8. Mai 2008
Daten sicher speichern – Amazon S3
Ein wichtiger Bestandteil von Enterprise-Content-Management ist die dauerhafte und sichere Speicherung aller Daten. Insbesondere für kleinere Unternehmen stellt dies eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar, sind doch professionalle Storagedevices oder Datenjukeboxen mit erheblichen Anschaffungskosten und Betriebsaufwänden verbunden. Auch tägliches, professionelles Backup inkl. Lagerung und Prüfung ist ein erheblicher Aufwand, der mit hohen Kosten verbunden ist.
Eine Möglichkeit, das Problem einzudämmen und auf Technologie zuzugreifen, die intern nicht oder nur schwer zu betreiben wäre, ist die Nutzung von Amazons Simple Storage Service (S3). Amazon bietet hiermit jederman die Möglichkeit Daten auf Amazon-Servern zu speicher und damit die selbe Architektur zu nutzen, die Amazon auch für den Betrieb der eigenen Lösungen verwendet. S3 ist in den USA und Europa verfügbar, so dass Daten aus Europa auch in Europa bleiben, was nicht nur bei Datenschutzaspekten ein wichtige Thema ist.
Amazon sichert eine Verfügbarkeit der Daten von 99,99% zu und schließt einen Verlust von Daten vollkommen aus, da die Daten redundant in verschiedenen Rechenzentren verteilt gespeichert werden. Die Abrechnung erfolgt rein nach tatsächlicher Nutzung, basierend auf Datentransfer, Datenspeicher und Anzahl der Transaktionen (Datei speichern, abrufen, löschen, verschieben etc.). Bei angenommener Datenmenge von 5 GB und Datentransfer von 3 GB/Monat entstehen Kosten von rund einem Euro. Hier ist schön zu sehen, für welche Volumina die Technologie ausgelegt ist und genutzt wird.
Dabei verwendet S3 ein offenes Protokoll, mit dem jeder Softwareanbieter einen eigenen Zugriff auf die Daten realisieren kann. Für einen einfachen Zugriff wie auf ein Laufwerk bieten sich Softwareprodukte wie JungleDisk an, das sich unter Windows, MacOS und Linux wie ein Laufwerk verhält.
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8 Reaktionen zu “Daten sicher speichern – Amazon S3”
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Am 9. Mai 2008 um 13:51 Uhr
quelle: http://www.blogpotato.de/2007/08/21/amazon-s3-gibts-das-auch-in-%E2%80%94-schnell/
[...] «Amazon S3» ist langsam, jedenfalls im Bezug auf die Übertragung der Daten – erfahrungsgemäss lassen sich die in Deutschland und in der Schweiz gängigen DSL- und Kabelmodem-Verbindungen ins Internet weder beim Upload noch beim Download ausnützen. «Amazon S3» ist für europäische Benutzer vermutlich langsam, weil die von «Jungle Disk» verwendeten «Amazon S3»-Server in den USA betrieben werden. «Amazon S3» unterhält mittlerweile zwar auch Server in Europa, doch diese sind bislang per «Jungle Disk» nicht zugänglich. Hinzu kommt, dass für die europäischen «Amazon S3»-Server höhere Nutzungsgebühren anfallen. [...]
Microsoft versucht derzeit mit “Live Mesh” ein ähnliches Content Distribution Konzept zu realisieren. Ich persönlich halte jedoch den Deutschen Markt derzeit noch für zu konservativ um tatsächlich unternehmensrelevante Daten (seien es auch nur Binärdaten) auf Drittanbieter-Systemen zu hosten, die möglicherweise sogar vom Wettbewerb betrieben werden.
Grüße
Ihr Leser
Heiko Specht
Am 9. Mai 2008 um 14:04 Uhr
Live Mesh soll wohl noch viel weiter gehen – aber bei Microsoft würde ich meine Daten auch nicht speichern.
Jungle Disk 2.0 (soeben released) kann auch den europäischen Dienst nutzen. Zudem war Amazon S3 (US) nie langsamer als meine Internet-Verbindung – aber der von Ihnen referenzierte Beitrag ist ja auch schon fast ein Jahr alt, vielleicht hat Amazon da etwas an der Schraube gedreht.
