17. August 2006
Goldene Regel #8: Quälen Sie Ihre potentiellen Partner – ein bißchen.
Wenn in einem Projekt von Qual gesprochen wird, dann meists von der Qual der Wahl, welche Software denn nun zum Einsatz kommen soll. Hierbei spielen nicht nur harte Fakten eine Rolle, sondern auch “weiche” Themen wie Zuverlässigkeit, Organisation, Miteinander und Ähnliches sich wichtige Themen.
Darum ist es empfehlenswert bereits in der Auswahlphase einige kritische Projektsituationen zu simulieren und die potentiellen Partner ordentlich zu fordern – nur so kann festgestellt werden, wer wirklich mit Herzblut dabei ist und auf wen man sich weniger verlassen kann.
Eine einfache aber sehr effektive Möglichkeit, einen Lieferanten zu testen, ist unterschiedliche Angebotsversionen anzufordern: Nach verschiedenen Lizenzmodellen, mit verschiedenen Modulen, verschiedenen Plattformen und was sich so ergibt. Hierdurch gewinnen Sie nicht nur eine bessere Datenbasis zur Entscheidung, sondern sehen auch wie individuell sie betreut werden.
Meine liebste Methode, Anbieter zu fordern ist der Referenzbesuch. Zusammen mit dem Anbieter wird ein bestehender Kunde besucht und die dort eingeführte Lösung betrachtet. Hierbei sollte ein Kunde gewählt werden, dessen eingeführte Lösung vom Funktionsumfang ähnlich der geplanten Lösung ist. Ein Referenzbesuch stellt einen Anbieter immer wieder vor eine große Herausforderung. Nur bei einer recht großen und zufriedenen Kundenbasis, lassen sich zeitnah gute Referenzbesuche vereinbaren und es ist oft wirklich Arbeit für den Vertriebsmitarbeiter, hier etwas auf die Beine zu stellen. Aber 1.) kann man sich bei einem Referenzbesuch ein sehr, sehr gutes Bild von der tatsächlichen Arbeit machen und 2.) sollte es den Anbietern, die in die engste Wahl kommen, die Arbeit wert sein.
Es gibt noch viele weitere Methoden, Softwareanbieter zu fordern! Einfach ausprobieren.
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4 Reaktionen zu “Goldene Regel #8: Quälen Sie Ihre potentiellen Partner – ein bißchen.”
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Am 17. August 2006 um 19:25 Uhr
[...] Original post by Jörg Dennis Krügers ECM-Blog. To read the full article visit: Jörg Dennis Krügers ECM-Blog [...]
Am 17. August 2006 um 21:15 Uhr
Goldene Regel #9: Glauben Sie nur, was Sie sehen!…
Gerade zum Quartalsende versprechen viele Vertriebler das Blaue vom Himmel. Vertriebler heißen jedoch so, weil sie für den Vertrieb und nicht für die Technik zuständig sind. Das heißt im Klartext: Der Vertriebler verspricht Ihn…
Am 17. August 2006 um 22:25 Uhr
Hallo zusammen,
nach meiner Erfahrung haben sich – gerade in Auswahlprozessen – Proof of Concepts nach durch den Nachfragenden vorgegebenen Use Cases bewährt, deren Ergebnis verbindliche Aussagen zur Machbarkeit und zu Best Practices liefern – und deren Durchführung vor Ort (!) zu Lasten des Anbieters gehen. Wer daran teilnimmt, ist sich zumindest relativ sicher, die gegebene Aufgabenstellung des konkreten Projekts angemessen adressieren zu können – mit seinem Produkt und seinen Leuten. Außerdem erleichtert dieses Verfahren auch die Auslotung der weichen Faktoren – wie Kompatibilität der Methodik/ Arbeitsweise, das gegenseitige Verständis etc., da es in Kooperation der betroffenen Teams durchgeführt wird.
Beste Grüße,
Oliver Bildesheim
Am 17. August 2006 um 22:49 Uhr
Unbezahlte POCs sind nicht unbedingt die Regel – insbesondere wenn mehrere Anbieter auf der Liste stehen und die Anforderungen recht komplex sind. Außerdem wird in solche PoCs dann meist nicht die Zeit gesteckt, die notwendig wäre. Ich finde deshalb, dass diese Arbeit – zumindest teilweise vergütet werden sollte. Vorallem, da PoCs eigentlich nur in Großprojekten mit einer Very-Short-List von 2-3 Anbietern richtig sinnvoll sind, sollte das möglich sein.
Ich ziehe Livetests PoCs vor, da ich hier Übersicht über die konkreten Leistungen es Gesamtsystems bekomme und nicht nur von wenigen – meist auch nur schwierig repräsentativ gestaltbaren – Use Cases. Bzw. muss sich auch an jeden PoC zwingend ein Livetest anschließen, um den PoC auch wirklich objektiv bewerten zu können.
Mehr zu morgen in der Goldenen Regel #9.