Bryant gefunden, der einen Vortrag zu “Herausforderungen und Erfolgsfaktoren für Enterprise 2.0 Projekte” halten soll. Drei weitere Keynotes sollen noch folgen – und es würde mich wundern, wenn nicht auch wieder Herr K. seine Folien recyclen darf.
Der Event wird bestimmt spannend. Schade nur, dass nun auch die letzte Hoffnung für einen wirklich Fachkongress zu Content Management gestorben ist. Ein Innovationskongress wie der ECM World Summit ist aber bestimmt auch eine höchst interessante Veranstaltung!
Hinweis: jdk.de ist Medienpartner des ECM World Summit
19. August 2008
jdk auf der DMS Expo
Natürlich bin ich auch auf der DMS Expo in Köln wieder mit dabei. Gerüchte, ich hätte ein Messeverbot oder ähnliches, braucht man nun wirklich nicht mehr zu kommentieren – jdk.de ist schließlich sogar offizieller Medienpartner der DMS Expo 2008 (ganz unten)!
Ich besuche die DMS Expo voraussichtlich an allen drei Messetagen. Noch ist der Terminkalender vollkommen leer.
Ab sofort können Termine vereinbart werden. Dies funktioniert ausschließlich elektronisch in Interaktion mit meinem Google-Kalender – telefonische Anfragen sind zwecklos.
Der Kalender mit allen aktuell bestätigten und angefragten Terminen kann man (anonymisiert) hier aufrufen (auf Anzeige des richtigen Zeitraums achten). Einladungen richten Sie bitte per Outlook, Google-Kalender oder Ähnlichem als Besprechungseinladung an jdkrueger@cara-europe.de.
Ihre Anfrage wird dann zeitnah (anonymisiert) in den Kalender eingetragen, um anzuzeigen, dass Sie diesen Zeitraum angefragt haben. Bitte berücksichtigen Sie einen gewissen Puffer zwischen den einzelnen Terminen. Eine definitive Zu- oder Absage erhalten Sie spätestens eine Woche vor der Messe.
Je ausführlicher in der Terminanfrage die Neuigkeiten beschrieben werden, die betrachtet werden können, desto wahrscheinlicher ist eine Zusage. (Sponsoren für Hotel, Anfahrt und mehr sind willkommen und werden bevorzugt behandelt!)
19. August 2008
Interesse an CM Pros Summit in Europa?
Content Management Professionals ist die weltweit größte Vereinigung von Content Management Spezialisten. Zwei Mal im Jahr findet in den USA ein CM Pros Summit statt – der letzte im Mai diesen Jahres in San Francisco. Der nächste wird für Dezember geplant.
Besteht auch Interesse an einem Summit in Europa?
Der CM Pros Summit ist ein echter Fachkongress, bei dem Anwender aus Unternehmen ihre Erfahrungen austauschen, Trends beleuchten und diskutieren. Dabei geht es um Content Management in all seinen Perspektiven – aber wirklich auf Content fokussiert und nicht auf Dokumente oder Ähnliches.
Eine Idee ist es, einen Summit in Europa parallel zum Summit in den USA (d.h. wenige Tage vor oder nach diesem) mit einer ähnlichen Agenda zu veranstalten. Teilnahmebetrag etwa 250,00 bis 350,00 Euro. Als Ort ist Amsterdam im Gespräch.
Meinungen? Kommentare?
19. August 2008
Channelvertrieb bei Open Text nun ohne Robert Panholzer
Seit gestern (18.08.2008) ist Robert Panholzer für Parallels (ehemals SWsoft) tätig – und nicht mehr für seinen ehemaligen Arbeitgeber Open Text. Dort hatte er, nach eigenen Angaben, die Quote des Channelgeschäfts am Gesamtumsatz von unter 20% auf fast 30% gesteigert – und will ich jetzt aus persönlichen Gründen neuen Aufgaben widmen.
Ich wünsche ihm dabei viel Erfolg – und hoffe, dass dies kein schlechtes Zeichen für Open Text ist. Warum wechseln erfolgreiche Vertriebsmanager nach nur 1,5 Jahren das Unternehmen? Vor allem, wenn er bei einem großen Unternehmen mittlerweile 16 Mitarbeiter führte?
(via CRN)
18. August 2008
Frühbucherpreis für IDEA-Konferenz bis 24. August verlängert
Wer sich noch bis 24. August für die IDEA-Konferenz in Boston anmeldet, spart 100,00 Dollar (Studenten nur 50 Dollar).
“Preconference at the last two IDEA conferences was so popular we asked Maya Design to return this year. This full-day workshop uses real-world case studies as the starting point for learning how to gather domain knowledge, synthesize and structure data, diagram processes and relationships, and design interactions based on those models. Workshop exercises include concept mapping, documenting mental models, process-flow diagramming, and depicting information models.
We will also host an exhibit hall this year, featuring the IAI member booth, Boxes & Arrows, Comcast Interactive, Manifest Digital, Yelp, Sapient, FatDUX and others. The hall provides excellent networking opportunities in addition to the Manifest Digital opening night reception.”
