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21. November 2006

Woran merkt man, dass jemand nicht mehr “up-to-date” ist?

Beispielsweise an Aussagen wie (sinngemäß) “[Web] Content Management ist überflüssig, da schon längst Bestandteil von Informationsmanagement”.

Diese Aussage stimmt nur, wenn man davon ausgeht, dass

  1. “Informationsmanagement” eine greifbare und funktionsfähige Technologie ist.
  2. “Informationsmanagement” out-of-the-box angeboten wird und sich nicht aus verschiedenen Teilbereichnen und/oder Produkten zusammensetzt.
  3. Die Verwaltung von Website mit den gleichen Tools funktioniert, wie die Verwaltung von Unternehmensinformationen.
  4. Marketing und Vertrieb gleichzuschalten sind mit Auftragsbearbeitung und Produktion.

Andernfalls hat [Web] Content Management eine große Bedeutung – optimal natürlich vor dem Hintergrund eines Gesamtkonzepts zur Informationsverwaltung. Und Konzept kann hier auch bedeuten, dass absichtlich von einer Integration abgesehen wird.

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16 Reaktionen zu “Woran merkt man, dass jemand nicht mehr “up-to-date” ist?”

  1. JDK Leser

    Hallo JDK,

    ich denke das Problem bei einer solchen getroffenen (schwammigen) Aussage steckt doch in der Interpretation des Begriffs “Informationsmanagement”. Das kann ich einserseits sehr einfach definieren “Alles was mit Kommunikation, Controlling und Informationsverwaltung” zu tun hat (Ein Softwarelandschaft).
    Das kann ich aber auch aus reiner IT-Betriebssicht definieren (IT infrastrukturelle Planung – Systemlandschaft) usw.
    Bei beiden kann tatsächlich ein WCM ein Fixer Bestandteil des Informationsmanagements sein.
    Die Aussage des notwendigen Out-Of-The-Box Systems (ich verstehe das als ein Tool) teile ich nicht wirklich, da in einer (zumindest ansatzweise geplanten) Service orientierten Systemumgebung eine Content Verwaltungs Engine (von mir aus WCM genannt) vorhanden sein kann. Also nicht zwangsläufig ein Bestandteil einer ein Produkt ECM Lösung sein muss (Punkt 2). z. B. Saperion – Dort fehlt die WCM Komponente gänzlich (deswegen habe ich mir das als Beispiel herausgepickt) und dennoch ist es in vielen Unternehmen extrem wichtiger Bestandteil der “Informationsmanagements” – Schnittstellen sind dort vorhanden um diese Informationen auch wieder für andere Systeme bereitzustellen (WCM, SAP usw).
    Meine Behauptung schließt damit auch die genannte Bedingung in Punkt 3 aus. Hier ist allerdings die Servicefähigkeit (ich beschränke mich da mal auf die Funktionalität “Ich (SystemA) fordere an, du (SystemB) lieferst”) eine zwingende Vorraussetzung.

    Bei Punkt 1 stimme ich zu, da natürlich die gewählten Komponenten zwangsläufig zusammenspielen müssen wobei greifbar schwierig wird ;-) .
    Den Punkt 4 verstehe ich nicht – da würde ich mich über eine Spezifizierung freuen.

    gruß
    dein Leser

  2. Jörg Dennis Krüger

    Wenn ich davon ausgehe, dass WCM keine sinnvolle eigenständige Disziplin ist, muss ich mit “Informationsmanagement” auch die WCM-Prozesse managen.

    Damit muss ich alles integrieren, was impliziert, dass mit “ECM-Suiten” gearbeitet wird. Hier muss man aber – wenn man es so stark verallgemeinern will – viele Prozesse (Vertrieb, Marketing, etc.) gleichschalten.

    Da die Thesen zur Stützung der Aussage nicht stimmen, stimmt auch die Aussage nicht. Die “Nische” Content Management hat ihre Berechtigung, da umfassende ECM-Konzepte nicht mit “einem Stück Software” abgebildet werden kann.

    Wer Content Management für unsinnig erklärt hat einfach keine Ahnung oder will nur provizieren.

  3. JDK Leser

    Hi JDK,

    ich wiederspreche gar nicht der These, dass WCM sinnig ist (for heavens sake), ich wiederspreche lediglich der Feststellung, dass es zwangsläufig OOTB sein muss und dass die gleichen Instrumente für Unternehmensinformationen UND Webcontent verwendet werden müssen, damit man sagen kann “Webcontent ist schon lange Bestandteil von Informationsmanagement”.
    (oder interpretiere ich die beiden Punkte 2 und 3 des Blogeintrags falsch?)

