27. März 2007

Zwischen 25.000 und 300.000 Euro

Bei der Analyse von Angeboten wundert man sich schon öfter. Da wird die gleiche Anforderungsdefinition an fünf Anbieter geschickt – und zurück kommen Angebote mit drei bis 50 Seiten, in denen das Projekt einmal mit 25.000 Euro, mal mit 65.000 Euro und mal mit 300.000 Euro (ohne Lizenzkosten!) angeboten wird.

Zu Einen lernen wir daraus, dass die Anforderungsdefinition nicht gut war (dieser hat der Kunde in Eigenregie erstellt). Sie ließ augenscheinlich viel zu viel Platz für Interpretationen des wirklichen Funktionsumfangs. Wenn man jedoch betrachtet, dass es bei dem Angebot eigentlich “nur” um eine Website ging, hätte ein erfahrener Anbieter auch gut einen realistischen Wert schätzen können.

Zum Anderen lernen wir aber, dass einige Anbieter vor Selbstbewusstsein strotzen – und andere sehr unsicher sind. Um bei dem Projekt auf Anpassungsaufwände im Wert von 300.000 Euro zu kommen, muss man einen unglaublichen Risikozuschlag einrechnen. Sieht man dann noch, dass die neue, vollkommen runderneuerte Version der Software gerade erst auf den markt gekommen ist, heißt es eigentlich “Finger weg!”. Der Anbieter hat sein Produkt überhaupt nicht im Griff und kann überhaupt nicht abschätzen, was das wird.

Der 25.000 Euro Anbieter scheint jedoch darauf zu kalkulieren, dass er am Ende doch eine erheblich größere Rechnung schreiben kann – auch kein gutes Geschäftsgebaren.

Aber: Am Ende muss immer alles eine Einzelfallentscheidung sein, basierend auf dem Angebot, den tatsächlichen Leistungen des Produkts und dem zwischenmenschlichen Miteinander.

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Eine Reaktion zu “Zwischen 25.000 und 300.000 Euro”

  1. Dietmar Enghauser

    Es ist auch häufig der Fall dass die Anbieter nicht ausreichend mit dem Kunden kommunizieren und somit nicht verstanden haben was der Kunde will.
    Andersherum gibt es auch Kunden die nicht verstehen was angeboten wird und er kann somit die Angebote nicht korrekt beurteilen und vergleichen.

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Der Autor

ECM-Experte Jörg Dennis Krüger

Jörg Dennis Krüger ist unabhängiger ECM-Spezialist und seit vielen Jahren Beobachter und Meinungsgeber der Branche. Zudem gilt er als Spezialist für Online-Performance-Marketing mit Schwerpunkt auf Conversion Optimierung.

In seinem ECM-Blog lesen Sie seine Meinung zu aktuellen Themen der Branche, Technologietipps und Erfahrungen zum praktischen Einsatz von Enterprise Content Management im Unternehmen.

Von 2008 - 2010 war er Vice President des weltweiten Verbandes von Content Management Praktikern "Content Management Professionals". Er ist als Senior Manager für Aufbau und Leitung des Geschäftsbereiches Conversion-Optimierung bei QUISMA verantwortlich.

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