26. Februar 2009

Typo3 besser als RedDot?

Schon gestern bin ich bei meinen Ausflügen durch das Internet auf folgenden Meinung im Weblog des Tiefkühlkost-Unternehmens “Frosta” gestoßen:

Mit Typo 3 wollen wir die Seite jetzt neu auflegen (aktuell ist unsere Seite mit RedDot programmiert was leider schrecklich schwer selbst zu bearbeiten ist).

Auf der einen Seite kann ich die Aussage von Frosta zwar nachvollziehen – richtiger wird sie dadurch aber trotzdem nicht. Der einzige Vorteil von Typo3 gegenüber RedDot ist wohl, dass es mehr Typo3-Freelancer gibt, als solche mit RedDot-Kenntnissen. Dann hört es aber auch schon auf.

Man kann von RedDot halten, was man möchte und es ist mit Sicherheit nicht das pflegeleichteste WCMS am Markt. Typo3 ist aber von “pflegeleicht” mindestens genauso weit entfernt, was schon mit TypoScript anfängt und bei einer Vielzahl von Modulen bei weitem nicht aufhört.

Wohl einziger wirklicher Grund für Frosta auf Typo3 zu setzen ist, dass bereits andere interne Seiten auf Typo3 laufen und man ein gewisses Knowhow aufgebaut hat. Das ist aber kein Zeichen dafür, dass Typo3 die bessere Wahl ist; sondern eher, dass man den Fehler seine Infrastruktur zu vernachlässigen und die erstbeste Lösung zu nehmen, wohl schon vor einiger Zeit gemacht hat. Dies ist kein unübliches Verhalten – besonders bei Unternehmen in der Größe von Frosta. Richtig ist es aber trotzdem nicht – das merkt man oft aber erst Monate später und schluckt dann lieber weiter Kröten, als auch noch den ganzen Content migrieren zu müssen.

Dies soll nicht heißen, dass von Typo3 oder RedDot pauschal abzuraten oder diese pauschal zu empfehlen sind. Die Begründung des Systemwechsels von Frosta lässt aber erahnen, dass es auch mit einer Typo3-Website nicht besser wird. Denn Wissen muss man zu beiden Systemen aufbauen, um eine Website effektiv pflegen zu können. Und da ist RedDot – meiner Meinung nach – nicht komplizierter, als Typo3 oder andere.

Darum hoffen wir mal, dass die neue Website dann auch tatsächlich besser ist, als die bisherige und am Ende nicht – wie leider viele Seiten, die “irgendwie” intern erstellt werden – eher “zusammengestrickt” und weniger professionall aussieht.

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14 Reaktionen zu “Typo3 besser als RedDot?”

  1. Wolfgang Schmidetzki

    Deutliche Worte. Und das ist selten in dieser Branche.

  2. Peter Niederlag

    Sie fordern doch immer die differenzierte Sichtweise? Warum fällt Ihnen das denn so schwer, wenn es um TYPO3 geht?

    Nochmal:
    Es gibt sicherlich viele selbsternannte TYPO3-Agenturen und -Freelancer, die Ihr Handwerkszeug nicht beherrschen, und das wirkt sich leider negativ auf das Gesamtbild TYPO3 aus.

    Nichtsdestotrotz kann TYPO3 nach wie vor sehr wohl entsprechend den Kundenbedürfnissen auch hinsichtlich der Benutzung entsprechend eingerichtet werden. Auch den “Macht einfach Spaß”-Faktor, sollte man nicht ignorieren. :->

    Wenn TypoScript nicht Ihres ist, dafür gibt es doch die entsprechend anerkannten Fachleute, und wer es präferiert kann immer auch auf PHP zurückgreifen.

    Im übrigen scheinen Sie bei RedDot durchaus den Markennamen entsprechend der CI benutzen zu können, es wäre toll, wenn Sie wenigstens das auch bei TYPO3 entsprechend beherzigen würden.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Peter Niederlag

  3. Jörg Dennis Krüger

    Jetzt geht sie wieder los, die Jagd auf mich als Typo3-Hasser. ROTFL

    Aber mein Fischhändler kann mir gerade nichts mehr liefern. Darum kommt einfach nichts von mir, außer vielleicht der Hinweis, dass Uppercase-Markennamen einfach doof aussehen – egal, bei wem – und ich sie deshalb nicht schreibe.

