9. November 2006

3TYPEN (mit Fahndungsfotos!)

“Würden Sie diesen 3TYPEN Ihren Content anvertrauen?”, fragt der Softwareanbieter “Flying Dog” in seiner aktuellen Werbung und zielt damit auf ein ähnlich heißendes WCMS, was immer wieder in aller Munde ist.

“Glauben Sie den 3TYPEN?”, geht der Fyler auf der Rückseite weiter und zeigt – vereinfacht dargestellt – auf, dass es die “Eierlegende Wollmilchsau” nicht gibt und man auch im Open Source Bereich nicht alles glauben soll, was man so erzählt bekommt. Natürlich wird aber auch nicht vergessen das eigene System mehr als ausgiebig zu loben.

3typen-klein1.png

Insgesamt ein netter Ansatz, um mit dem Hypethema umzugehen und mit den Kunden ins Gespräch zu kommen. Denn dort kann man gut die Unterschiede zwischen “den 3TYPEN” und anderen Systemen erklären. So kann der Kunde die für ihn passende Lösung auswählen – und viele “Kunden” der “3TYPEN” wäre froh, vorab besser beraten worden zu sein.

3typen-klein2.png

(Grafiken mit freundlicher Genehmigung von Flying Dog)

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7 Reaktionen zu “3TYPEN (mit Fahndungsfotos!)”

  1. Peter Niederlag

    Ach herrje, die tun einem ja schon leid, zumal Powerslave sicherlich eher einer der etwas ernster zu nehmende Wettbewerber ist. Allerdings ist diese Werbung doch schon etwas arg dürftig in meinen Augen. Jedenfalls enthält sie ja keinerlei Argumente und spielt (falsch) mit Emotionen.

    Im übrigen rätsele ich noch was die 3Typen mit den 10 Dingen gemeinsam haben sollen:
    http://www.ecmblog.de/2006/09/08/zehn-dinge-an-denen-sie-erkennen-dass-sie-das-falsche-wcms-benutzen/

    das muss mir dann mal jemand beizeiten erklären.

    Herzliche Grüße,
    Peter Niederlag

  2. Jörg Dennis Krüger

    Ja… ich finde die Idee prinzipiell toll (und erheblich besser als vieles, was mir hier täglich auf dem Schreibtisch landet. Das WebEdition Farbrad entsorge ich glaube ich gleich mal…). Aber: Diese “Werbung” ist handwerklich bestimmt nicht perfekt und zeigt die Vorteile von Powerslave eigentlich nicht auf. Ich mag Powerslave und finde es sogar recht gut mit Typo3 vergleichbar – beide muss man ganz schön anfassen, um die Kundenlösung zu entwickeln – aber beide bieten auch die Möglichkeiten dazu. Powerslave kann in Gänze erheblich mehr als Typo3 – aber ich denke auch nicht, dass es tatsächlich Wettbewerber sind.

    Vielmehr ist eine solche Kampagne der Versuch, gegen die agressiven Typo3-Kampagnen “anzustinken” und einfach mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Und das ist sehr wichtig – denn viele Anwendern glauben, dass Typo3 und Ähnliche state-of-the-art wären… dabei findet man im Markt so viele schöne Lösungen, mit denen man viele, viele Szenarien viel besser abbilden kann.

    Das soll nicht heißen, dass Typo3 schlecht ist. Aber: Jedes Problem braucht die passende Lösung. Mal heißt sie Typo3, mal Powerslave, mal Content, RedDot, Interwoven, Vignette, Webedition, Axinom,. Documentum, Open Text oder was weiß ich. Alle haben ihre Berechtigung.

    Aber: Der Typo3-Community kann es nur Glaubwürdigkeit bringen, wenn sie die Leistungen ihres Systems besser einschätzen könnten und nicht gnadenlos über alles kommerzielle herziehen – was man leider besonders aus der Ecke viel zu oft sieht.

  3. Sebs

    Quote:
    Mal heißt sie Typo3, mal Powerslave, mal Content, RedDot, Interwoven, Vignette, Webedition, Axinom,. Documentum, Open Text oder was weiß ich. Alle haben ihre Berechtigung.

    Ich kann mir nur lachend am Boden wälzen. Was für eine Firma hat denn in Deutschland noch die Teams die wirklich tiefergehendes KnowHow in all den oben genannten Systemen haben ?
    Sowas kann nur jemand erzählen der schon lange nicht mehr die Hände auf einem Kundenprojekt hatte.
    Ein Portfolio von 3 Systemen … ok ;) Aber so viele, das ist geschwurbel von Menschen mit Krawatten.

