Rubrik: Meinung
19. August 2008
Interesse an CM Pros Summit in Europa?
Content Management Professionals ist die weltweit größte Vereinigung von Content Management Spezialisten. Zwei Mal im Jahr findet in den USA ein CM Pros Summit statt – der letzte im Mai diesen Jahres in San Francisco. Der nächste wird für Dezember geplant.
Besteht auch Interesse an einem Summit in Europa?
Der CM Pros Summit ist ein echter Fachkongress, bei dem Anwender aus Unternehmen ihre Erfahrungen austauschen, Trends beleuchten und diskutieren. Dabei geht es um Content Management in all seinen Perspektiven – aber wirklich auf Content fokussiert und nicht auf Dokumente oder Ähnliches.
Eine Idee ist es, einen Summit in Europa parallel zum Summit in den USA (d.h. wenige Tage vor oder nach diesem) mit einer ähnlichen Agenda zu veranstalten. Teilnahmebetrag etwa 250,00 bis 350,00 Euro. Als Ort ist Amsterdam im Gespräch.
Meinungen? Kommentare?
19. August 2008
Channelvertrieb bei Open Text nun ohne Robert Panholzer
Seit gestern (18.08.2008) ist Robert Panholzer für Parallels (ehemals SWsoft) tätig – und nicht mehr für seinen ehemaligen Arbeitgeber Open Text. Dort hatte er, nach eigenen Angaben, die Quote des Channelgeschäfts am Gesamtumsatz von unter 20% auf fast 30% gesteigert – und will ich jetzt aus persönlichen Gründen neuen Aufgaben widmen.
Ich wünsche ihm dabei viel Erfolg – und hoffe, dass dies kein schlechtes Zeichen für Open Text ist. Warum wechseln erfolgreiche Vertriebsmanager nach nur 1,5 Jahren das Unternehmen? Vor allem, wenn er bei einem großen Unternehmen mittlerweile 16 Mitarbeiter führte?
(via CRN)
18. August 2008
Frühbucherpreis für IDEA-Konferenz bis 24. August verlängert
Wer sich noch bis 24. August für die IDEA-Konferenz in Boston anmeldet, spart 100,00 Dollar (Studenten nur 50 Dollar).
“Preconference at the last two IDEA conferences was so popular we asked Maya Design to return this year. This full-day workshop uses real-world case studies as the starting point for learning how to gather domain knowledge, synthesize and structure data, diagram processes and relationships, and design interactions based on those models. Workshop exercises include concept mapping, documenting mental models, process-flow diagramming, and depicting information models.
We will also host an exhibit hall this year, featuring the IAI member booth, Boxes & Arrows, Comcast Interactive, Manifest Digital, Yelp, Sapient, FatDUX and others. The hall provides excellent networking opportunities in addition to the Manifest Digital opening night reception.”
18. August 2008
180° Wende bei Hyperwave
Es ist kaum zu glauben. Der ehemals insolvente ECM-Anbieter Hyperwave hat es tatsächlich geschafft, seine Stärken zu nutzen und mit Kreativität zu verbinden. Herausgekommen ist eine ganze Suite von Software-as-a-Service-Angebote, die Stück für Stück erweitert werden.
Das sieht vollkommen anders aus, als die “alte Hyperwave”. Gegründet als Spin-Off der Universität Graz war die Hyperwave-Lösung für “Wissensmanagement” immer von einem sehr wissenschaftlichen Ansatz getrieben. Die Software war gut – entsprach jedoch nur bedingt der Nachfrage am Markt. Der “Hyperwave Information Server” (oder später unter neuem Namen die “Hyperwave eKnowledge Suite”) war nicht nur ein Produkt, sondern eine ganze Philosophie der Informationsverwaltung.
Natürlich gibt es dieses Produkt weiterhin – für bestehende Kunden und als Infrastruktur für die neuen gelaunchten und angekündigten Produkte. Man hat jedoch aus den Problemen der Vergangenheit gelernt und versucht nicht mehr, den potenziellen Kunden umzuerziehen oder ihm die Lösung als etwas zu verkaufen, was sie gar nicht ist, sondern liefert innovative Lösungen, die dem Kundenbedürfnis entsprechen.
Der Schwenk zu SaaS ist dabei auch ein guter Schachzug – für die bisher gelaunchten Lösungen im Bereich WCM und synchroner Collaboration. Ob es für die geplanten Produkte zur asynchronen Collaboration im Team sinnvoll ist, wird sich noch zeigen.
4. August 2008
WordPress überholt “traditionelle WCMS”
Die engen Releasezyklen von WordPress sind wirklich ärgerlich und machen es schwer, immer die aktuelle Version der Software zu nutzen. Jedoch sind diese neuen Release keine reinen Bugfixes, sondern es kommen regelmäßig eine Vielzahl von neuen Funktionen hinzu, die WordPress langsam aber sicher immer “erwachsener” werden lassen.
Insbesondere überholt WordPress langsam aber sicher, die bekannten Open Source WCMS und wird bei dieser Geschwindigkeit auch bald eine Menge kommerzielle WCMS in die Tasche stecken.