  4. Alex Kempkens

    Hallo Jörg,

    Vielleicht kannst Du einmal erklären was Du unter “pflegeleicht” verstehst.

    Ich denke es ist wirklich sehr schwer ein WCMS oder sogar ECMS zu finden das in allen Variationen einfach in der Arbeit, Weiterentwicklung und Administration bzw. Betrieb ist. Die Anforderungen an WCMS Lösungen sind aus meiner Sicht einfach zu vielseitig.

    Gruß

    Alex

    PS: Nicht unterkriegen lassen ;-)

  5. Heiko Specht

    Ich kann mich der Meinung von Herrn Krüger nur anschließen.
    Die Argumentation von Frosta ist schlecht gewählt. Die Branche weiß, dass RedDot mit Ihrer Art Webseitenpflege zu ermöglichen den Meilenstein gesetzt hat (drücken Sie auf den Punkt und schon gehts los). Alle mir bekannten CMS Systeme (kommerziell oder nicht kommerziell) haben diese Art von Pflegemöglichkeit mehr oder weniger früh auch integriert.
    Ich sehe das Problem nicht bei dem System, sondern bei der mangelnden Ausbildung der Mitarbeiter oder (und das ist Wahrscheinlicher) einer verbesserungswürdigen Umsetzung (z. B. durch eine Agentur). Oder (und das ist Fakt) weil man auf einer Version 4.5 von RedDot die Seiten pflegt, die so alt ist, dass sie einen Bart hat.

    Es ist ja auch nicht der Hammer schuld, wenn man sich beim Setzen eines Nagels damit auf den Daumen schlägt.

    my 2 cents
    Heiko

  6. Tim

    Hallo,

    ich wollte nur anmerken das das CMS “TYPO3″ heißt und nicht “Typo3″. Es heißt ja auch nicht “Bmw” sondern BMW ;-)

    Grüße,
    Tim

  7. Jörg Dennis Krüger

    @Tim: BMW ist eine Abkünrzung, bei der Buchstabe für Buchstabe gesprochen wird. Und da ist die Großschreibung korrekt. TYPO3 sieht nicht nur doof aus, sondern müsste dann – analog zu BMW – “Teeypsilonpeeohdrei” ausgesprochen werden. Das will ja auch keiner, oder? Darum schreibe ich Typo3 – das sieht besser aus und ist besser zu lesen.

    Und übrigens: Die kommerziellen CMS-Anbieter haben es wirklich nicht nötig, sich über sowas zu beschweren (und das auch noch mehrfach bei einem einzigen Blogbeitrag), warum die Kubikrechtschreibfehler-Community?

    Und wie gesagt: Mein Fischhändler hat jetzt zu. Ich antworte auf so ein Getrolle nicht mehr.

  8. Denis Bartelt

    Typo3 ist so weit vom Nutzer weg, wie der Nordpol von der Antarktis, 90% aller Module sind nicht zu empfehlen. RedDot hat nach der Erfindung des roten Punktes die Entwicklung gestoppt und steckt heute da, wo es vor Jahren war. Innovationen stecken in keiner dieser Lösungen. Mehr muss man zu diesem Vergleich nicht sagen. Weiterso…

  9. Jörg Dennis Krüger

    @Denis Bartelt: Ich sehe, wir verstehen uns. ;-) Ich beobachte die Entwicklung bei RedDot auch skeptisch – man entwickelt sich ja schon weiter. Aber ob das die richtige Richtung ist?

