4. Oktober 2006
Der Referenztermin (oder: Wie mache ich es nicht.)
Nun war er endlich, der Referenztermin. Mein Kunde war mit zwei Mitarbeitern angereist, die ich bereits am Bahnhof in Empfang nahm. Wir nutzen die Zeit bis zum Termin, um beim Mittagessen letzte Absprachen zu treffen und nahmen dann ein Taxi Richtung Referenzkunde. Da uns leider keine Anfahrtsskizze übermittelt wurde, mussten wir – trotz Hilfe des Taxifahrers – ordentlich suchen, um den Eingang zu finden. Dieser versteckt sich weit Abseits des Haupteingangs des Mutterunternehmens recht versteckt in einer Parkhauszufahrt.
Kaum gefunden, begrüßte uns der herbeigerufene Projektleiter des DMS-Projekts und führte uns vorbei am regen Geschäftsbetrieb in einen Meetingraum. Er erklärte, dass man gerade stark expandieren würde, jeder Platz benötigt würde und er froh ist, dass wenigstens dieser Meetingraum noch kein Büro geworden ist. Gleichzeitig nutze er die Chance uns mitzuteilen, dass er nicht viel Zeit hat, uns aber konkret und möglichst detailiert über das Projekt, die Erfahrungen mit dem Integrationspartner und dem Softwareanbieter zu berichten.
Beeindruckend war, dass das Projekt wirklich lauffähig und sehr funktional war. fme, die seinerzeit das Projekt aufgesetzt hatten, haben augenscheinlich gute Arbeit geleistet, auch wenn nach über zwei Jahren die Umsetzung leicht antiquiert anmutet. Man sei aber gerade in der Planung und Realisierung einer neuen, dann auch vollständig webbasierten Version.
Wir waren sehr angetan, vom virtuellen Postkorb und der damit erreichten Verteilung der Arbeit über das ganze Bundesgebiet. Zwar wünscht sich mein Kunde noch mehr – aber die Grundlage sah sehr gut aus!
Guter Dinge nahmen wir diese Eindrücke mit nach Hause. Der Kunde erhielt ein ausführliches Protokoll und eine Empfehlung zur weiteren Vorgehensweise. Alle waren recht zufrieden und das Instrument “Referenztermin” wurde hier dazu genutzt, schnell und effektiv zu entscheiden, ob ein weiterer Anbieter in die engere Wahl genommen wird oder nicht.
Ist aufgefallen, wer/was fehlt? Richtig! Der Vertriebsmitarbeiter des großen ECM/DMS-Anbieters war nicht da. Er hat auch nicht mehr angerufen oder eine E-Mail geschickt. Weder mir, noch dem Kunden. Entsprechend war es nicht schwer zu entscheiden, ob auch dieser Anbieter auf die Liste kommt.
Schade. Denn er hätte Chancen gehabt und ich habe viel Zeit hinein gesteckt, um den Anbieter dem Kunden vorzustellen, weil ich sicher war, dass das sehr gut passen könnte. Aber wer keine Kunden braucht, bekommt auch keine.
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