20. Dezember 2006
Die Messe als Auslaufmodell?
Der ECM-Markt spürt schon länger, dass die klassische Messe als Instrument zu Kundengewinnung nur bedingt erfolgsversprechend ist. Insbesondere das Verhältnis von Investition und Neukunden ist auf keiner drei großen relevanten Messen (CeBIT, Systems, DMS Expo) wirklich gut.
Das Problem: Die Anforderungen der Anwender und damit auch das Angebot der Anbieter werden immer spezifischer und komplexer. Eine Präsentation von ECM-Software auf einer Messe ist schlicht nicht möglich. So dient die Messe nicht der Information von potenziellen Kunden, sondern maximal dem ersten Kontakt. Nach der Messe folgt kein Auftrag, sondern ausführliche weitere Gespräche und Präsentationen. Doch auch diesen ersten Kontakt stellt immer mehr Google her, statt die klassische Messe. Viel gezielter und granularer ist eine Internetrecherche zu passenden Lösungen, als der Besuch einer Messe. Rechnet man Aufwand und Kosten noch dazu, lohnt sich der Besuch einer klassischen Messe für einen Fachbesucher praktisch nicht.
Das dies nicht nur ein kurzzeitiger Trend ist, zeigen die aktuellen Meldungen der Deutschen Messe AG und der Messe München zur Verkleinerung der Messen.
Natürlich ist das Recherchieren nach passenden Partnern im Internet aber auch nicht die beste Lösung und zwischen Recherche auf eigene Faust und Fachmessen klafft eine Lücke, die von kleinen, feinen Fachveranstaltungen – wie die ECM-World – gefüllt wird. Und genau diese Lücke wird immer größer, da die Fachentscheider lieber einen Tag auf einem Fachkongress verbringen, als auf einer Messe. Ein Fachkongress (oder eine andere Fachveranstaltung) bietet im klaren Gegensatz zu klassischen Messe auch nicht nur Produkt- und Herstellerinformationen, sondern durch Fachvorträge auch echtes Wissen zur Technologien und dem Vorgehen der Einführung.
Die Symbiose verschiedener Veranstaltungen, wie mit dem DMS-Forum des VOI bereits umgesetzt und ab 2006 erweitert durch ein Forum zum Thema Content Management der ECM-World, stellt eine Chance für die klassischen Messen dar, der Trend geht doch klar zu kleineren Events.
Wichtig für diese kleinen Events jedoch: Hier muss Wissen im Vordergrund stehen, nicht Werbung. Darum ist es (abgesehen der durch den Umfang der Veranstaltungen resultierenden Herausforderungen) auch erheblich schwieriger Fachevents zu veranstalten, als eine Messe.
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2 Reaktionen zu “Die Messe als Auslaufmodell?”
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Am 20. Dezember 2006 um 11:55 Uhr
Hallo Herr Krüger,
Sie sollten eine andere wichtige Informationsquelle nicht vernachlässigen. Viele unserer Kontakte und Projekte, insbesondere bei größeren, international tätigen Unternehmen haben wir über die Reports von weltweit tätigen Analysten wie Gartner, IDC, Forrester erhalten.
Gruss
Josef
Am 20. Dezember 2006 um 11:57 Uhr
Hallo Herr Huber,
die “Unterschlagung” war bestimmt keine Absicht! Danke für Ihren Hinweis.
Grüße,
Ihr Jörg Dennis Krüger