Jungle Disk cached Daten zudem lokal, so dass bei der täglichen Arbeit die Geschwindigkeit des Services nicht von starker Relevant ist – spätestens in der Nacht sind die Daten wieder synchron.
Am 9. Mai 2008 um 14:56 Uhr
Nun ja, das verwendete Zitat stammt aus dem Kommentar zum Blog und ist vom Januar dieses Jahres also noch mäßig frisch. Und das Jungle Disk 2.0 soeben released wurde habe ich tatsächlich verpasst. (shame on me). Naja – zugegebenermaßen interessieren mich Beta Versionen für den Einsatz im Livebetrieb auch nicht so sehr
(ich würde sagen es steht 1:1 oder ?).
Zudem ist die S3 Infrastruktur in Europa noch nicht auf dem Stand wie in den USA – ich bin mir nicht sicher (finde auch keine Aussagen darüber) ob die Performance da schon für den Massengebrauch tauglich ist.
Nichts desto trotz sollte genau überprüft werden welche Daten über S3 gehalten/geliefert werden und wie verfügbar diese sein sollten.
Grüße
Heiko Specht
ps:
“Please note that the pricing below refers to which datacenter you select within the Jungle Disk software, not where you are physically located. For example, customers in Europe are permitted to use the US based servers and pay the rates associated with the United States fee structure below.”
http://help.jungledisk.com/Jungle%20Disk%20Knowledgebase/page.aspx?pageid=second_kb_article&dummy=145333&search=europe
Eintrag aus der Knowledgebase für Jungle disk vom 01.05.2008……
Am 9. Mai 2008 um 15:11 Uhr
pps: meine Aussage mit der Prüfung welche Daten und wie verfügbar bezieht sich übrigens auf die News:
http://www.datacenterknowledge.com/archives/2008/Feb/15/major_outage_for_amazon_s3_and_ec2.html
Und die Frage ob allein die Unterzeichnung von SLA einen Service sicherer und beständiger machen lasse ich mal offen. Zumindest mag man einen Teil seines Geldes erstattet bekommen.
Am 9. Mai 2008 um 15:49 Uhr
Hierzu muss man vielleicht konkret sagen, dass kein Service 100% verfügbar ist. Natürlich wird jeder Storageservice immer mal wieder aufallen – Amazon S3, genauso wie geplante Services von Google und Microsoft. Und erst recht interne Dienste! Besonders kleine und mittlere Unternehmen haben, wie im Blogbeiträg erwähnt, mit solchen Diensten die Möglichkeit Infrastruktur zu nutzen, die man intern nicht vorhalten kann oder will. Wer sich leisten kann, ein “echtes” Storageszenario intern aufzubauen, sollte dies vorziehen – muss aber auch die laufenden Kosten betrachten. Für viele Zwecke sind Dienste wie S3 voll und ganz ausreichend – Alternativen stelle ich im Blog zeitnah vor.
Am 9. Mai 2008 um 16:12 Uhr
Sehr fein – freue mich auf die weiteren Blogs….
Heiko Specht
Am 2. Juli 2008 um 12:25 Uhr
[...] hoch verfügbare Storagesysteme nicht erschwinglich. Bereits vor einiger Zeit wurde in diesem Weblog Amazons Dienst “Simple Storage Service” als Alternative zur Lösung dieser Herausforderung [...]
Am 24. Oktober 2008 um 00:09 Uhr
Zum Thema SLA bei Amazon habe ich grade einen Artikel verfasst:
http://itblog.eckenfels.net/archives/394-AWS-Cloud-SLAs.html
Zu beachten ist, dass AWS zwar Datenverlust ausschliesst, aber auch keine Haftung dafür übernimmt.
Meine Theorie: ein Cloud Anbieter ist wie eine Inhouse IT-Abteilung: man trägt das Risiko selbst, muss sich drauf verlassen dass sie es gut machen, zahlt nur die Kosten. Bei Outsourcing Verträgen mit Konventionalstrafen wird man in der Regel einen Auffschlag zahlen müssen. Vorteil gegenüber der eigenen IT Abteilung ist sicherlich dass es mehr Experten sind und die Investiionen in die Platform größer. (Dafür ist sie aber auch komplexer).
Gruss
Bernd