    Ich will lediglich betonen, dass dieses wie gesagt Definitionssache ist. Für denjenigen, der das Gesamtsystem als “Informationsmanagement” betrachtet, für den kann durchaus das WCM dort schon drin vorhanden sein. Vielleicht ohne dass er es als solches gekapselt wahrnimmt.

    Ich stimme auch zu, dass jemand der so etwas sagt entweder keine Ahnung hat oder provozieren will.
    Denn Informationsmanagement berücksichtig zugegebenermaßen das Thema WCM stiefmütterlich.

    Also ich gehe Konform mit den getroffenen Feststellungen bis auf die Punkte 2 und 3 ;-)

    Um es mal deutlicher zu sagen
    Zusammengesetztes Zitat aus Orignal:
    [Web] Content Management ist überflüssig, da schon längst Bestandteil von Informationsmanagement stimmt nur dann, wenn man davon ausgeht, dass “Informationsmanagement” out-of-the-box angeboten wird und sich nicht aus verschiedenen Teilbereichnen und/oder Produkten zusammensetzt.

    Dem wiederspreche ich: Es können durchaus mehrere Systeme/Produkte beinhaltet sein (siehe @2)

    Zusammengesetztes Zitat aus Orignal:
    [Web] Content Management ist überflüssig, da schon längst Bestandteil von Informationsmanagement stimmt nur dann, wenn die Verwaltung von Website mit den gleichen Tools funktioniert, wie die Verwaltung von Unternehmensinformationen.

    Dem widerspreche ich siehe@2. Hier füge ich allerdings nun nochmal über das Thema nachdenkend ein, dass es sicher sinn macht, wenn die Überschneidung der Information sehr groß ist.

    Ich habe ja nicht behauptet, dass WCM keine eigenständige Disziplin sei – wie gesagt, ich denke, dass es hier eine Frage der Definition ist, wie jemand “Informationsmanagement” definiert.
    Ich glaube wir reden beide vom gleichen – nur eben anders

    der Leser

  4. Jörg Dennis Krüger

    Leider treffen wir hier auch das gleiche Problem, was sich auch oft in Projekten zeigt. Große Begriffe scheinen sehr beeindruckend zu sein.

    Natürlich beinhaltet “Informationsmanagement” WCM – aber die Aussage, dass man deshalb kein WCM mehr braucht widerspricht sich selbst.

    Sowie man sagt, dass “Informationsmanagement” aus Teilstücken – wie WCM – zusammengesetzt ist, ist eine Aussage wie “CM ist überflüssig” Unsinn.

    Wichtig auch: Dieser Blogeintrag handelt nicht davon, was Informationsmanagement ist. Er handelt davon, dass jemand behauptet “Content Management” sei überflüssig, weil es Informationsmanagement gibt. Und das ist nunmal Unsinn.

    Mehr soll dieser Eintrag nicht aussagen.

    Und ob meine Beispiele, wann die Aussage zutreffen würden, jetzt gut oder schlecht sind, lasse ich mal im Raum stehen. ;-) Prinzipiell ist eine Aussage wie “Content Management ist überflüssig, weil es Informationsmanagement gibt” für Schaumschlägerei.

  5. Oliver Bildesheim

    Hallo zusammen,

    die Notwendigkeit, dass für eine Integration unbedingt eine ECM Suite eingesetzt werden muss, sehe ich nicht. Vielmehr sollte man in der Infrastruktur eine Art “Content Bus” (ggf. auf Basis eines oder mehrerer Produkte) etablieren, der als Integrationsmedium dient und eine Art “Content Applications Integration” ermöglicht.

    Beste Grüße,
    Oliver Bildesheim

  6. Jörg Dennis Krüger

    Dann würde man aber auf Basis des zentrales Repositories (nichts anderes ist ein “Contentbus”) ein WCM einsetzen, um WCM-Funktionalität er erreichen. Damit wäre die Aussage Unsinn – was sie ja auch ist.

  7. JDK Leser

    Hi Alle,

    ich sehe hier wird mal richtig kontrovers Diskutiert (freu).
    Also, ich gebe JDK Recht wenn er von “einem zentralen Repository” spricht, die Realität sieht da aber leider (und das wissen glaube ich alle) gaaaanz anders aus.

