15. Mai 2008
Usability: Nichts Gutes gewohnt
Wenn das Probleme “Usability” auf den Tisch kommt, sind viele Entscheider überfordert. Sie können das Thema nicht einordnen und stufen es oft als “Modethema” ein. Dies trifft insbesondere IT-Entscheider mit einem stark technischen Background.
“Usability” oder auch “Benutzerfreundlichkeit” ist dabei elementar für alle IT-Systeme, die neu eingeführt werden. Ein bestes Beispiel dafür, wo der Nutzen einer intuitiven Bedienung liegt, ist das iPhone. Dieses Gerät kann von praktischem jeden sofort bedient werden, ohne sich einarbeiten oder gar eine Anleitung lesen zu müssen.
Wer kann dies von seiner Software sagen?
Genau das Problem der mangelnden Benutzerfreundlichkeit ist es jedoch, was Tag für Tag den Projekterfolg schmälert. Benutzer müssen umfangreich geschult werden, sich in technische Abläufe einarbeiten und letztendlich ihre Arbeitsweisen stark der Software anpassen und so manchen “menschlichen Workaround” einüben.
Das Problem liegt jedoch viel tiefer. Schon viele Softwareanbieter sehen das Problem nicht liefern mit ihrem Produkt mehr oder weniger schlechte Oberflächen aus. Oft wird dies damit begründet, dass der Kunde die Oberfläche sowieso seinen eigenen Ansprüchen nach gestaltet und es daher nicht sinnvoll ist, hier schon etwas ausprogrammiertes mitzubringen.
Dies ist jedoch grundlegend falsch. Wirklich gute Software sollte Benutzerfreundlichkeit auf unterster Ebene verinnerlicht haben und es so nicht dem individuellen Projekt überlassen, dass Bedienung und Dialoge optimiert werden. Die Kosten, die hierfür im individuellen Projekt entstehen, können viel effektiver einmal vom Softwareanbieter erzeugt und als releasfähige Basisfunktion an seine Kunden ausgeliefert werden.
Was man alles unter “Usability” zusammen fassen kann und wie man eine Lösung, Dialoge und Abläufe möglichst benutzerfreundlich gestalten kann, ist keine Checkliste, die man nur abarbeiten muss. Es ist eine hoch komplexe Aufgabe, die nicht in kurzer Zeit zu erledigen ist und auch jeweils von der avisierten Zielgruppe abhängt.
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3 Reaktionen zu “Usability: Nichts Gutes gewohnt”
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Am 18. Mai 2008 um 14:48 Uhr
Schönes Thema, weil es zwar aus Designsicht einige Häkchen via Checklsit abzuhaken gilt auf der anderen Seite es aber immer um Daten, Content/Inhalte geht die strukturiert, positioniert und vor allem priorisiert werden müssen.
Der Fehler ist, dass Usability immer mehr oder weniger nur als Design- und Interaktionsthema verstanden wird. Es geht aber schon da los, wo komplexe Datenbestände einfach und für die Zielgruppe personalisiert aufbereitet werden müssen.
Ein Kollege erzeugte mal den Satz: “Usability ist die Kunst nicht benötigter Kram auszublenden, denn was nicht da ist kann nicht stören”.
Am 19. Mai 2008 um 11:29 Uhr
Lieber Herr Krüger,
ich stimme Ihrem Beitrag voll und ganz zu und dies nicht nur, weil unser Kerngeschäft von der Usability der Benutzeroberflächen von ECM-Systemen lebt (und hierbei kann es auch schon einmal vorkommen, dass die Weboberfläche der ECM-Anwendung alten Fat-Client-Lösungen nachempfunden werden muss, um Änderungen in Arbeitsabläufen / „menschlichen Workarounds“ zu vermeiden).
Leider vermisse ich bei Ihrem Artikel weiterführende Informationen zu diesem Thema oder einfach ein paar vorbildliche Umsetzungen in der Praxis an denen man sich ein Beispiel nehmen könnte (bei letzterem könnten wir Ihnen natürlich gerne behilflich sein
).
Mit freundlichen Grüßen
M. Sax
Am 20. Mai 2008 um 13:30 Uhr
Hallo Herr Krüger,
mal wieder ein interessanter Beitrag. Wobei ich vorsichtig hinzufügen will, dass sich leider unter “usability” oder “Benutzerfreundlich” ein ganzes Konglomerat an Bedingungen wiederfindet. Wenn ich “useability” mit “Bedienbarkeit” übersetzen darf, wird es schnell klar, dass weitere Faktoren hinzukommen, welche die “Benutzerfreundlichkeit” beeinflussen:
- Bedienbarkeit (s. o.)
- Funktionalität (Nutzen)
- Kompatibilität (Funktioniert hüben wie drüben)
- Verfügbarkeit (keine “Fehlermeldungen”)
- Geschwindigkeit (Daten stehen schnell zur Verfügung)
All diese Faktoren führen dazu, dass ein Informationskonsument (schönes Wort für Enduser gell
) etwas als “useable” wahrnimmt.
Ich stimme meinen Vorkommentatoren darin überein, dass in viel zu vielen Fällen nur durch die Informationserzeuger Brille geschaut wird – aber nicht durch die mehrwerterzeugende Brille des Konsumenten.
Erfahrungen haben leider gezeigt, dass Unternehmen häufig die lapidare Antwort bringen die in etwa so lautet: Wir haben keine Zeit uns zu verbessern.
Hat mich wirklich gefreut hier wieder einmal einen Beitrag zu finden, der sich mal wieder mit der Sicht des Users beschäftigt.
Grüße
Heiko Specht