11. August 2008
ECM-Anbieter brauchen auch eine gute Rechtsabteilung…
Es ist sehr schade, wenn es dazu kommt – aber manchmal scheint man es nicht verhindern zu können. Kunden sind nicht immer zufrieden und in machen Fällen findet man sich vor Gericht wieder. Dies ist nur ein trauriges Bild für alle Projektbeteiligten, sondern auch finanziell ein Desaster für beide Seiten. Egal, wer am Ende obsiegt, es hat beide Seiten viel Geld gekostet – und den Kunden meist noch sehr viel wertvolle Zeit.
Doch was ist der Hauptstreitpunkt? Zumeist wohl auch das Geld. Oft klafft zwischen den Versprechungen aus der Vertriebsphase und der tatsächlichen Umsetzung ein großes Loch. Was während der Präsentationen und Verhandlungen noch “gar kein Problem” oder “im Standard inbegriffen” war, muss auf einmal teuer neu entwickelt werden. Da ist es nicht selten, dass zu Beginn 500.000 Euro Gesamtprojektkosten avisiert werden und es am Ende 5.000.000 Euro werden.
Natürlich kann man hier nicht alles auf den Vertrieb schieben. Nicht selten ist der Kunde auch zu blauäugig und unerfahren, ändert seine Anforderungen mehrfach und hat nicht den Background um entscheiden zu können, was eine kleine und was eine große Änderung ist (kostentechnisch gesehen).
Sehr häufig verspricht der Vertrieb – gedrängt von Vertriebszielen, Quartalsabschlüssen und mehr – auch das Blaue vom Himmel herunter. Oft meist nichtmal wider besseres Wissens, denn so mancher Vertriebsmitarbeiter hat erschreckend wenig Ahnung von dem, was er da verkauft und genauso erschreckend wenig ausreichend Zugriff auf technisches Personal.
Auch die Kosten für Betrieb und Wartung werden oft von den Anbietern sehr klein geredet. Wer einem Kunden erzählt, dass ein einziger Server und 20 Stunden/Woche Administration ausreicht, hat damit (fast) immer unrecht. Trotzdem hört man dies oft genug – um dann irgendwo zu lesen (oder auf nachfrage erzählt zu bekommen), dass dies die “Minimalen Voraussetzungen” sind.
Die Beweisführung vor Gericht ist leider meist genauso schwierig wie die Evaluation eines Systems. Wenn ein Projekt so weit gekommen ist, gibt es meist auch keine gute Dokumentation des Verlaufs. Ein – nicht ganz günstiges – Gutachten kann helfen; muss es aber nicht.
Am Ende ist man schlauer und steckt beim nächsten Projekt noch mehr Zeit in die Evaluation, in Prototypen, Proof of Concepts, in Testing und Expertenwissen. Denn, auch wenn WYSWIYG bei der Erstellung von Inhalten mittlerweile Standard ist – bei Unternehmen ist man oft weit davon entfernt.
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Am 19. August 2008 um 11:26 Uhr
Fast jedes kleine bis mittelständische IT-Unternehmen kann ohne vernünftige Rechtsabteilung nicht lange genug existieren. Gerade bei Projekten dieser Größenordnung ist ein guter Rechtsanwalt an seiner Seite nicht verkehrt.