11. April 2007

8 von 10 Softwareanbietern nutzen ihre eigene Software nicht

“Unsere Software selbst einsetzen? Wir wollen doch überleben!” – So oder so ähnlich muss es sich teilweise in den Chefetagen der großen Anbieter von Enterprise Content Management Software anhören, wenn es darum geht, doch einfach mal die eigenen Produkte einzusetzen. Oft ist dies ja nur eine reine Vermutung und die Anbieter wehren sich stark dagegen – schließlich sei ja die eigene Software das beste, was man finden kann.

Einen wunderschönen Weg, herauszufinden, wie Anbieter ihre eigenen Produkte einsetzen fand die Butler Group im Rahmen der neuen Studie “Document Collaboration”. Die in der Studie berücksichtigten Produkte sind:

  • Adobe: Acrobat 8, Acrobat Connect
  • EMC: eRoom
  • IBM: Notes/Domino, Workplace, Lotus Quickplace
  • Microsoft: Sharepoint Services 3.0, Sharepoint Server 2007, Groove
  • OpenText: LiveLink Document Collaboration, OpenText (Hummingbird) eDocs Collaboration
  • Oracle: Collaboration Suite, Content DB, Records DB
  • Stellent: Collaboration Management
  • Vignette: Vignette Collaboration

Man bat nun jeden Anbieter, seine eigene Software zu nutzen, um mit Butler zusammen, die Studie zu erstellen und abzustimmen. Richard Edwards, einer der Autoren der Studie, erklärte Tim Barker von Koral das erschreckende Ergebnis: Acht dieser zehn Anbietern waren nicht im Stande dies mit ihren eigenen Produkten durchzuführen und nutzen lieber E-Mails.

Offen bleibt zwar, bei welchen beiden Produkten der Einsatz tatsächlich stattfand, es ist jedoch klar, dass die Softwareanbieter oft Dinge verkaufen, die sie selbst nicht einsetzen (können). Das mag an fehlendem Know-how oder schlechten Produkten liegen. In jedem Fall wirft es kein gutes Licht auf die Branche.

Um die Frage “Is this just me that is shocked by this statistic?” von Tim Barker in seinem Blog zu beantworten: “No, I wasn’t really shocked. Many vendors have no idea what exactly they are selling – that is easy to see. But I am astonished how many it are…”.

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3 Reaktionen zu “8 von 10 Softwareanbietern nutzen ihre eigene Software nicht”

  1. Uwe (erforderlich)

    Die 80/20-Regel ist doch schon lange veraltet (zu 80% natürlich). Du hättest “9 von 10″ schreiben müsssen.

  2. Jörg Dennis Krüger

    @Uwe: Na ja… es ist ja keine Regel, sondern ein Neben-”Ergebnis” einer Butler-Studie. Entsprechend erheblich aussagekräftiger, als irgendeine Faustregel. In anderen Bereichen – wenn wir beispielsweise konkret über WCMS sprechen – ist diese Regel gar nicht anwendbar. Hier setzen IMHO fast 100% der Anbieter ihre eigene Software produktiv ein. Collaboration, wie im obigen Beispiel, ist natürlich ein komplexeres Thema – was die Anbieter aber trotzdem im Griff haben sollten.

  3. Dietmar Enghauser

    Ich arbeite bei EMC und kann bestätigen dass wir zu den 20% gehören. eRoom wird sehr intensiv genutzt und erleichtert die Zusammenarbeit sehr.
    Freut mich dass wir hier ein gutes Beispiel sind! :-)

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Der Autor

ECM-Experte Jörg Dennis Krüger

Jörg Dennis Krüger ist unabhängiger ECM-Spezialist und seit vielen Jahren Beobachter und Meinungsgeber der Branche. Zudem gilt er als Spezialist für Online-Performance-Marketing mit Schwerpunkt auf Conversion Optimierung.

In seinem ECM-Blog lesen Sie seine Meinung zu aktuellen Themen der Branche, Technologietipps und Erfahrungen zum praktischen Einsatz von Enterprise Content Management im Unternehmen.

Von 2008 - 2010 war er Vice President des weltweiten Verbandes von Content Management Praktikern "Content Management Professionals". Er ist als Senior Manager für Aufbau und Leitung des Geschäftsbereiches Conversion-Optimierung bei QUISMA verantwortlich.

Mehr Informationen und Kontakt bei Xing.

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