  8. JDK Leser

    hey. 90% meines Textes fehlen :-(

  9. Jörg Dennis Krüger

    @8: Ich habe nichts gelöscht… Einfach nochmal posten bitte! Sorry für die Umstände!

  10. JDK Leser

    Nee, das war auch direkt nach dem Absenden verschwunden – ob der Beitrag zu lang war ??
    Keine Entschuldigung nötig also

    Ok – der nächste Versuch.

    Nur ein zentrales Repository als Contentbasis zu haben ist sicher ein Traum für jedes Unternehmen. Leider ist dem nicht so (The Future of Content in the Enterprise – Connie Moore in einer Studie für Forrester).
    D.h. Repository für das Informationsmanagement zu verwenden fällt quasi flach. D. h. man kommt um den von Herrn Bildesheim genannten Contentbus/Contentbridge nicht wirklich herum.
    Es gibt einerseits die bekannten Bestrebungen über den Standard JSR 170 Content für viele Applikationen zugängig zu machen bzw. aufzubereiten auf der anderen Seite, dem Gedanken des “Contentbusses” näher kommend, die Bestrebungen über eine Contentbridge (IBM/Venetica/verschiedene Konnektoren) den Content über Webservice ähnlich Aufrufe zugängig zu machen. Diese können freilich von einem CMS getätigt werden oder alternativ direkt von einem (echten) Portal ausgelöst werden.

    Ein WCM ist ja aus heutiger Sicht eigentlich “dumm”. Sprich, die meisten können eine externe Datenbank (erstes Repository) konnektieren und evtl noch WebDAV (Filesystem zweites Repository) aber bei den meisten hört es da auf. Ein DMS kann meist schon nicht eingebunden werden (und auf Lotus basierenden Repositories kann ja teilweise nicht mal ein auf Lotus basisierendes CMS zugreifen). Manche bieten rudimentäre DMS Funktionen – die man gleich in die Tonne kloppen kann.
    Die Frage die sich mir dabei stellt ist nicht wie konsolidiere ich die Daten in ein System, sondern wie Zapfe ich die Systeme an. Venetica geht/ging da einen guten weg – bloß ist leider nahezu unbezahlbar.
    Ein Migrationsszenario von mehreren Verwaltungssystemen auf ein einziges System ist nahezu undenkbar (allerdings wenn doch, dann ein sehr dankbarer Beratungsjob).

    So ungefähr hatte ich das vorhin geschrieben. (und ab in den Zwischenspeicher)

    ein Leser

  11. Jörg Dennis Krüger

    Hat zwar nix mit meinem Eintrag zu tun, aber sehr interessante Meinungen.

  12. JDK Leser

    Das hat insoweit etwas mit dem Beitrag zu tun als das es eben nicht ein Out Of The Box System sein muss.
    Informationsmanagement ist eben kein einzelnes System sondern ein Zusammenschluss aus mehreren Ressourcen.
    Wenn einer sagt: [Web] Content Management ist überflüssig, da schon längst Bestandteil von Informationsmanagement.
    Dann hat er natürlich unrecht, da es nicht Zwangsläufig integrativer Bestandteil ist sondern ein Bestandteil sein kann – oder muss.
    Ich finde den Beitrag in den Punkten 2 und 3 irreführend, da der Anschein entsteht als muss es sich um ein Informationsmanagement System (ein Softwarepaket) handeln. Wobei die Idee nicht mal schlecht ist.
    Ich mache ab morgen in E-IMS.

    In der Hoffnung meinen Gedankenkreis nun geschlossen zu haben verbleibt

    ein Leser

  13. Jörg Dennis Krüger

    WENN man davon ausgeht, dass WCM obsolet ist, weil es Informationsmanagement gibt, impliziert man, dass EIN System alle Funktionen des Informationsmanagement erschlagen kann.

    Natürlich ist das Humbug – wird aber von vielen so verkauft! Auch der Herr, der diese Meinung geäußert hat, geht überhaupt nicht mit meiner Meinung konform, dass ECM-Suiten nicht zielführend sind.