Die Grundlage für diesen Erfolg ist das Gesamtkonzept von WordPress. Konzentriert auf das reine Publizierungen von Blogbeiträgen (“One Page Publishing”), ist es sehr auf den Benutzer konzentriert und verliert sich nicht in Struktur und Funktion. Der Redakteur kann sich wirklich auf seine Aufgabe konzentrieren und wird nicht mit technischen Anforderungen belastet.
Dabei kann WordPress mittlerweile auch Redaktionsprozese abbilden. Einfache, pragmatische Freigabeverfahren wurden bereits vor einigen Versionen eingeführt und reichen für einen Großteil von Webseiten voll und ganz aus. Dazu kommt, dass in den neuesten Releases auch durchgängig Versionierung unterstützt wird.
Der hohe Anspruch an Usability wird zudem in allen Bereichen deutlich. Welches WCMS speichert beispielsweise während der Artikelerstellung automatisch Zwischenversionen, falls es zu Problemen mit der Internetverbindung oder dem PC des Redakteurs kommt?
Aber auch der Entwickler freut sich. Das Templating von WordPress ist recht sauber realisiert und zudem hoch flexibel. Es werden vielfältige Standardfunktionen geliefert, mit denen sich auch umfangreiche Websites gestalten lassen. Das Kommentare, Spamfilter und mehr bereits im Basisumfang enthalten sind und mit vielfältigen Modulen erweitert werden können, rundet das Bild ab.
Natürlich gibt es auch Nachteile und das “kleine” WordPress findet irgendwann seine Grenzen. Die aktuelle Version ist jedoch für viele kleinere und mittlere Websites einen Blick wert!
23. Juli 2008
Oracle entscheidet sich gegen eigene Lösung
Oracle blogt. Das ist erstmal eine gute Nachricht. Das Unternehmen nutzt diesen Kanal, um Informationen aus dem Bereich Technologie, Unternehmensinformationen, Applikationen und mehr an die interessierten Leser zu bringen und somit Hürden abzubauen. Dies ist, besonders für internationale Softwareanbieter, ein guter Weg, enger mit Kunden zu kommunizieren und eine Bindung herzustellen.
Doch als Grundlage für die Unternehmensweblogs nutzt Oracle nicht die eigenen Lösungen (“Oracle Universal Content Management” (UCM), ehemals Stellent), sondern hat die Enterprise-Version der Blogging-Software MovableType hierfür angeschafft.
Es passiert natürlich, was passieren muss: landauf, landab wird jetzt über Oracle hergezogen. Man habe seine eigenen Produkte nicht im Griff, die Integrationsbemühungen haben wohl noch keine Früchte getragen usw.
Aber ist es denn verwerflich, dass Oracle statt der eigenen CMS-Lösungen MovableType einsetzt? Ist es ein negatives Zeichen für die Oracle Software?
Mitnichten!
Es ist vielmehr eine richtige Entscheidung, Software zu verwenden, die für das geplante Einsatzszenario optimal ist, statt die eigene Software so zu biegen, dass es passt. Blogging, selbst auf “Enterprise Niveau”, hat – je nach Umsetzung – vollkommen andere Anforderungen, als das normale (Enterprise) Content Management im Unternehmen. Rein funktional kann UCM auch Blogging abbilden. Es wäre jedoch mit Kanonen auf Spatzen geschossen, allein für die Corporate Weblogs ein UCM zu betreiben. Erst, wenn ECM-Anforderungen wie beispielsweise Integration von Inhalten hinzu kommen, könnte die Umsetzung der Blogs innerhalb einer Lösung wie UCM sinnvoll sein.
Dazu bietet spezialisierte Blogsoftware durch eine starke Vereinfachung und Verflachung der Redaktionsprozesse Vorteile in der Anwendung, die mit Lösungen wie UCM nur mit besonderem Aufwand – z.B. der Erstellung eines One-Page-Publishing-Dialogs – realisiert werden kann. Auch Funktionen wie das überaus notwendige Filtern von Spam in den Kommentaren und Trackbacks ist zusätzlich zu integrieren.
Warum sollte Oracle deshalb viel Aufwand dafür verschwenden, UCM dafür einzuführen, wenn man die wirklichen Vorteile, die UCM bietet, dann doch gar nicht nutzt? MovableType ist hier deshalb eine nachvollziehbare Entscheidung.
Wie es um die Integration jedoch insgesamt gestellt ist, ist trotzdem eine gute Frage. Für Deutschland weiß ich, dass es ein engagiertes UCM-Team gibt – das aber ziemlich unabhängig von den Oracle-Strukturen arbeitet. Rein technologisch sieht die Integration wohl jedoch deutlich besser aus.
22. Juli 2008
MDR-Oma reanimiert
Der MDR hatte es in den letzten Tagen nicht einfach. Von allen Seiten hat man Hohn und Spott über sich ergehen lassen müssen, da die “Oma”, wie das Content Management System des Rundfunks intern liebevoll genannt wird, für fast eine Woche seinen Dienst verweigerte und die Sendeanstalt aus der virtuellen Welt vollkommen verschwunden war.
