24. Oktober 2006
Warum bieten WCM-Anbieter so wenig Web 2.0 Funktionalitäten?
Das Web 2.0 bewegt nicht nur die Marketingwelt, sondern wird immer mehr zum Standard für den ambitionierten Internetnutzer. Dabei stehen nicht prinzipiell Weblogs im Mittelpunkt, sondern die generellen Technologien und Konzepte zur Strukturierung und Vernetzung von Inhalten, verknüpft mit zentralen Diensten, die Übersichtlichkeit schaffen und Verbindungen herstellen.
Klassische Weblog-Systeme, wie WordPress (auf dem dieses Blog läuft) oder Serendipity, bieten hier durch Kommentarfunktionen (mit umfangreichen Spamfiltermethoden), RSS-Feeds, Trackbacks, Taging und sehr guter Optimierung für Suchmaschinen geballt die Web 2.0 Funktionalitäten an, vernachlässigen aber die “althergebrachten” professionellen Funktionalitäten des Web Content Management, wie umfangreiche Zugriffsrechte, echtes Templating, Workflows, individuelle Content-Container etc. Der Grund hierfür liegt wohl darin, dass diese professionellen Funktionalitäten eine umfangreiche Entwicklung und viel Erfahrung in dem Bereich voraussetzen. Trotzdem gewannen und gewinnen diese Blogging-Tools viele professionelle Nutzer.
Die Anbieter von professionellen Web Content Management Lösungen (Kommerziell wie Open Source!) vernachlässigen diesen Bereich “Web 2.0″ vollständig oder bieten nur rudimentäre Funktionalitäten an. Trackbacks unterstützt praktisch kein professionelles System und auch die Suchmaschinenoptimierung lässt bei vielen zu Wünschen übrig. Daneben bieten kommerzielle Systeme praktisch keine stark vereinfachten Interfaces, mit denen auch ein unerfahrener Benutzer (wie mit den Blog-Tools) Beiträge veröffentlichen kann (“One Page Publish”, auf einer Seite wird der Inhalte, Kategorien, Rechte, Tags, etc. erfasst und durch Knopfdruck publiziert – bzw. in den Freigabeworkflow gegeben).
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4 Reaktionen zu “Warum bieten WCM-Anbieter so wenig Web 2.0 Funktionalitäten?”
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Am 24. Oktober 2006 um 19:35 Uhr
Hallo JDK,
ich gebe dir recht, Web 2.0 ist nicht so sehr das ding der ECM Anbieter. Dieses liegt vermutlich daran, dass die meisten Anbieter von ECM System sich auf der “Staging” Ebene bewegen und die Auslieferung des Contents einem Application oder Webserver überlassen auf dem ja diese Funktionalitäten laufen müssen.
Auf der Systems habe ich just heute zwei ECM Systeme gesehen, die diese Funktionalität anbieten. Also scheint da auch was im kommen zu sein.
Grüße
dein Leser
Am 24. Oktober 2006 um 19:37 Uhr
Lieber Leser,
ich will Namen sehen!
Wer hat denn sowas im Programm? Würde mich WIRKLICH interessieren! (Und jetzt nicht nur RSS-Feeds – das ist eher das kleine Problem und wird von einigen unterstützt.)
Grüße,
Jörg Dennis Krüger
Am 24. Oktober 2006 um 20:52 Uhr
Gesehen habe ich bei RedDot ein Forum, Blog und Wiki. Bei Infopark steht groß Web 2.0 am Stand (ich muss zugeben, dass ich mir das aus Zeitgründen nicht näher betrachtet habe).
Zu RedDot könnte ich jetzt noch mehr erzählen. Der Techniker dort hat mir über 1,5 Stunden erzählt wohin die Reise dort geht.
Da hast du die Namen
dein Leser
Am 24. Oktober 2006 um 21:12 Uhr
Hallo Leser,
dann werde ich da morgen auch nochmal vorbei gucken – wobei RedDot rein technologisch schon Probleme haben sollte, soetwas wie Trackbacks abzubilden. Ich bin gespannt, was die zeigen – bisher habe ich nur Anwendungen gesehen, die mehr schlecht als recht WordPress u.ä. nachgebildet aber die professionellen WCM-Funktionen ausgeblendet hatten.
“Web 2.0″ dranschreiben kann ja jeder – vielleicht gucke ich da morgen mal genauer auf den Ständen vorbei – heute hatte ich leider keine Zeit (bzw. habe die wenige bei eSpirit verbracht).
Grüße,
Jörg Dennis Krüger