20. Juli 2006
Es wird derzeit diskutiert, ob das Center “Enterprise Content Management” der Competence-Site nicht in “Content Management” umbenannt werden sollte, um eine breitere Zielgruppe zu erreichen.
Meiner Meinung nach, wird damit jedoch die gesamte Zielgruppe und das Potenzial der Gruppe stark eingeschränkt. Insbesondere sind Themen wie Dokumentenmanagement und Archivierung in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht unter “Content Management” zu subsumieren (wissenschaftlich vielleicht schon – in der Praxis jedoch ganz und gar nicht).
Über andere Meinungen oder Kommentare zu den Überlegungen würde ich mich freuen.
Kategorie Insider, Medien | 4 Kommentare »
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Der Autor

Jörg Dennis Krüger ist unabhängiger ECM-Spezialist und seit vielen Jahren Beobachter und Meinungsgeber der Branche. Zudem gilt er als Spezialist für Online-Performance-Marketing mit Schwerpunkt auf Conversion Optimierung.
In seinem ECM-Blog lesen Sie seine Meinung zu aktuellen Themen der Branche, Technologietipps und Erfahrungen zum praktischen Einsatz von Enterprise Content Management im Unternehmen.
Von 2008 - 2010 war er Vice President des weltweiten Verbandes von Content Management Praktikern "Content Management Professionals". Er ist als Senior Manager für Aufbau und Leitung des Geschäftsbereiches Conversion-Optimierung bei QUISMA verantwortlich.
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Am 21. Juli 2006 um 12:50 Uhr
Die Frage ist doch – wie bei allen IT-Lösungs-Kürzeln – nicht, was die Anbieter darunter verstehen, sondern was die potenziellen Anwender darunter verstehen! Und die haben erfahrungsgemäß etwas anderes zu tun, als sich ständig auf die Interpretationsmöglichkeiten neuer Kürzel zu konzentrieren. So ganz vestehe ich daher nicht, dass einige IT-Anbieter scheinbar immer noch mehr Zeit und Geld auf die Markt-Missionierung neuer Kürzel verwenden als für die Missionierung des Nutzens der Lösungen. Dem Anwender ist nämlich eigentlich total egal, WIE seine Lösung als Kürzel heisst – Hauptsache es ist DIE Lösung, die er braucht und die ihn voranbringt!
Am 24. Juli 2006 um 09:39 Uhr
@Frau Ledwon: Ich verstehe Ihren Ansatz und bin auch der Meinung, dass nicht immer neue Bezeichnungen und Acronyme erfunden werden muss. Aber: Man muss dem Kind doch einen Namen geben. Und deshalb haben wir uns ja auf Bezeichnungen eingeschossen, die bereits lange genutzt werden und eben keine Neuerfindungen sind. Ihre Haltung, die ich leider schon öfter gesehen habe, bringt die Klarheit gegenüber dem Kunden genauso wenig voran. Wenn wir das Center jetzt “Die Lösung für Ihre IT-Probleme” nennen, wäre das nicht nur zu unspezifisch, sondern schlichtweg desinformativ.
Am 24. Juli 2006 um 10:58 Uhr
Hallo Herr Krüger,
warum denn in die Ferne schweifen oder mit ECM ein neues Kürzel (und für die potenziellen Anwender IST es eben ein neues Kürzel) kreieren?
Portal oder kollaboratives Intranet sind doch eingeführte und sehr verständliche Begriffe und sagen auch genau aus, was man davon an Nuzen hat.
Und wenn das dann auch noch unter dem Dach CMS (es steht doch nirgends festgemeißelt, WELCHER Content mit WELCHEN Möglichkeiten oder Zugriffsrechten oder Features für WEN gemanaged und zur Verfügung gestellt wird) getan wird, ist das meiner Überzeugung nach weder desinformativ noch unspezifisch, sondern kunden- oder besser anwenderorientiert und sinnstiftend.
Ich begleite den IT-Markt nun seit über 20 Jahren und die Abläufe sind immer wieder gleich (egal ob es Expertensysteme, Fuzzy Logic, Neuronale Netze, ERP, SCM oder CRM betrifft) – genau wie das Erstaunen darüber, dass der Markt und die Anwender sich scheinbar so uneinsichtig oder gar gegenüber Neuem unaufgeschlossen zeigen. Und immer wurden die Technologie und die Fachbegrifflichkeiten missioniert, statt der Nutzen und die Anwendungsmöglichkeiten…..
Inzwischen nutzt jeder Fuzzy Logic und er kauft die mit Fuzzy Logic ausgestatteten Geräte – nicht, weil sie Fuzzy haben (das wissen immer noch die wenigsten), sondern weil Fuzzy beispielsweise den Föhn vor Überhitzung schützt oder den Toast nicht mehr verkokeln lässt…
Und – so ganz unter uns ;o) – auch die Redakteure (zumindest die, die sich in der Marterie auskennen), nehmen diese “Ausflüge” zu immer spezielleren Lösungs-Acronymen inzwischen mit einem Gähnen wahr, weil sie natürlich auch merken, dass die Anwender unter ihren Lesern, diesen Ausflügen nicht mehr folgen können, sondern – nochmal bildlich gesagt – sich noch mit den Ausflügen der letzten Jahre beschäftigen.
Seit über 15 Jahren “predigen” einige Weise, dass nicht die Anwender sich nach der Technologie, sondern die Technologie sich nach den Anwendern richten solle und der Spruch: “Dem Anwender ist die Technologie hinter seiner Lösung wurscht – Hauptsache für ihn ist, das sie hält, was sie verspricht!”.. den kennen Sie doch bestimmt auch.
Wer den Markt erreichen will, muss sich auf seine Sprache und sein Verständnis einlassen. Das ist – gerade in Zeiten, wo alles komplexer zu werden scheint – meiner Überzeugung nach notwendig, wenn wir die Chancen richtig nutzen wollen. Und genau das wollen wir doch am Ende alle….
Sonnige Grüße aus dem Westerwald
Am 24. Juli 2006 um 11:07 Uhr
“Portal” und “kollaboratives Internet” beschreibt leider etwas ganz anderes, bzw. nur Teile von dem was als die Technologien und Konzepte, die unter (Enterprise) Content Management zusammengefasst werden. Ich würde ja für “Content Management” plädieren, wenn der Anwender darunter nicht praktisch ausschließlich die Verwaltung von Websites verstehen würde.