18. Januar 2008
Auch agorum DMS jetzt Open Source: Allheilmittel?
Die Open Source Landschaft an Dokumentenmanagementsystemen (DMS) ist erheblich kleiner, als die im Web-Content-Management-Umfeld. Gibt es bei letzterer hunderte von Systemen sind es im DMS-Bereich eher rund ein Dutzend. Entsprechend ist die Ankündigung der agorum GmbH das gleichnamige DMS nun unter die GPL zu stellen prinzipiell eine gute Nachricht.
Doch gibt es vielleicht einen Grund, warum es nur so wenige Open Source DMS gibt? Und vielleicht auch einen, warum Agorum sein Heil darin sucht, sein Produkt frei verfügbar zu machen?
Dokumentenmanagement ist nicht nur in den von den Anwendern gestellten Anforderungen komplexer als (reines) Web Content Management, sondern die Zielgruppe ist auch – da praktisch durchweg Unternehmen zur Anwenderschaft zählen – erheblich anspruchsvoller. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Einzelprogrammierer – wie im Bereich WCMS – DMS entwickeln; das Angebot entwickelt sich so sehr langsam. Zudem verfügt der Marktführer der Open Source DMS, Alfresco, nicht nur über einen Vorsprung in der Reichweite, sondern auch bei der Funktionalität. Dies ist für neue Mitbewerber schwer einzuholen.
Open Source ist zudem nur sinnvoll, wenn es gute Community gibt. Vor dieses Problem steht Alfresco (besonders in Deutschland) nach wie vor, schafft es aber langsam, dies zu lösen. Ob Anbieter wie beispielsweise Agorum eine wirklich aktive Community aufbauen können, ist sehr ungewiss.
Wenn jedoch keine/kaum Community verfügbar ist, ist Open Source Software – größtenteils – nicht mehr, als ein “Lockangebot” zur Nutzung der Beratungs- und Programmierleistungen des Softwareherstellers/Programmierers.
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5 Reaktionen zu “Auch agorum DMS jetzt Open Source: Allheilmittel?”
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Am 23. Januar 2008 um 13:45 Uhr
Hallo,
aktuell kann man das System jedoch nicht selbst (= eigenständig) testen/downloaden/installieren – daran wird derzeit laut Hersteller noch gearbeitet…
Am 22. April 2008 um 23:35 Uhr
Hallo,
Wir sind gerade im Geschäft daran ein DMS zu implementieren. Wir haben uns für die SW-Lösung von Saperion entschieden und werden sehr viele Bereiche wie Intranet, Dokumenten, Records-Management, Archiv, Workflow, Mail-Archiv, Rechnungsscanning und evt. weitere Projekte wie CRM darüber realisieren. Und ich muss sagen: was ich bis jetzt von sogenannten möchte-gern “DMS” als OpenSource gesehen habe, bin ich absolut überhaupt nicht überzeugt. Agorum Core und Co mögen zwar evt. eine gute Idee dahinter haben, dennoch sind Sie im Front-End und in die Einbindung für Office nicht zu gebrauchen. Ich nenne nur mal die Stichworte Offline-Client, Mail(z.B. Outlook)-Integration, usw…
Kann man mit agorum dem Dokument mehrere Kategorien zuweisen? Kann man z.B. die Dokumente dynamisch anzeigen lassen? Ein Bsp. DokumentenTyp Produkt-Beschreibung, Land: CH, Sprache: Deutsch, Kunde: der Bund, Produkt: Steuersoftware ==> ein Product-Manager sucht nach Steuersoftware, ein Sales nach CH/Bund, ein Übersetzer nach Deutsch. Um es hart zu formulieren: bis heute sind diese DMS keine wirklichen DMS! Sogar in der nicht-OpenSource-SW gibt es imho himmeltraurige Beispielw…
Am 25. April 2008 um 03:14 Uhr
Entschuldigen Sie Herr Bleichenbacher,
aber agorum core kann das sehr wohl was Sie alles in Frage stellen.
Das einzige Problem ist die Vorschau-Ansicht bei Word. Diese geht nur über ein Browser-PlugIN vom Microsoft, aber PDF z.B. geht direkt. und man kann auch nach einem “Wort” suchen das innerhalb der DOkuments oder PDF´s ist suchen und finden. Man ist nich nur auf seine MetaDaten angewiesen.
Sicher ist das immer nur ein “Basic” bei OpenSource. Allerdings gibt es auch eine DMS für wenig geld die auf MDB, MSSQL oder MYSQL läuft. Nennt sich Paper-Office. Allerdings schein da der Support sehr schlecht zu sein.
Am 1. Juli 2008 um 18:19 Uhr
Hallo,
wir haben bei uns auf der Firma (mittelständiges Unternehmen) lange nach einem DMS gesucht, uns letztendlich für bitfarm-Archiv DMS [http://www.bitfarm-archiv.de] entschieden und sind sehr zufrieden damit.
Voher hatten wir einige andere Hersteller getestet. Entweder waren sie zu teuer, nicht stabil genug, nicht funktionell genug oder entsprachen nicht unseren Erwartungen.
Wir hatten zunächst die GPL-Version von bitfarm-Archiv getestet, um anschließend auf die Enterprise-Version zu wechseln, weil der GPL-Version einige Funktionen der Enterprise-Version fehlten.
Positiv überrascht waren wir nach einer Vorführung über die genialen Funtionen der Enterprise-Version und die geringen Anschaffungs- und Wartungskosten im Vergleich zu anderen Herstellern. Deswegen haben wir zugeschlagen und wollten nicht auf die nächste GPL-Version warten, die angeblich sehr nah an die Enterprise-Version herankommen soll, aber bisher in unregelmäßigeren Abständen erscheint als die Enterprise-Version. Vielleicht lohnt sich für den ein oder anderen das Warten ja.
Am 4. Mai 2009 um 14:03 Uhr
[...] Jörg Dennis Krüger schrieb dazu in seinem Blog-Artikel: [...]