18. August 2008
180° Wende bei Hyperwave
Es ist kaum zu glauben. Der ehemals insolvente ECM-Anbieter Hyperwave hat es tatsächlich geschafft, seine Stärken zu nutzen und mit Kreativität zu verbinden. Herausgekommen ist eine ganze Suite von Software-as-a-Service-Angebote, die Stück für Stück erweitert werden.
Das sieht vollkommen anders aus, als die “alte Hyperwave”. Gegründet als Spin-Off der Universität Graz war die Hyperwave-Lösung für “Wissensmanagement” immer von einem sehr wissenschaftlichen Ansatz getrieben. Die Software war gut – entsprach jedoch nur bedingt der Nachfrage am Markt. Der “Hyperwave Information Server” (oder später unter neuem Namen die “Hyperwave eKnowledge Suite”) war nicht nur ein Produkt, sondern eine ganze Philosophie der Informationsverwaltung.
Natürlich gibt es dieses Produkt weiterhin – für bestehende Kunden und als Infrastruktur für die neuen gelaunchten und angekündigten Produkte. Man hat jedoch aus den Problemen der Vergangenheit gelernt und versucht nicht mehr, den potenziellen Kunden umzuerziehen oder ihm die Lösung als etwas zu verkaufen, was sie gar nicht ist, sondern liefert innovative Lösungen, die dem Kundenbedürfnis entsprechen.
Der Schwenk zu SaaS ist dabei auch ein guter Schachzug – für die bisher gelaunchten Lösungen im Bereich WCM und synchroner Collaboration. Ob es für die geplanten Produkte zur asynchronen Collaboration im Team sinnvoll ist, wird sich noch zeigen.
11. August 2008
ECM-Anbieter brauchen auch eine gute Rechtsabteilung…
Es ist sehr schade, wenn es dazu kommt – aber manchmal scheint man es nicht verhindern zu können. Kunden sind nicht immer zufrieden und in machen Fällen findet man sich vor Gericht wieder. Dies ist nur ein trauriges Bild für alle Projektbeteiligten, sondern auch finanziell ein Desaster für beide Seiten. Egal, wer am Ende obsiegt, es hat beide Seiten viel Geld gekostet – und den Kunden meist noch sehr viel wertvolle Zeit.
Doch was ist der Hauptstreitpunkt? Zumeist wohl auch das Geld. Oft klafft zwischen den Versprechungen aus der Vertriebsphase und der tatsächlichen Umsetzung ein großes Loch. Was während der Präsentationen und Verhandlungen noch “gar kein Problem” oder “im Standard inbegriffen” war, muss auf einmal teuer neu entwickelt werden. Da ist es nicht selten, dass zu Beginn 500.000 Euro Gesamtprojektkosten avisiert werden und es am Ende 5.000.000 Euro werden.
Natürlich kann man hier nicht alles auf den Vertrieb schieben. Nicht selten ist der Kunde auch zu blauäugig und unerfahren, ändert seine Anforderungen mehrfach und hat nicht den Background um entscheiden zu können, was eine kleine und was eine große Änderung ist (kostentechnisch gesehen).
Sehr häufig verspricht der Vertrieb – gedrängt von Vertriebszielen, Quartalsabschlüssen und mehr – auch das Blaue vom Himmel herunter. Oft meist nichtmal wider besseres Wissens, denn so mancher Vertriebsmitarbeiter hat erschreckend wenig Ahnung von dem, was er da verkauft und genauso erschreckend wenig ausreichend Zugriff auf technisches Personal.
Auch die Kosten für Betrieb und Wartung werden oft von den Anbietern sehr klein geredet. Wer einem Kunden erzählt, dass ein einziger Server und 20 Stunden/Woche Administration ausreicht, hat damit (fast) immer unrecht. Trotzdem hört man dies oft genug – um dann irgendwo zu lesen (oder auf nachfrage erzählt zu bekommen), dass dies die “Minimalen Voraussetzungen” sind.
Die Beweisführung vor Gericht ist leider meist genauso schwierig wie die Evaluation eines Systems. Wenn ein Projekt so weit gekommen ist, gibt es meist auch keine gute Dokumentation des Verlaufs. Ein – nicht ganz günstiges – Gutachten kann helfen; muss es aber nicht.
Am Ende ist man schlauer und steckt beim nächsten Projekt noch mehr Zeit in die Evaluation, in Prototypen, Proof of Concepts, in Testing und Expertenwissen. Denn, auch wenn WYSWIYG bei der Erstellung von Inhalten mittlerweile Standard ist – bei Unternehmen ist man oft weit davon entfernt.
4. August 2008
WordPress überholt “traditionelle WCMS”
Die engen Releasezyklen von WordPress sind wirklich ärgerlich und machen es schwer, immer die aktuelle Version der Software zu nutzen. Jedoch sind diese neuen Release keine reinen Bugfixes, sondern es kommen regelmäßig eine Vielzahl von neuen Funktionen hinzu, die WordPress langsam aber sicher immer “erwachsener” werden lassen.
