Rubrik: Meinung

29. Juni 2006

CMS für KMU

Unter der Überschrift “CMS für KMU” fragt eine (mutmaßliche) Mitarbeiterin von Pestalozzi nach “Marktanalysen und Produktvergleiche mit Fokus auf die Anwendung in KMUs”.

Da 99% aller Unternehmen in Deutschland KMUs sind, sollte eine solche Frage eigentlich nicht schwer zu beantworten sein – die Lage ist jedoch vollkommen anders.

“Ihre Frage nach Informationen zu Web Content Management in kleinen und mittelständischen Unternehmen ist nicht selten. Trotzdem läßt sich keine klare Aussage dazu treffen. Dies liegt zunächst an äußeren Bedingungen:

1.) Was sind für Sie “KMU” bzw. was ist die genaue Zielgruppe, die Sie meinen?
Da nach allen relevanten Definitionen ca. 99% aller deutschen Unternehmen KMU sind, ist es schwer, hier universale Aussagen zu treffen. Vielmehr muss die genaue Unternehmensgröße und Struktur (!) berücksichtigt werden. Auch ein Unternehmen mit 10.000 Mitarbeitern, braucht vielleicht nur ein Mini-WCMS (weil sowieso nur zwei Mitarbeiter die Redaktion erledigen) oder ein 20 MA-Unternehmen braucht eine erheblich größere Lösung, da neben allen eigenen Mitarbeitern auch Kunden und Partner darauf arbeiten sollen.

2.) Produktvergleiche
Allgemeine Produktvergleiche, wie sie z.B. cmsmatrix.org oder auch Contentmanager.de liefert, sind denkbar ungeeignet, um als Entscheidungsgrundlage zu dienen. Maximal sind sie Recherchetools für einen ersten Eindruck vom Markt.

Was will ich damit sagen? Ich schlage ein anderes Vorgehen vor!

Fangen Sie nicht an, sich zuerst mit dem Markt zu beschäftigen, sondern gehen sie auf diesen erst zu, wenn Sie wissen, was Pestalozzi braucht! Mit einem Grobkonzept (5-10 Seiten) können Sie dann ganz gezielt Informationen einholen und eine echte Entscheidungsgrundlage schaffen, da sie einen Bewertungsmaßstab haben.”

28. Juni 2006

Es kampffmeyert!

Nachdem Kollege Kampffmeyer in Zukunft wohl keine Kolumne mehr in der DoQ schreiben wird, hat er wieder bei Elisabeth Grenzebach ein Zuhause gefunden. Unter der Überschrift “Die Expertenkolumne” kann beim ECMguide seine aktuelle Kolumne zum Thema “Service Oriented Architecture” gelesen werden.

Sehr interessant dabei, ist man die gesamte Kolumne auf einen Satz reduzieren kann: “Auch SOA wird als leeres Akronym enden, wenn nicht das notwendige Umdenken bei Anbietern und Anwendern erfolgt.”.

Denn das sagt alles aus: SOA braucht niemand zwingend. Es gibt genug andere Ansätze und Möglichkeiten ähnliche Funktionalitäten abzubilden und SOA ist auch nicht mehr, als ein Gedankenkostrukt. Richtig angewendet, kann es uns das Leben evtl. einfacher machen – aber dafür müssen vorallem die Anbieter umdenken und mitmachen.

28. Juni 2006

Jörg Limberg geht

Der allseits beliebte Geschäftsführer und Vice President Sales von OpenText, Jörg Limberg, verläßt das Unternehmen. Ich hoffe, dass er in einer vergleichbaren Position wieder im ECM-Markt tätig wird. Eine tolle Persönlichkeit und herausragende Fachkenntnis machen ihn zu einem perfekten Gesprächspartner – nicht nur für Analysten und Berater.
Zeitgleich schichtet das Unternehmen einiges um:

