Rubrik: Insider
13. Juli 2006
CM-Forum übernimmt Contentmanager.Days
Kongress Media, Veranstalter des Content Management Forums wird künftig die Contentmanager.days in Leipzig durchführen und übernimmt diese damit vom Contentmanager.de-Betreiber Feig & Partner.
Die nächsten Contentmanager.days finden am 23. und 24.11.06 in Leipzig statt und bieten neben dem neuen Veranstalter ein vollständig renoviertes Veranstaltungskonzept: So wird der Kongress durch eine Plenumsveranstaltung eröffnet und danach inhaltlich in zwei Themenpanels aufgeteilt. Während der erste Track vor allem auf die Entwicklungen und Erfolgsfaktoren bei der Abbildung von internen Wissens- und Dokumentenprozessen eingeht, beschäftigt sich der zweite Track mit den Anforderungen und Trends im strategischen Web-Content-Management.
Inhaltlich soll der Fachkongress zukünftig das komplette Themenspektrum des unternehmensweiten Informationsmanagement von der crossmedialen Publikation und Redaktion, über webbasierte Content-Prozess- und -Applikationskonzepte bis hin zu wichtigen Archivierungs- und Compliance-Aspekten behandeln.
13. Juli 2006
Kleine Ausschreibung
“Ein Großteil der Kommunen des Landkreises Coburg plant eine Neustrukturierung des eigenen Internetauftritts”, schreibt der Verantwortliche des “Vorbereitungsteams” an nicht weniger als 130 Unternehmen (per CC
), die nach Ansicht des Absenders eine passende WCM-Lösung anbieten könnten, und bittet um das Ausfüllen eines Fragenkatalogs. “Er ist die Grundlage für ein Auswahlverfahren, bei dem wir – gemäß der von uns gesetzten Kriterien – die für uns interessanten Anbieter zu einer direkten Vorstellung einladen möchten.”
Prinzipiell eine gute Vorgehensweise: Zuerst Anforderungen aufnehmen und dann standardisiert die Leistungen der einzelnen Anbieter vergleichen.
Aber einen Fragenkatalog mit nicht weniger als 120 Fragen (die nicht per “ja/nein”, sondern ausführlich zu beantworten sind!) an über 130 Anbieter versenden? Das ist kein Auswahlprozess, sondern eine umfangreiche Marktstudie – und zudem schlecht vorbereitet. Selbst ohne großes Konzept ist es totaler Unsinn 130 Anbieter (mit einer Bandbreite von Webedition bis OpenText) anzuschreiben.
Es wird nur wenige Anbieter geben, die hierauf antworten. Es muss viel Arbeit investiert werden und die Chancen, den Kunden zu gewinnen, sind mehr als gering.
Also was soll sowas? Vielleicht kann ja mal jemand bei Bürgermeister Brunner anrufen – schließlich ist er als Ansprechpartner in der E-Mail angegeben.
PS: Betreff der E-Mail war tatsächlich “Kleine Ausschreibung CMS”…
13. Juli 2006
OpenText will Hummingbird
Nachdem Hummingbird sich bereits auf eine Übernahme durch die IT-Holding Symphony Technologie Group vorbereitet hat, kommt OpenText auf den Plan. Der ECM-Gigant will das kanadische Unternehmen (zudem auch die deutsche RedDot gehört) zu einem höheren Preis übernehmen. Zwar liegt noch kein offizielles Angebot vor, Hummingbird steht diesem jedoch offen gegenüber. Zwar sind die Verhandlungen mit Symphony schon weiter fortgeschritten, bevor aber kein offizielles Angebot vorliegt, kann auf dieses “Gedankenspiel” nicht weiter eingegangen werden.
4. Juli 2006
Webedition will an die Börse
Bereits für den 12. Juli plant die living-e AG, den meisten besser unter ihrem alten Namen “Webedition GmbH” bekannt, den Sprung in den Entry Standard und nennt es kurz und knapp “Börsengang”.
Da das Unternehmen VC finanziert ist und man über die Zukunftsaussichten geteilter Meinung sein kann, ist es – aus Sicht der Investoren – sicher nicht falsch, auf diesem Weg einen Teil des Unternehmens zu verkaufen. Bei Verkauf aller Aktien (ohne Greenshoe) kommt man immerhin auf rund 3,2 Mio. Euro Erlös.
Aber allein schon, dass für den “Börsengang” der neue Entry Standard gewählt wurde, zeigt, dass der Börsengang eher kein gutes Zeichen ist. Der Entry Standard (in dem bisher 43 Unternehmen gelistet sind) wurde am 25. Oktober 2005 als ein “Teilbereich des Open Market (Freiverkehr) und als ein alternativer Kapitalmarktzugang zu den EU-regulierten Segmenten eingeführt” (Quelle: Deutsche Börse).
