17. Oktober 2006
Die Kriegskasse von Open Text ist zwar mehrere Millionen Euro schwer, das operative Geschäft hat man jedoch nicht im Griff. Nicht nur, dass der Umsatz aus Lizenzen nicht in Fahrt kommen will und man im letzten Jahr sogar einen deutlichen Gewinneinbruch zu vermelden hatte, man nutzt das Mittel der Entlassungen konsequent zum Versuch der “Optimierung” von Unternehmen und Marge. Durch die jüngste Entlassungswelle von 15 % aller weltweiten Mitarbeiter als Konsequenz der Übernahme von Hummingbird unterstreicht, dass Open Text kein Wachstumsunternehmen ist. Dabei ist das Marktsegment, in dem sich Open Text zu bewegen meint, eines der wachstumsstärksten der IT-Branche.
Die Mär, dass der ECM-Markt sich entwickelt wie z. B. der ERP-Markt und am Ende nur eine ganz kleine Zahl sehr großer Unternehmen bleibt, sollte mittlerweile als solche entlarvt sein. Anscheinend wird dies aber bisher nicht in der Unternehmensstrategie berücksichtigt.
Die Mitarbeiter der zusammen mit Hummingbird übernommenen RedDot Solutions AG würden gut darin tun, Geld zusammenzulegen und ihr Unternehmen aus dem Gesamtunternehmen herauszukaufen, solange man noch seine eigenen Strukturen hat. Vielleicht ist auch Nils Metger zur Investition eines Teils des damaligen Verkaufserlöses in sein ehemaliges Unternehmen bereit. Langfristig blüht RedDot sonst die Integration in den Gesamtkonzern – was einem Dolchstoß gleichsteht.
Kategorie Meinung, Trends | 7 Kommentare »
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Der Autor

Jörg Dennis Krüger ist unabhängiger ECM-Spezialist und seit vielen Jahren Beobachter und Meinungsgeber der Branche. Zudem gilt er als Spezialist für Online-Performance-Marketing mit Schwerpunkt auf Conversion Optimierung.
In seinem ECM-Blog lesen Sie seine Meinung zu aktuellen Themen der Branche, Technologietipps und Erfahrungen zum praktischen Einsatz von Enterprise Content Management im Unternehmen.
Von 2008 - 2010 war er Vice President des weltweiten Verbandes von Content Management Praktikern "Content Management Professionals". Er ist als Senior Manager für Aufbau und Leitung des Geschäftsbereiches Conversion-Optimierung bei QUISMA verantwortlich.
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Am 18. Oktober 2006 um 10:43 Uhr
Das kann nicht verwundern. Unserem Unternehmen bot OT vor Monaten ohne Not eine Lizenz mit über 50% Nachlass an.
Am 18. Oktober 2006 um 10:59 Uhr
Ich denke nicht, dass OT RedDot als Marke vom Markt nimmt um das Unternehmen vollständig zu integrieren auch nicht langfristig.
RedDot war schon zu Hummingbird Zeiten ein Goldesel – als vollständig eigenständiges Unternehmen.
Ein Leser dieses Blogs
Am 18. Oktober 2006 um 11:13 Uhr
Ahh, in dem Zusammenhang fällt mir gerade ein: Was wird aus Filenet im IBM Umfeld ? Gibts da auch schon Entlassungen ?
Am 18. Oktober 2006 um 12:09 Uhr
@2: Als Marke bestimmt nicht. Aber warum die Stukturen von RedDot am Leben erhalten? OpenText vertreibt (nach eigener Angabe) jetzt schon als WCM ausschliesslich RedDot. Warum braucht RedDot dann noch einen Vertrieb? Da wird viel passieren – und am Ende wird RedDot verlieren.
Es sei denn, man denkt früh genug um – es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten als meinen Vorschlag.
Am 18. Oktober 2006 um 12:10 Uhr
@3: Leider nicht. Ich denke nicht, dass IBM ähnlich brachial vorgehen wird. Sowie mir hier was zu Ohren kommt finden Sie es im ECM-Blog!
Am 18. Oktober 2006 um 12:11 Uhr
@1: Zum Thema: http://www.ecmblog.de/2006/08/11/preisdumping/.
Am 18. Oktober 2006 um 12:43 Uhr
@4: Interessanter Gedanke mit dem Vertrieb. Nur mal laut Gedacht: Ich bin OT Manager, habe gerade festgestellt, dass die von mir vor Jahren aquirierten Systeme (damals mit mäßiger Salesperformance namentlich Gauss und Obtree) auch nach der Aquise nicht wirklich ins Laufen gekommen sind. Der Vertrieb wurde damals weitestgehend von OT übernommen und konnte dennoch nicht am WCM Markt platziert werden.
Da würde ich mir doch selber sagen: den Fehler mach ich nicht nochmal – ich lass den gut performenden Vertrieb und Service bestehen. Der Overhead (Verwaltung ist soweit ich das sehen kann) recht schlank. Ich habe also ein Produkt, das ich in mein System integrieren kann und nen Vertrieb, der es auch gut als eigenständige Lösung verkaufen kann. Eigentlich eine super ausgangslage für mich.
So lese ich das jedenfalls aus der Pressemeldung heraus.
Was passiert, wenn der Vertrieb nicht mehr so gut performt, dass weiß natürlich niemand so genau.
in diesem Sinne grüßt dich
einer deiner Leser