Insbesondere überholt WordPress langsam aber sicher, die bekannten Open Source WCMS und wird bei dieser Geschwindigkeit auch bald eine Menge kommerzielle WCMS in die Tasche stecken.
Die Grundlage für diesen Erfolg ist das Gesamtkonzept von WordPress. Konzentriert auf das reine Publizierungen von Blogbeiträgen (“One Page Publishing”), ist es sehr auf den Benutzer konzentriert und verliert sich nicht in Struktur und Funktion. Der Redakteur kann sich wirklich auf seine Aufgabe konzentrieren und wird nicht mit technischen Anforderungen belastet.
Dabei kann WordPress mittlerweile auch Redaktionsprozese abbilden. Einfache, pragmatische Freigabeverfahren wurden bereits vor einigen Versionen eingeführt und reichen für einen Großteil von Webseiten voll und ganz aus. Dazu kommt, dass in den neuesten Releases auch durchgängig Versionierung unterstützt wird.
Der hohe Anspruch an Usability wird zudem in allen Bereichen deutlich. Welches WCMS speichert beispielsweise während der Artikelerstellung automatisch Zwischenversionen, falls es zu Problemen mit der Internetverbindung oder dem PC des Redakteurs kommt?
Aber auch der Entwickler freut sich. Das Templating von WordPress ist recht sauber realisiert und zudem hoch flexibel. Es werden vielfältige Standardfunktionen geliefert, mit denen sich auch umfangreiche Websites gestalten lassen. Das Kommentare, Spamfilter und mehr bereits im Basisumfang enthalten sind und mit vielfältigen Modulen erweitert werden können, rundet das Bild ab.
Natürlich gibt es auch Nachteile und das “kleine” WordPress findet irgendwann seine Grenzen. Die aktuelle Version ist jedoch für viele kleinere und mittlere Websites einen Blick wert!
23. Juli 2008
Oracle entscheidet sich gegen eigene Lösung
Oracle blogt. Das ist erstmal eine gute Nachricht. Das Unternehmen nutzt diesen Kanal, um Informationen aus dem Bereich Technologie, Unternehmensinformationen, Applikationen und mehr an die interessierten Leser zu bringen und somit Hürden abzubauen. Dies ist, besonders für internationale Softwareanbieter, ein guter Weg, enger mit Kunden zu kommunizieren und eine Bindung herzustellen.
Doch als Grundlage für die Unternehmensweblogs nutzt Oracle nicht die eigenen Lösungen (“Oracle Universal Content Management” (UCM), ehemals Stellent), sondern hat die Enterprise-Version der Blogging-Software MovableType hierfür angeschafft.
Es passiert natürlich, was passieren muss: landauf, landab wird jetzt über Oracle hergezogen. Man habe seine eigenen Produkte nicht im Griff, die Integrationsbemühungen haben wohl noch keine Früchte getragen usw.
Aber ist es denn verwerflich, dass Oracle statt der eigenen CMS-Lösungen MovableType einsetzt? Ist es ein negatives Zeichen für die Oracle Software?
Mitnichten!
Es ist vielmehr eine richtige Entscheidung, Software zu verwenden, die für das geplante Einsatzszenario optimal ist, statt die eigene Software so zu biegen, dass es passt. Blogging, selbst auf “Enterprise Niveau”, hat – je nach Umsetzung – vollkommen andere Anforderungen, als das normale (Enterprise) Content Management im Unternehmen. Rein funktional kann UCM auch Blogging abbilden. Es wäre jedoch mit Kanonen auf Spatzen geschossen, allein für die Corporate Weblogs ein UCM zu betreiben. Erst, wenn ECM-Anforderungen wie beispielsweise Integration von Inhalten hinzu kommen, könnte die Umsetzung der Blogs innerhalb einer Lösung wie UCM sinnvoll sein.
Dazu bietet spezialisierte Blogsoftware durch eine starke Vereinfachung und Verflachung der Redaktionsprozesse Vorteile in der Anwendung, die mit Lösungen wie UCM nur mit besonderem Aufwand – z.B. der Erstellung eines One-Page-Publishing-Dialogs – realisiert werden kann. Auch Funktionen wie das überaus notwendige Filtern von Spam in den Kommentaren und Trackbacks ist zusätzlich zu integrieren.
Warum sollte Oracle deshalb viel Aufwand dafür verschwenden, UCM dafür einzuführen, wenn man die wirklichen Vorteile, die UCM bietet, dann doch gar nicht nutzt? MovableType ist hier deshalb eine nachvollziehbare Entscheidung.
Wie es um die Integration jedoch insgesamt gestellt ist, ist trotzdem eine gute Frage. Für Deutschland weiß ich, dass es ein engagiertes UCM-Team gibt – das aber ziemlich unabhängig von den Oracle-Strukturen arbeitet. Rein technologisch sieht die Integration wohl jedoch deutlich besser aus.