  10. Alexander Schmidt

    Ich halte es nicht für gerecht, ein RedDot 4.5 (SP3) – 4.5.3.17 mit einem aktuellen Typo3 zu vergleichen. Vielleicht hätte Frosta ein Update in Erwägung ziehen sollen…

  11. Martin

    Ich habe gestern mal mit einem RedDot (ich bleibe mal bei der alten Bezeichnung) gesprochen, und zwar über so unwichtige Dinge wie den schnöden Mammon. Es war ein offenes Gespräch. Also, es geht praktisch bei 40.000,00 € (reine Softwarekosten) los und zukünftig wird man sich bei Projektgrößenornungen von schnell 250,000,00 € bewegen. Das mag natürlich gerechtfertigt sein, dass entzieht sich meinen Kenntnissen. Aber mir scheint, häufig werden doch Äpfel mit Stachelbeeren verglichen. Auf jeden Fall sitzt der Stachel des open Source Gedankens so tier, dass sich Firmen wie RedDot aus diesem Geschäftssegment zurückziehen. Und einem Anbieterwechsel liegen oft Überlegungen zugrunde, welche stark von (zukünftigen) Trends beeinflußt werden (Webedition wäre ein Stichwort).

    An Denis:Die Äußerungen bezüglich Namen, Schreibweisen und Fischhändlergeschichten helfen nicht wirklich weiter, oder? Das sind Bierbrüdergespräche am Stammtsich.

  12. Gunnar

    Unsere TYPO3 Zufriedenheit ist sehr sehr groß. Der Konfigurationsaufwand und die Administration sind sicherlich komplex und nicht immer selbsterklärend. Auch die Script-Sprache ist nicht einfach.

    Aber: Die individuelle Anpassung zum Beispiel für die Redakteure und Anbindung von Drittsysthemen bei gleichzeitiger Update-Fähigkeit ist hervorragend und sehr sehr flexibel.

    Meine Empfehlung hat das Produkt TYPO3 auf jedenfall. Und es ist nicht unser erstes WCMS welches wir einsetzen. Wir haben direkte Vergleiche zu propäritären Systemen.

    Mir gefällt die Schreibweise TYPO3 als Markenname übrigens gut.

    Gruss

  13. Roland

    Also ich habe inzwischen mit meiner Internetagentur über 40, davon drei wirklich große Projekte mit TYPO3 umgesetzt. Mit RedDot habe ich noch nicht gearbeitet, also kann ich nur von meinen TYPO3 Erfahrungen sprechen.

    Um erfolgreich und qualitativ hochwertig mit TYPO3 arbeiten zu können, bedarf es einer langen Einarbeitungszeit. Ist man bereit diese Zeit zu “opfern”, bekommt man eine freie CMS Lösung, mit der man nahezu alle Anforderungen bewältigen kann. Reichen die Bordmittel nicht aus, intergriert man an eine eigene Extesnion.

    Ich gebe Euch in einem Punkt allerdings Recht: Viele Extesnions im Repository sind wirklich sehr schlecht! Aber liebe Kollegen bei jeder Extension steht der Status und die Anzahl der Downloads dabei. Ist das nicht ein Kriterium? Wer sich eine Extension im Alpha Status herunterläd und sich dann beschwert, ist selber schuld.

  14. Peter Pröll

    Danke an meinen Namenskollegen Peter Niederlag.
    +1

    Und ein Hinweis für alle TYPO3-Fans – schnell zu SourceForge gehen und für TYPO3 voten als “Best Project for the Enterprise” und für FLOW3 als “Best new Project”:

    http://sourceforge.net/community/cca09/vote/

    Das ist viel besser, als sich hier in endlose und nutzlose Diskussionen zu verwickeln / verwickeln zu lassen ;-)

    Und Frosta wünsche ich einen erfolgreichen Relaunch mit TYPO3!

    Herzliche Grüsse
    Peter

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Der Autor

ECM-Experte Jörg Dennis Krüger

Jörg Dennis Krüger ist unabhängiger ECM-Spezialist und seit vielen Jahren Beobachter und Meinungsgeber der Branche. Zudem gilt er als Spezialist für Online-Performance-Marketing mit Schwerpunkt auf Conversion Optimierung.

In seinem ECM-Blog lesen Sie seine Meinung zu aktuellen Themen der Branche, Technologietipps und Erfahrungen zum praktischen Einsatz von Enterprise Content Management im Unternehmen.

Von 2008 - 2010 war er Vice President des weltweiten Verbandes von Content Management Praktikern "Content Management Professionals". Er ist als Senior Manager für Aufbau und Leitung des Geschäftsbereiches Conversion-Optimierung bei QUISMA verantwortlich.

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