9. Oktober 2006
Adobe versucht mit Unterstützung für Blogs, Kunden zurückzuerobern
Statische Webseiten gehören nicht mehr zum Alltag von modernen Unternehmen. Webdesign-Lösungen wie Dreamweaver werden – wenn überhaupt – nur für die Templateerstellung verwendet und die Wartung der Webseiten in einem Web Content Management System (WCMS) durchgeführt. Bereits vor drei Jahren versucht Adobe aus diesem Grund, mit einer eigenen WCM-Lösung Kunden zu halten und neue Kunden zu gewinnen. Die Lösung “Contribute” war jedoch vom ersten Tag an enttäuschend. Das System ist auf einen Fatclient angewiesen, hat nur wenige professionelle Funktionen und generiert letztendlich doch wieder nur statische Seiten. Einzig kleine Webagenturen können von der nun möglichen Nutzung von Dreamweaver-Funktionen im Team profitieren – keine besonders große Zielgruppe.
Adobe versucht nun mit Version 4 von Contribute, wieder Fuß zu fassen. Hierbei wird u.a. das Thema “Weblogs” in den Mittelpunkt gestellt, die direkt aus Contribute gefüllt werden können sollen. Überzeugen kann die neue Version jedoch indes auch nicht. Zu schwer wiegen die achitektonischen Probleme, die Contribute mit sich bringt: Eine rein auf Windows basierende Lösung, die für jeden Autor einen Client auf dem Arbeitsplatzrechnen benötigt und keinerlei Serverfunktionalitäten mitsichbringt, ist nicht up-to-date und bringt gegenüber anderen Lösungen am Markt praktisch keine Vorteile. Auch die angepriesene Integration von Dreaweaver und Office, als Argumente für eine solche Lösung, überzeugen nicht.
Auch scheint Adobe die Thematik schlichtweg noch nicht verstanden zu haben. War schon vor drei Jahren bei Livepräsentationen zu merken, dass man keine Kenntnis von aktuellen Technologien und Marktbegebenheiten hat, so liest sich auch eine aktuelle Pressemeldung zu Contribute 4 eher wunderlich.
“Die Lösung unterstützt bekannte Blog-Server wie Blogger, Typepad und WordPress und erlaubt die direkte Verbindung zu hauseigenen Blog-Servern.”
Welche “Blog-Server” gemeint sind, bleibt unklar. Wie die technische Realisierung aussehen soll, auch. Zudem gibt es spezialisierte Lösungen (z.B. Blogdesk), die hier erheblich effektiver sind.
Klare Empfehlung: Contribute ist kein Werkzeug erster Wahl. Der Einsatz sollte gründlich überlegt und mit einer Testversion ausgiebig erprobt werden. Generell ist davon eher abzuraten und der Einsatz von “echten” WCMS zu empfehlen.
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