17. Oktober 2006

Goldene Regel #17: Open Source Software ist nicht schlechter

Auch für den kommerziellen Einsatz eignet sich Open Source Software hervorragend. Nicht ohne Grund haben es – insbesondere im Web Content Management Umfeld – die Anbieter von kommerzieller Software immer schwerer, ihre Produkte an die Frau zu bringen. Im Open Source Umfeld finden sich besonders Produkte mit einer breiten potenziellen Kundenbasis, denn es entwickelt sich meist die Software richtig gut, die von möglichst vielen nachgefragt wird. Entsprechend bietet sich für Standardanforderungen meist eine interessante Alternative im Open Source Bereich.

Wichtig: Open Source Software ist nicht per se günstiger als kommerzielle Software. Erst bei einer tiefer gehenden Analyse kann festgestellt werden, ob ein Open Source Produkt die geforderten Funktionalitäten nicht nur genauso gut wie kommerzielle Produkte, sondern auch zu einem vergleichbaren oder günstigeren Preis bietet. Erst wenn man hier auch die Anpassungsaufwände hineinrechnet, kann eine seriöse Aussage getroffen werden.

Zusätzlich eignet sich Open Source Software für besonders innovative Unternehmen, die für ihre Anforderungen sowieso keine Lösung auf dem Markt finden. Hier kann Open Source eine gute Basis für die eigene Weiterentwicklung bieten. Aber Achtung: Meistens müssen auch die Weiterentwicklungen unter die gleiche Open Source Lizenz gestellt werden, unter der auch das Basisprodukt stand.

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3 Reaktionen zu “Goldene Regel #17: Open Source Software ist nicht schlechter”

  1. Oliver Bildesheim

    Hallo,

    was mich an vielen Open Source CMS stört und in einigen Evaluationen dann auch zum Ausschluss führte ist die Tatsache, dass sie nur eingeschränkte Staging-Szenarien abdecken. So liegt beispielsweise bei den meisten PHP-basierten Open Source CMS das “Live”- und das “Redaktions”-System auf dem gleichen Server. In vielen Unternehmen und Infrastrukturen wäre es aber ratsam, dass “Live” und “Redaktion” in unterschiedlich abgesicherten Bereichen (netzwerktechn.) liegen und jeweils auch eine eigene Data Storage verwenden – schon um im Redaktions-Teil sämtliche Versionen zu halten und im Live-Teil nur die eben zur Zeit live gestellten Inhalte und Daten (also jetzt mal ganz einfach gesprochen).

    Beste Grüße,
    Oliver Bildesheim

  2. Jörg Dennis Krüger

    Hallo Herr Bildesheim,

    ja… das Problem ist ein häufiges. Bei Contenido und Co. kann man das – wenig elegant – durch das automatisierte Kopieren der Datenbank und der notwendigen Dateien vom Redaktions- auf den Liveserver realisieren. Aber so ist eben immer nur ein ganzer Stand publizierbar.

    Das Problem: Wie ich schrieb, wird bei OSS zumeist das umgesetzt, was sehr viele nachfragen. Staging wird leider nicht so breit nachgefragt, weil die meisten kleineren Websites ohne Staging betrieben werden.

    Grüße,
    Ihr Jörg Dennis Krüger

  3. JDK Leser

    “.. ob ein Open Source Produkt die geforderten Funktionalitäten nicht nur genauso gut wie kommerzielle Produkte… auch die Anpassungsaufwände hineinrechnet, kann eine seriöse Aussage getroffen werden”

    Das Problem dabei ist doch, dass dabei ein proprietäres System geschaffen wird mit all seinen Nachteilen.
    Z. B. lange Einarbeitungszeit bei Mitarbeiter oder Agenturwechsel usw.
    Gut, dass ist natürlich ein häufig angeführtes Argument gegen OS Technologie. Aber es trifft gerade für den angesprochenen Punkt sehr zu.
    Sicher wird es häufig günstiger sein als auf kommerzielle Software zu setzen.
    Will eigentlich auch nur auf hier versteckte Sekundärkosten hinweisen.
    Ansonsten arbeite ich selber hin und wieder mal mit OS Software – aber nur für den Eigenbedarf d. h. nicht für kommerzielle Zwecke.

    Ein Blog Leser

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Der Autor

ECM-Experte Jörg Dennis Krüger

Jörg Dennis Krüger ist unabhängiger ECM-Spezialist und seit vielen Jahren Beobachter und Meinungsgeber der Branche. Zudem gilt er als Spezialist für Online-Performance-Marketing mit Schwerpunkt auf Conversion Optimierung.

In seinem ECM-Blog lesen Sie seine Meinung zu aktuellen Themen der Branche, Technologietipps und Erfahrungen zum praktischen Einsatz von Enterprise Content Management im Unternehmen.

Von 2008 - 2010 war er Vice President des weltweiten Verbandes von Content Management Praktikern "Content Management Professionals". Er ist als Senior Manager für Aufbau und Leitung des Geschäftsbereiches Conversion-Optimierung bei QUISMA verantwortlich.

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