“Private Equity- und Venture Capital-Investoren können ihn als Exit-Kanal nutzen. Es gibt keinen Branchenfokus und keine Mindestanforderungen an Unternehmensalter oder -größe. ” (Quelle: Deutsche Börse)
Dieses “Börsensegment” ist also in keiner Weise mit dem regelten Markt vergleichbar. Sämtliche Börsengesetze finden auf diesen Bereich keine Anwendung, weil es nicht um ein “EU-reguliertes Segment” handelt – sondern eher um einen professionellen Grauen Markt. Entsprechend liegen die Listinggebühren auch nur bei wenigen Tausend Euro.
Schauen wir mal, wie es weitergeht! Für mein Verständnis wäre ein Unternehmen inmitten einer kompletten Umstrukturierung des Angebotsportfolio ja nicht unbedingt für einen “Börsengang” geeinget.
29. Juni 2006
Emmrich geht zu Saperion
Henning Emmrich, derzeit noch Produkt Marketing Manager bei d.velop, wechselt ab 1.7. zu Saperion und ist dort dann als Director Marketing tätig.
26. Mai 2006
Hummingbird verkauft!
Vor gar nicht langer Zeit hat Hummingbird 40 Millionen Euro ausgegeben um RedDot zu übernehmen. Und jetzt will sich Hummingbird (nach Informationen des Handelsblatts) selbst übernehmen lassen. Die Technologieholding “Symphony Technology Group”, auch Eigentümer einer Reihe anderer Unternehmen aus dem Umfeld von Unternehmensanwendungen, soll 465 Millionen US-Dollar für Hummingbird zahlen – bei einem jährlichen Nettogewinn unter 5 Millionen Euro ein stolzer Betrag der jedoch ziemlich dem aktuellen Börsenwert des Unternehmens entspricht (483 Mio. US-Dollar). Davon fließen rund 57 Mio. US.-Dollar in die Taschen des Chairmans und des CEO.
Die Geschäftsführung von Hummingbird hat der Übernahme entsprechend bereits zugestimmt und den Aktionären empfohlen das Angebot anzunehmem. 26,75 US-Dollar pro Aktie sind bei einem aktuellen Börsenkurs von 27,75 US-Dollar jedoch vielleicht nicht für alle Aktionäre ein interessantes Angebot. Dieser hohe Preis der Aktie kam jedoch erst durch die Übernahmegerüchte zustande. Alleine heute stieg die Aktie um 20%! Die Zustimmung der Aktionäre steht bisher noch aus. Mitte Juni werden die Aktionäre genau informiert. Mit einem Abschluß der Transaktion kann daher erst im 4. Quartal gerechnet werden.
Strategisch schafft diese Übernahme Hummingbird wohl mehr Platz und Ruhe für strategische Aktivitäten, ohne dauerhaft den Börsenkurs und die Aktionäre im Rücken zu haben – im dynamischen ECM-Markt ein große Hilfe. Mit Symphony wurde zudem ein Käufer gefunden, der sich im Gesamtsegment der Unternehmensoftware auskennt. Dies zusammen läßt die Übernahme sinnvoll erscheinen, um Hummingbird zu einem besseren Standing im weltweiten Markt zu verhelfen.
18. Mai 2006
DoQ tot!?
Aus gewöhnlich gut unterrichteten Quellen hört man: DoQ ist tot. Was ist passiert? Das Flagschiff des H&T-Verlags und das Parademagazin der DMS-Branche einfach weg? Hat ECM doch über DMS gesiegt und hat die DoQ diesen Trend nicht mithalten können? Oder liegt es alles am Wechsel der Chefredakteurin Elisabeth Grenzebach weg von der Zeitschrift?
Wir wissen es nicht. Wir wissen auch nicht, ob die DoQ wirklich dauerhaft eingestellt ist. Wir wissen nur, dass die CeBIT-Ausgabe die letzte war, die bisher erschienen ist. Offiziell lässt sich auf der Website des Verlags das Magazin sogar noch abonnieren!
Die bittere Wahrheit scheint aber zu sein, dass Printmagazine im ECM-Bereich nur wenig Chancen haben, zu überstehen. Die Anbieter im Markt sind finanziell entweder nicht gut ausgestattet oder zu vorsichtig (Ausnahmen bestätigen die Regel), womit die Finanzierungsmöglichkeit für ein Magazin praktisch nicht gegeben ist.
Die Zukunft der Magazine liegt wohl eindeutig im digitalen Bereich. Egal ob als PDF-Ausgabe, Weblog oder Informationsplattform: Günstige Produktionskosten lassen erheblich mehr Qualität bei erheblich geringerer Abhängigkeit von Werbetreibenden und Sponsoren zu.
Aber: Ganz ohne Papier geht es (noch) dann doch noch nicht.