    (Informationsmanagement würde ich in diesem Zusammenhang zudem mit ECM gleichsetzen. Der gleiche Herr will ja auch die Verwirrung der Begriffe auflösen und führt dafür regelmäßig neue ein. ;-) )

  14. JDK Leser

    Nun gut, ich kann natürlich nicht wissen, dass sich dahinter eine schon länger laufende Kommunikation mit einem gewissen Herrn(?) verbirgt.
    Informationsmanagement geht meines Erachtens auch in die Richtung ECM auch wenn das ECM NUR einen kleinen Teil des Informationsmanagements abbildet. Informationsmanagement beinhaltet auch das WIE (also vom Wortlaut her) ich Informationen kommuniziere. Von daher würde ich das nicht mit ECM gleichsetzen.
    Meiner Meinung nach gibt es nicht DAS Informationsmanagement System – ECM ist da (laut verschiedener Definitionen) nur ein Werkzeug.
    Sozusagen die “Executive” wärend die “Gubernative” die Art der Information bestimmt. (z.B. das Blocken von abrufbaren Webseiten Innerhalb eines Firmennetzwerks).

    Aber der Herr scheint das zu verwechseln.
    Ein Blick in Wiki würde ihm sicher gut zu Gesicht stehen.

    Grüße
    ein Leser
    ps. ich bin auch gut im Begrifferfinden. ;-)

  15. Dr. Ulrich Kampffmeyer

    Sehr geehrter Herr Krüger,

    seit einigen Tagen kommentieren Sie eines der angekündigten Themen meines Eröffnungsvortrages der ContentManager.Days.

    Hierzu benutzen Sie z.T. verdrehte und aus dem Zusammenhang gelöste Zitate ohne Angabe der Quelle. Ich hatte erwartet – da Sie selbst Referent auf den ContentManager.Days sind -, dass Sie zu meinem Vortrag anwesend sind, um sich selbst ein Bild des Inhaltes des Vortrages zu machen. Sie können dies immer noch nachholen, da es eine Video-Aufzeichnung und eine Mitschrift des Vortrages geben wird. Dies wird Sie auch nachträglich in die Lage versetzen, die Angelegenheit der Kommentierung eines noch unveröffentlichten Vortrages richtig zu stellen.

    Für diejenigen, die hier mitdiskutiert haben: der Text mit der Ankündigung meines Vortrages ist auf den Seiten der Contentmanager.Days, des Kongressveranstalters und von ContentManager zufinden. Herr Krüger hat sich eines unvollständigen Zitats aus einem Interview zu meinem Vortrag bedient.

    Hochachtungsvoll,
    Dr. Ulrich Kampffmeyer
    Geschäftsführer
    PROJECT CONSULT Unternehmensberatung Dr. Ulrich Kampffmeyer GmbH
    Hamburg

    ———————————————–
    Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Nennung meiner Firma sowie dreier Webseiten keine Werbung im Sinne der Veröffentlichungskonditionen für Werbung dieser Blog-Seite sind sondern ausschließlich als Quellennachweis für die Leser und zum Nachweis der Identität der Person des Postenden dienen!

  16. Oliver Bildesheim

    Hallo zusammen,

    ich bin – glaube ich – nicht korrekt verstanden worden. Ich setzt in keinem Fall den Begriff Content Bus gleich mit _einem_ zentralen Repository im physischen Sinne. Vielmehr kann (und das ist oftmals auch der bessere Weg) das zentrale Repository ein virtuelles sein – in dem Sinne, dass der Content Bus eben nicht ein physisches Repository ist, sondern eine Schnittstelle darstellt, die den Zugriff auf die beteiligten, angeschlossenen Repositories kapselt.

    Beste Grüße,
    Oliver Bildesheim

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Der Autor

ECM-Experte Jörg Dennis Krüger

Jörg Dennis Krüger ist unabhängiger ECM-Spezialist und seit vielen Jahren Beobachter und Meinungsgeber der Branche. Zudem gilt er als Spezialist für Online-Performance-Marketing mit Schwerpunkt auf Conversion Optimierung.

In seinem ECM-Blog lesen Sie seine Meinung zu aktuellen Themen der Branche, Technologietipps und Erfahrungen zum praktischen Einsatz von Enterprise Content Management im Unternehmen.

Von 2008 - 2010 war er Vice President des weltweiten Verbandes von Content Management Praktikern "Content Management Professionals". Er ist als Senior Manager für Aufbau und Leitung des Geschäftsbereiches Conversion-Optimierung bei QUISMA verantwortlich.

Mehr Informationen und Kontakt bei Xing.

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