28. Oktober 2006
Web Content Management bei der Continental AG (updated)
Im Jahre 2000 führte die Continental AG, führender Anbieter für Bremssysteme, Fahrwerkkomponenten, Fahrzeugelektronik, Reifen und Technische Elastomere, eine konzernweite Web-Content-Management-Infrastruktur ein. Wesentliche Motivation dieses Projektes lag in der Optimierung und Vereinheitlichung der Content-Publishing-Prozesse.
Wie viele Großunternehmen stand auch der Continental-Konzern vor dem Problem, dass Inhalte für Online- und Offline-Publikationen durch verschiedene Anwendungen verwaltet wurden. Ferner bestanden auch bereits verschiedene Internet- und Extranet-Applikationen, die Marketing-Inhalte und Produktinformationen nutzten und in interaktiven Anwendungen bereitstellten. Die Datenpflege dieser Systeme war für die Mitarbeiter sehr zeitintensiv. Inhalte konnten nicht von den Mitarbeitern selbst gepflegt werden, ebenso wenig war es möglich, sie mehrfach und unabhängig vom Layout zu verwenden. Einfache Strukturänderungen (z.B. Hinzufügen eines neuen Menüpunkts) oder Hinzufügen und Integrieren neuer Content Bereiche waren sehr aufwändig.
Mit einem neuen System sollten folgende Anforderungen gelöst werden:
- Einführung neuer Contentmodelle, die nicht rein seitenbasiert, sondern objektorientiert sind.
- Verwaltung einzelner Contentobjekte, die in unterschiedlichen Anwendungen verwendet werden können.
- Integration in bereits bestehende IT–Strukturen.
- Anbindung und flexible Erweiterung von Drittsystemen.
- Erweiterbarkeit für einen kurzfristigen und flexiblen Ausbau der Angebote.
- Simultane Produktion unterschiedlicher Formate aus einer Datenbasis.
- Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter.
Über die Anwendung des Systems bei der Continental AG berichtet Ingo Diederichs auf den Contentmanager.Days 2006 in Leipzig. Vorab hat das ECM-Blog ein Interview mit Herrn Diederichs zur Verfügung gestellt bekommen, das einen kurzen Einblick in das Projekt ermöglicht:
Frage: Wie ist die Historie bei Ihrem Web-Content-Management-Projekt? Wann und wieso hat man sich für eine einheitliche Systemlösung entschlossen?
Ingo Diederichs: Wir haben unser Web Content Management System im Jahr 2000 zunächst für den Internetauftritt eingeführt und später dann auf weitere Anwendungen – Intranet, Extranet, Druckvorstufe – ausgedehnt. Die wesentlichen Argumente für diese Lösung waren einheitlicher Außenauftritt, Aktualität und Kostenersparnis.
Frage: Was sind die Charakteristika Ihre WCM-Umsetzung? Welche Prozesse werden hiermit im wesentlichen unterstützt?
Ingo Diederichs: Es handelt sich überwiegend um ein Web Content Management System, wenngleich wir mit ProMEDASS, einer Anwendung für Print-Werbekampagnen, auch schon Offline-Inhalte verwalten. Im Wesentlichen wird die Erstellung und Pflege von Webseiten durch Continental-Mitarbeiter und externe Dienstleister unterstützt.
Frage: Hat sich der Einsatz einer großen WCM-Infrastrukturlösung für Ihr Unternehmen gelohnt?
Ingo Diederichs: Eindeutig ja. Die Lösung hat sich als flexibel genug erwiesen, um mit der Zeit mit den Anforderungen zu wachsen. Ohne diese Infrastruktur hätten wir z. B. die starke internationale Ausdehnung unseres Internetauftritts mit heute schon über 100 Websites verschiedener Marken nicht hinbekommen, jedenfalls nicht zu vertretbaren Kosten und in einheitlich hoher Qualität.
Frage: Welche Entwicklungsfelder sehen Sie für die Zukunft Ihrer CMS-Implementierung? Wohin geht es?
Ingo Diederichs: Wir entwickeln die Lösung in Richtung Enterprise Content Management weiter. Unser nächstes Ziel ist der Aufbau einer Mediendatenbank für die Verwaltung von Bildern, Präsentationen etc. Außerdem planen wir die Einbindung unseres Übersetzungssystems Trados. Für das Intranet entwickeln wir eine personalisierbare Startseite auf Basis von Ajax.
Vielen Dank für den kurzen Einblick in Ihr Projekt.
(Das Interview führte Björn Negelmann und wurde dem ECM-Blog mit freundlicher Genehmigung von den Veranstaltern der Contentmanager.Days zur Verfügung gestellt.)
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3 Reaktionen zu “Web Content Management bei der Continental AG (updated)”
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Am 31. Oktober 2006 um 09:44 Uhr
[...] Im Weblog von KongressMedia wird zum Interview mit Herrn Dietrichs zum Web-Content-Management bei der Continental AG geschrieben, dass es hier nur einen “Nachdruck” gibt. Das ist nicht richtig! Der Text hat im ECM-Blog Premiere – auf Contentmanager.de ist er bis heute nicht zu finden. Zudem wurde der Text vom ECM-Blog redaktionell (leicht) überarbeitet, um ihn objektiver zu machen. [...]
Am 2. November 2006 um 09:24 Uhr
…jetzt ist es soweit: mein erster Kommentar in einem Blog! Mein Nachname wird häufig falsch geschrieben – kein Problem
Das Interview habe ich Herrn Negelmann gegeben, der mich als Referent zu den contentmanager.days eingeladen hat. Und der vorangestellte Text sieht mir verdächtig nach einer “Success Story” über Continental aus. Da wimmelt es natürlich von schönen ECMS-Buzz-Words – mehr dazu am 23. November! Freue mich auf interessante Diskussionen und Gespräche.
Na, das war doch gar nicht so schlimm. Fühle mich total zweinullig. Vielleicht jetzt öfter.
Am 2. November 2006 um 09:29 Uhr
Sehr geehrter Herr Diederichs: Verzeihen Sie den Fehler beim Nachnamen. Dies war nicht beabsichtigt und wurde uns leider bereits so zugetragen. Ich habe es aktualisiert.