23. Juli 2008
Oracle entscheidet sich gegen eigene Lösung
Oracle blogt. Das ist erstmal eine gute Nachricht. Das Unternehmen nutzt diesen Kanal, um Informationen aus dem Bereich Technologie, Unternehmensinformationen, Applikationen und mehr an die interessierten Leser zu bringen und somit Hürden abzubauen. Dies ist, besonders für internationale Softwareanbieter, ein guter Weg, enger mit Kunden zu kommunizieren und eine Bindung herzustellen.
Doch als Grundlage für die Unternehmensweblogs nutzt Oracle nicht die eigenen Lösungen (“Oracle Universal Content Management” (UCM), ehemals Stellent), sondern hat die Enterprise-Version der Blogging-Software MovableType hierfür angeschafft.
Es passiert natürlich, was passieren muss: landauf, landab wird jetzt über Oracle hergezogen. Man habe seine eigenen Produkte nicht im Griff, die Integrationsbemühungen haben wohl noch keine Früchte getragen usw.
Aber ist es denn verwerflich, dass Oracle statt der eigenen CMS-Lösungen MovableType einsetzt? Ist es ein negatives Zeichen für die Oracle Software?
Mitnichten!
Es ist vielmehr eine richtige Entscheidung, Software zu verwenden, die für das geplante Einsatzszenario optimal ist, statt die eigene Software so zu biegen, dass es passt. Blogging, selbst auf “Enterprise Niveau”, hat – je nach Umsetzung – vollkommen andere Anforderungen, als das normale (Enterprise) Content Management im Unternehmen. Rein funktional kann UCM auch Blogging abbilden. Es wäre jedoch mit Kanonen auf Spatzen geschossen, allein für die Corporate Weblogs ein UCM zu betreiben. Erst, wenn ECM-Anforderungen wie beispielsweise Integration von Inhalten hinzu kommen, könnte die Umsetzung der Blogs innerhalb einer Lösung wie UCM sinnvoll sein.
Dazu bietet spezialisierte Blogsoftware durch eine starke Vereinfachung und Verflachung der Redaktionsprozesse Vorteile in der Anwendung, die mit Lösungen wie UCM nur mit besonderem Aufwand – z.B. der Erstellung eines One-Page-Publishing-Dialogs – realisiert werden kann. Auch Funktionen wie das überaus notwendige Filtern von Spam in den Kommentaren und Trackbacks ist zusätzlich zu integrieren.
Warum sollte Oracle deshalb viel Aufwand dafür verschwenden, UCM dafür einzuführen, wenn man die wirklichen Vorteile, die UCM bietet, dann doch gar nicht nutzt? MovableType ist hier deshalb eine nachvollziehbare Entscheidung.
Wie es um die Integration jedoch insgesamt gestellt ist, ist trotzdem eine gute Frage. Für Deutschland weiß ich, dass es ein engagiertes UCM-Team gibt – das aber ziemlich unabhängig von den Oracle-Strukturen arbeitet. Rein technologisch sieht die Integration wohl jedoch deutlich besser aus.
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