  • Walter Köhler bekommt einen ab sofort neu geschaffenen Posten eines Senior Vice President of Operations for Europe and Asia/Pacific und bleibt gleichzeitig Vice President of Global Services in Europa und im asiatisch-pazifischen Raum.
  • Urs Sträuli zum Vice President of Sales und beerdt damit Jörg Limberg.
  • Jürgen Seiwerth übernimmt die Verantwortung für das neu geschaffene, branchenübergreifend arbeitende “Vertriebsteam Major Accounts”.
  • Johannes Häusele übernimmt die Zuständigkeit für das gesamte Neukundengeschäft in Deutschland, die Entwicklung des Partnerkanals, der Vertrieb im Öffentlichen Sektor und die Leitung eines gemeinsamen Vertriebsteams für Österreich und Osteuropa.
26. Juni 2006

Typo3 soll sich behaupten…

Sylvia Adamski schreibt ihre Diplomarbeit zu “Analyse des Auswahlprozesses von Content Management Systemenu nter besonderer Berücksichtigung von Open Source-Lösungen am Beispiel von Typo3″ und muss im September abgeben. Nachdem der Start in das Thema augenscheinlich etwas holperig war, will sie nun mit den Entscheidern sprechen, um zu sehen, wie man Typo3 helfen kann, in Pitches besser zu bestehen.

Aber schon findet sich das nächste Problem. Richtigerweise sucht Frau Adamski nach Projekten in der unteren Preisregion (8.000 bis 60.000 Euro). Aber, wie Herr Bildesheim im Documanager-Forum richtig bemerkt, ist es so, “dass bei einem solchen Lizenzvolumen i.d.R. keine umfangreichen (wenn dies auch durchaus sinnvoll und wirtschafllich sein könnte) Evaluationsprozesse durchgeführt werden”.

Also, was nun? Ich finde, man sollte realisieren, dass der Markt, in dem Typo3 agiert, einfach ein Markt ist, der nichts mit großen Auswahlprozessen, etc. zu tun hat.

Aber wer ein Entscheider ist, der ein Projekt betreut (hat), in dem es um WCMS in der o.g. Kampfklasse geht, soll bitte auf der Website von Frau Adamski vorbeigucken und sich bei Interesse mit ihr in Verbindung setzen.

22. Juni 2006

Kommerziell oder Open Source?

Soeben erhielten wir die Anfrage, wie man einem “BWLer” kurz und schmerzlos beibringt, ob Open Source oder kommerzielle Systeme besser sind. Na ja… die Frage ist nicht ganz einfach und eine Antwort kann nicht ganz gradlinig sein.

Wir haben uns auf Folgendes geeinigt:

“Die Wahl zwischen Open Source und kommerziellen Systemen ist nicht an eindeutigen Kriterien festzumachen.

Vielmehr muss das Gesamtprojekt und die Bedürfnisse des Anwender in die Auswahl einbezogen werden. Generell ist zu sagen, dass Open Source Systeme bei allgemeinen, viel gefragten Anforderungen insgesamt effektiver einzusetzen sind. Kommerzielle Systeme spielen ihre Stärken besonders dort gut aus, wo weitentwickelte Funktionalitäten (ausgefeilte Benutzeroberfläche, Workflow, Integration mit anderen Systemen, etc) gefragt sind, da diese nur mit sehr viel Aufwand selbst zu realisieren sind.

Jedoch ist für eine seriöse Aussage hierzu der Abgleich der gebotenen Funktionalitäten mit den gefragten Anforderungen notwendig, da sich alle Web Content Management Systeme, egal ob Open Source oder kommerziell, stark unterscheiden.”

19. Juni 2006

Konzept auf einem Bierdeckel

Was Paul Kirchhof bei seiner “Steuerklärung auf einem Bierdeckel” gedacht hat, war wohl Vorlage für eine Anfrage von heute. Ein Kunde hätte das Konzept für die ECM-Umgebung schon fertig und braucht auf der Basis nur eine “kurze und schnelle Systemauswahl”. Gewohnt spektisch habe ich nach Austausch des NDAs das “Konzept” zugeschickt bekommen und genauer begutachtet.