  4. Jörg Dennis Krüger

    Ähem… Lieber Sebs… Du hast Recht! Genau aus diesem Grund finde ich jegliche Intgratoren/Programmierer, die meinen ihre Kunden bei der Auswahl eines WCMS beraten zu müssen, latent unseriös! Als unabhängiger Berater kann man da schon einen erheblich größeren Fokus haben – bzw. gar keinen Fokus. Ich fokussiere mich auf den Markt und nicht auf einzelne Systeme. Ich verkaufe keine Integrations- oder Programmierleistung und bekomme auch keine Verkaufsprovision. Ich berate Kunden dabei, die richtigen Konzepte zu erstellen, die richtigen Produkte zu finden und alles zusammen richtig umzusetzen.

  5. Jörg Dennis Krüger

    Nachtrag: Außerdem trage ich keine Krawatte. Niemals. ;-)

  6. Sebs

    JO, aber woher hast du die Erfahrung mit all den Systemen gesammelt ? Ich mach den WCMS Kram jetzt schon ca…. nachschau …. 6 Jahre und weis über 3 der genannten Systeme wirklich gut bescheid, so gut das ich jemanden beraten könnte. Ich halte das (9) für unmöglich, besser ein Berater der auf ein oder zwei Systeme eingeschränkt ist, aber hier den kompletten durchblick hat .. der kann dann ja immernoch sagen: Weis ich nicht, fragt XY. Ach ja, Berater und das nix Wissen, das würden die ja niemals zugeben.
    Wieso macht McKinsey eigentlich nicht die Erderwärmung weg ;)

  7. Jörg Dennis Krüger

    Sebs: Ich beschäftige mich seit über sieben Jahren Vollzeit mit den Konzepten, Strategien und Lösungen der Informationsverwaltung im Unternehmen. Hierbei geht es gar nicht darum, bis auf die letzte Schraube jedes System zu kennen – es geht darum, die Konzepte hinter den Systemen zu verstehen und die richtigen Lösungen für die Kunden auszuwählen. Hierbei muss auch der Kunde erstmal dabei unterstützt werden, intern ein richtiges Konzept aufzubauen. Und erst wenn das steht, kann man Software auswählen. Beratung zur Einführung und Auswahl ist etwas vollkommen anderes, als die Umsetzung – und man kann sehr wohl (mit Unterstützung entsprechender Tools) sehr viele Systeme im Blick haben.

    Muss man Automechaniker sein, um Empfehlungen zum Kauf eines Autos aussprechen zu können? Wichtig ist erstmal der “Blick über den Tellerrand”, um eine begrenzte Auswahl anhand von handfesten Kriterien zu erstellen. Ob dann am Ende der 1,2 Liter Diesel oder 2 Liter Benziner besser für den Einsatzzweck geeignet ist, oder wie das Fahrverhalten genau ist, klärt man dann auf einer Probefahrt. Aber niemand würde 100 Autos probefahren… Genau im gleichen Dreieck bewegt sich auch die unabhängige Beratung in CM-Projekten. Mit der Erweiterung, dass bei vielen Kunden das “Autofahren” erstmal neu definiert wird – denn im WCM-Bereich paßt eben nicht jedem “das Lenkrad auf der linken Seite” (und warum sollte sich ein Unternehmen uneingeschränkt der Software anpassen müssen?).

    Und jetzt muss ich zurück zu meinen Redaktionsprozessen, Publishingkonzepten, Redakteursinterviews, Zugriffsmodellen, Funktionsrastern, Gewichteten Bewertungen, Betriebsstrategien und und und… Also zu all dem zeug, was alle für unnötig erachten, bis sie mal das erste größere Projekt in den Sand gesetzt haben. :-)

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Der Autor

ECM-Experte Jörg Dennis Krüger

Jörg Dennis Krüger ist unabhängiger ECM-Spezialist und seit vielen Jahren Beobachter und Meinungsgeber der Branche. Zudem gilt er als Spezialist für Online-Performance-Marketing mit Schwerpunkt auf Conversion Optimierung.

In seinem ECM-Blog lesen Sie seine Meinung zu aktuellen Themen der Branche, Technologietipps und Erfahrungen zum praktischen Einsatz von Enterprise Content Management im Unternehmen.

Von 2008 - 2010 war er Vice President des weltweiten Verbandes von Content Management Praktikern "Content Management Professionals". Er ist als Senior Manager für Aufbau und Leitung des Geschäftsbereiches Conversion-Optimierung bei QUISMA verantwortlich.

Mehr Informationen und Kontakt bei Xing.

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