25. März 2009
Intrexx Xtreme als Alternative zu Sharepoint?
Es muss auf der CeBIT 2000 gewesen sein, als ich für ein Unternehmen eine Intranet/CMS-Lösung evaluiert habe und auf der CeBIT auf einen kleinen Partnerstand mit zwei Personen, einem PC und einer interessanten Software aufmerksam geworden bin. Intrexx steckte zwar noch in den Kinderschuhen, es gab aber schon Testversionen zum Mitnehmen auf CD und die Lösung sah schon damals recht vielversprechend aus.
Da das System damals zwar schon recht viele Funktionen aufwies, die Funktionstiefe aber eher gering und vor allem die Anpassbarkeit und der Betrieb etwas umständlich war, kam die Lösung damals nicht in die engere Wahl.
Zum Glück ist das Unternehmen jedoch nicht in den Wirren der platzenden Dotcom-Blase untergegangen, sondern hat sich weiter entwickelt. Man baute am Fundament, entwickelte Module, schaffte ein Partnermodell, erleichterte die Administration und entwickelte sich auf schnellem Wege zur Eierlegenden Wollmilchsau. Als Portalanwendung konzipiert, können eine Vielzahl von Anwendungen innerhalb des Portals laufen. Intrexx bringt hier eine Menge mit – und hatte schon viele Jahre vor Apple so was wie einen “AppStore”, in dem man seinen Intrexx-Server mit neuen Anwendungen füttern kann.
Wie das so mit Eierlegenden Wollmilchsäuen ist, hat dies aber auch Nachteile. Die Eier sind etwas klein, die Wolle etwas rau, sie gibt nicht besonders viel Milch und das gleich ist etwas zäh – man ist halt auf keine Disziplin besonders konzentriert und bietet für jedes Unternehmensproblem eine Lösung: z. B. Fuhrpark, Kassenbuch, Bibliothek, Kantine, Newsletter, Mitarbeiterlisten – und natürlich auch Funktionen eines DMS und eines CMS.
Und natürlich kann Intrexx – auch wenn es mittlerweile ein “Xtreme” im Namen führt, um sich von dem Modell, wie ich sie 2000 kennengelernt habe, abzuheben – keinem spezialisierten WCMS oder DMS das Wasser reichen. Für die mittelständische Zielgruppe kann ein solches Kombinationsprodukt jedoch eine gute Lösung sein, um nicht mehrere Spezialsysteme betreiben zu müssen. Zudem lassen sich die Module anpassen oder eigene Module entwickeln, die den eigenen Ansprüchen genügen.
In einer aktuellen Pressemeldung vergleich sich Intrexx mit Sharepoint und wirbt mit der Kundenaussage “Viel weniger Programmieraufwand als Sharepoint”. Im ersten Augenblick meint man vielleicht, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden und in manchen Punkten mag dies auch stimmen – wenn man jedoch sieht, als was Sharepoint alles verkauft wird, ist Intrexx in manchen Punkten gewiss vergleichbar. Der ganze Sharepoint-Hype ist sowieso nicht zielführend, vor allem teuer und oft sinn- und nutzlos. Da ist das Umschauen nach Alternativen bestimmt eine gute Idee.
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