Sorry, aber 4000 Zeichen sind kein Konzept, sondern eine Zumutung. Leider sind es solche Kunden, die keine Euro für ein professionelles Konzept im Etat eingeplant haben. Und zehn bis zwanzig Monate (und ein oder zwei Etats) später, dürfen wir dann doch ein professionelles Konzept erstellen.

Bitte liebe Anwender: Nicht vorschnell am Konzept sparen! Das kostet nachher erheblich mehr, als ein ordentliches Projektfundament.

19. Juni 2006

Marktnische

Es gibt verschiedene Theorien zur zukünftigen Entwicklung des ECM-Marktes. Die eine sagt, durch Konsolodierung schrumpft alles auf wenige Anbieter, die andere geht davon aus, dass es genug Marktpotenzial und diverse (ziemlich große) “Nischen” gibt, die kein großer Anbieter vollständig besetzen und pflegen kann. Die zweite These unterstützt eine Meldung aus dem Hause Gartner, nachdem der führende Anbieter von E-Mail-Archivierungslösungen kein “normaler” ECM-Anbieter ist, sondern die Fa. Symantec mit ihrem Enterprise Vault, dem Kernelement des Lösungsportfolios für Enterprise Messaging Management von Symantec.

19. Juni 2006

Habe ich was verpaßt?

Ende letzter Woche in allen Tickern: “Mit den beiden Produkten Content Database and Records Database will Oracle in den Content Management Markt einsteigen.” Wenn Oracle jetzt wenigstens wirklich WCM-Funktionalitäten bieten würde. Aber heise weiß es genauer: “Dabei handelt es sich um eine Ergänzung zur Enterprise Edition 10g der Datenbank, die die Verwaltung von Dokumenten aller Art vereinfachen soll.”

Das verstehe jetzt wer will. Die ECM-Strategie von Oracle, die durch die ContentService 10g an Gradlinigkeit gewann, wird jetzt wieder zunehmend konfus. Welcher Kunde soll sich da zurecht finden? Aber dafür gibts ja Berater. ;-)

19. Juni 2006

ECM ist tot – lang lebe ECM

Bei CMSWatch schreibt Alan Pelz-Sharpe, “Principal Strategist” bei Wipro Product Strategy & Architecture Consulting, seine Gedanken zu ECM und stellt die Behauptung auf, ECM – in der Definition der AIIM – ist tot. Jedoch sieht er Informationslebensadern, die überall und zu jeder Zeit Informationen zur Verfügung stellen, nicht begraben. Er stellt die Theorie auf, dass ECM in Zukunft viel pragmatischer umgesetzt wird, als bisher.

Hierbei ist er jedoch der Realität etwas hinterher. Zwar hat der wissenschaftliche Ansatz der AIIM nach wie vor Gültigkeit – die Realität in den Projekten ist jedoch schon immer von Pragmatismus geprägt. Aber ein wichtiger Satz steht fast am Beginn des Artikel “the technology may not matter that much anyway, since ECM is really about processes and standards.”

ECM ist keine Software, ECM ist Strategie!

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Der Autor

ECM-Experte Jörg Dennis Krüger

Jörg Dennis Krüger ist unabhängiger ECM-Spezialist und seit vielen Jahren Beobachter und Meinungsgeber der Branche. Zudem gilt er als Spezialist für Online-Performance-Marketing mit Schwerpunkt auf Conversion Optimierung.

In seinem ECM-Blog lesen Sie seine Meinung zu aktuellen Themen der Branche, Technologietipps und Erfahrungen zum praktischen Einsatz von Enterprise Content Management im Unternehmen.

Von 2008 - 2010 war er Vice President des weltweiten Verbandes von Content Management Praktikern "Content Management Professionals". Er ist als Senior Manager für Aufbau und Leitung des Geschäftsbereiches Conversion-Optimierung bei QUISMA verantwortlich.

Mehr Informationen und Kontakt bei Xing.

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