Oder wurde die Oma einfach ausgetauscht? Man weiß es nicht – dies scheint jedoch in diesem kurzen Zeitraum eher unmöglich.
Doch wie kommt es zu sowas? Hardwareschäden wurden erwähnt, ein “Bauteil der Datenbank” habe sich verabschiedet. Nach professionellem Betrieb hört sich dies nicht an. Ein ordentlicher Betrieb einer Website inkl. CMS sieht anders aus und darf sich von einzelnen Ausfällen nicht beeindrucken lassen – zumindest nicht so stark.
Auch ein übertriebenes Outsourcing, das der Rundfunkanstalt vorgeworfen wird, kann nicht der alleinige Grund sein. Es scheint so, als wäre viel falsch gemacht worden. Gleichzeitig.
Also, lieber MDR, fragt doch bitte mal jemanden, der sich damit auskennt. Für die vielen Millionen Rundfunkgebühren wird sich ja wohl ein ordentlicher, professioneller Websitebetrieb realisieren lassen…
21. Juli 2008
Weitere alternative Oberfläche für Alfresco
Nun hat auch Optaros eine eigene Oberfläche für Alfresco vorgestellt. “DoCASU” heißt das gute Stück und soll insbesondere die indivuelle Anpassung der Oberfläche ermöglichen und erleichtern.
The goal of the DoCASU project is to provide to the Alfresco Community a Custom Alfresco UI:
- with a strong focus on User eXperience (e.g. ease of use, responsiveness)
- which will be less confusing for average end users (99% vs. the 1% power users),
- which will permit a broader acceptance of the solution by a larger group of users
- and being a scalable solution based on the assembly of standard components.
Wo liegt der Unterschied zur Overfläche “Opsoro” von fme? Die Entstehungsgeschichte scheint sehr unterschiedlich zu sein. Opsoro ist eher im Rahmen eines explorativen Projekts entstanden; DoCASU in Kundenprojekten und getrieben von Kundenwünschen. Zudem scheint der Gedanke hinter DoCASU eindeutiger und vorallem strategischer.
Optaros könnte damit den Alfresco-Markt aufrollen und sich ein Alleinstellungsmerkmal schaffen, dass für andere Partner – trotz GPL-Lizenzierung der Oberfläche – nur schwer einzuholen ist. Die Grundlage ist zumindest sehr gut und überflügelt die Standardoberfläche von Alfresco deutlich.
17. Juli 2008
Auf der Rennbahn
Einige Analysten, ganz vorne Weg wohl das Analysten-Haus Gartner, lieben es, komplexe Märkte möglichst plakativ darzustellen und fast wie auf der Pferderennbahn Plätze zu verteilen.
Dieses Vorgehen ist verständlich: Anwender freuen sich über jede klare Aussage zu Enterprise-Content-Management-Produkten und die Anbieter freuen sich, klar mit “Marktführer” oder ähnlichen Titeln werben zu können.
Doch was bringt eine solche Darstellung genauer betrachtet? In der Praxis nicht viel. Unternehmen können sich in keiner Weise darauf verlassen, dass die “Sieger” in den Analystenreports auch die besten Lösungen für die individuellen Anforderungen haben – und auch eine Software, die im Report nicht besonders vorteilhaft bewertet wird, darf nicht außer acht gelassen werden, kann er doch genau der passende Anbieter für das Projekt sein, denn oft sind die Bewertungskriterien der Analysten nur bedingt praxisgerecht und differieren nicht selten stark in puncto den Anforderungen und Bewertungskriterien.
Besonders gefährlich ist es auch, Anbieter zu ignorieren, die nicht in einem Analystenreport genannt werden. Oft haben die Analysten sehr komische Ansichten, wer in den Report gehört und wer nicht. Viele, besonders nicht weltweit tätige, Unternehmen, werden von den Analysten gerne ignoriert.
15. Juli 2008
Software as a Service als Chance
Es ist fast unglaublich. Schon tot geglaubt, ist Hyperwave offensichtlich wieder auferstanden und liefert mit frischem Wind in den Segeln ganz neue Lösungen: Weg vom alten “Information Server”, hin zu Web-Content- und Collaboration-Lösungen als Software as a Service (SaaS).
Das ist ein großer Schritt – und sogar in die richtige Richtung! (Wenn auch insbesondere die WCM-Lösung es bisher nicht mal mit einem WordPress aufnehmen kann.)
Enterprise Content Management und SaaS ist ein komplexes Thema. Bei weitem nicht jedes Anwendungsfeld ist hierfür geeignet; ganz oben auf der Liste stehen dabei die klassischen Themen wie DMS, Archivierung, Scanning und ähnliches, die sich für SaaS-Lösungen nicht eignen.
Web Content Management und Collaboration sind aber schon fast “klassisch” als SaaS verfügbar und bietet in dieser Betriebsform einen besonderen Mehrwert. Hier ist noch Platz für einen Anbieter – oder vielleicht für einen Dienstleister, der eine Lösung professionell und skalierbar betreibt?


