Rubrik: Newskommentare
18. August 2008
180° Wende bei Hyperwave
Es ist kaum zu glauben. Der ehemals insolvente ECM-Anbieter Hyperwave hat es tatsächlich geschafft, seine Stärken zu nutzen und mit Kreativität zu verbinden. Herausgekommen ist eine ganze Suite von Software-as-a-Service-Angebote, die Stück für Stück erweitert werden.
Das sieht vollkommen anders aus, als die “alte Hyperwave”. Gegründet als Spin-Off der Universität Graz war die Hyperwave-Lösung für “Wissensmanagement” immer von einem sehr wissenschaftlichen Ansatz getrieben. Die Software war gut – entsprach jedoch nur bedingt der Nachfrage am Markt. Der “Hyperwave Information Server” (oder später unter neuem Namen die “Hyperwave eKnowledge Suite”) war nicht nur ein Produkt, sondern eine ganze Philosophie der Informationsverwaltung.
Natürlich gibt es dieses Produkt weiterhin – für bestehende Kunden und als Infrastruktur für die neuen gelaunchten und angekündigten Produkte. Man hat jedoch aus den Problemen der Vergangenheit gelernt und versucht nicht mehr, den potenziellen Kunden umzuerziehen oder ihm die Lösung als etwas zu verkaufen, was sie gar nicht ist, sondern liefert innovative Lösungen, die dem Kundenbedürfnis entsprechen.
Der Schwenk zu SaaS ist dabei auch ein guter Schachzug – für die bisher gelaunchten Lösungen im Bereich WCM und synchroner Collaboration. Ob es für die geplanten Produkte zur asynchronen Collaboration im Team sinnvoll ist, wird sich noch zeigen.
9. November 2007
Kommentar: ELO und MOSS
Auch ELO sucht in der Integration mit dem Microsoft Office Sharepoint Server (MOSS) 2007 eine Möglichkeit, neue Kundengruppen anzusprechen und bestehende Kunden zu halten. Viele Anwender, besonders in kleineren und mittleren Unternehmen, sehen viele Vorteile bei der Nutzung von Sharepoint im Vergleich mit ihren DMS-Systemen. Insbesondere sind die sehr enge Integration in Windows und Office sowie die sehr gute Benutzeroberfläche starke Argumente für Sharepoint.
Die DMS-Funktionen von Sharepoint sind jedoch nur rudimentär – wenngleich auch für viele Unternehmen ausreichend. Um echtes Dokumentenmanagement (und mehr) betreiben zu können, ist die Integration eines DMS notwendig, wozu Sharepoint jedoch vielfältige Schnittstellen anbietet.
Die Strategie von ELO hier – wie praktisch alle Marktbegleiter – eine enge Integration anzubieten ist naheliegend und notwendig, insbesondere weil ELO bereits in der Vergangenheit seine Kunden mit einer engen Office-Integration gewonnen hat.
9. November 2007
Kommentar: Neue Version von OpenText Livelink
OpenText steht vor großen Herausforderungen und stellt sich diesen zu einem Teil mit der neuen Version seiner ECM-Palette. Wie alle großen Anbietern muss sich Livelink von den klassischen DMS-Funktionen und -Arbeitsweisen trennen, mehr Funktionalität anbieten und hierbei im Browser eine größtmögliche Benutzerfreundlichkeit schaffen.
Nachdem schon EMC in seiner neuen Version von Documentum hier einiges zeigt, zieht OpenText nach. Hinzu kommen die verstärkte Integration der RedDot-Funktionen in Livelink. Zwar wird hier weiterhin mit vollständig getrennten Repositories gearbeitet, was den Nutzen stark schmälert, es ist nun aber möglich, Dokumente gesteuert in das Web Content Management zu überführen.
9. November 2007
Kommentar: Suchmaschinenoptimierendes CMS
Die Auffindbarkeit in Suchmaschinen ist eines der wichtigsten Ziele bei der Gestaltung eines Webauftritts. Hierbei geht es nicht um die “prinzipielle Auffindbarkeit”, sondern darum, dass die Website zu den gewünschten und relevanten Suchbegriffen möglich weit vorne angezeigt wird. Dies kann durch den sinnvollen Einsatz eines WCMS sehr gut erreicht werden, wenn das Wissen vorhanden ist, wie Suchmaschinen arbeiten und wie diesen Informationen angeboten werden dürfen.
Ein für Suchmaschinenoptimierung (SEO) vorkonfiguriertes WCMS ist ein guter Ansatz. Der Softwareanbieter kann zentral die neuesten Erkenntnisse umsetzen und als Produkt an seine Kunden liefern.
Ob diese Funktion jedoch eine wichtige Grundlage für eine Kaufentscheidung sein sollte, darf bezweifelt werden, da in jedem Fall individuelle Anpassungen für SEO vorgenommen werden müssen und auch die Art der Contenteinstellung viel dabei entscheidet. Entsprechend kann oft mit nur wenig mehr Aufwand auch mit jedem beliebigen WCMS – so es denn gewisse Rahmenanforderungen erfüllt – das Ziel der Suchmaschinenoptimierung für bestimmte Suchbegriffe erreicht werden.
9. November 2007
Kommentar: agorum ersetzt den Dateiserver
Der Ansatz von Agorum, ein DMS versteckt durch transparenten Ersatz von freigegebenen Laufwerken einzuführen, ist ein guter Ansatz – wenn auch nicht neu oder innovativ. Auch wenn viele der führenden DMS-Anbieter (wie EMC-Documentum) eine solche Art des Zugriffs nicht (mehr) propagieren, ist es ein gangbarer Weg, der insbesondere durch hohe Integrationsmöglichkeit über bereits bekannte Wege und ohne Schulungsaufwand bei den Benutzern auskommt.
Alfresco hat dies auch erkannt und sein sehr leistungsfähiges Dateisystem JLAN, dass sich nahtlos wie ein Windows-Laufwerk integriert, eine Open Source Variante zur Verfügung gestellt.
Es darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass durch diese Art von DMS-Einführung nur ein Bruchteil der möglichen DMS-Funktionen beim Anwender ankommt und der daraus gezogene Nutzen nur minimal ist. Bei der Nutzung eines Dokumentenmanagements als echte Applikation und nicht nur als reine “Datenablage”, kann ein erheblich höherer Nutzen, wenn auch durch höheren Einsatz von Zeit und Geld, erreicht werden.
Ein Schritt weiter gedacht sind entsprechend Lösungen von Anbietern, die nicht nur ein reines Laufwerk anbieten sondern beispielsweise durch ein entsprechendes Windows-Plugin auch DMS-Funktionen direkt im Windows-Explorer verfügbar machen.
Mehr dazu auch in einer interessanten Diskussion bei Xing.


