23. Februar 2006
Funktionen aufbauschen
RSS ist den meisten Bloglesern wohl ein Begriff, ermöglicht dieses einfache Datenformat die Übertragung von Webinhalten auf andere Websites oder in spezielle RSS-Ready und damit die Verteilung von News (und neuen Blog-Einträgen). Aber auch andererorts wird der Einsatz von leicht nutzbaren Syndikationsformaten immer interessanter. Im Umfeld ECM ist die Verteilung und Aggregation von Contents ein wichtiges Thema, dem mit sehr umfangreichen Lösungsansätzen begegnet wird, insbesondere, um nicht nur Szenarien wie in einem Weblog abzubilden, sondern um Informationen gezielt und gesteuert zu verteilen.
Der Einsatz von RSS, das zurecht als Abkürzung für Realy Simple Sydication steht, bietet sich hier nur bedingt an. Selbst auf Basis von SSL verschlüsseltem HTTP übertragen, ist die Übertragung von relevanten Informationen mangels Bestätigung des Empfangs, Sicherstellung der weiteren Verarbeitung, nachträglicher Veränderung der übertragenen Informationen und den allgemeinen Einschränkungen die RSS bietet, um möglichst einfach zu sein, eher ungeeignet. RSS wird jedoch mittlerweile von praktisch jeder Software im Web Content Umfeld unterstützt und so eben dort eingesetzt, wo diese Funktionalitäten ausreichen.
Umso mehr verwundert es, dass ein großer Anbieter einer “ECM-Suite” * in seiner neusten Veröffentlichung damit wirbt, nun auch RSS-Unterstützung zu bieten. Natürlich liest sich dies in der Pressemitteilung anders: So wird unter dem Stichwort “Sicherheit und Personalisierung” damit geworben, dass ”für ganze Listen oder Teile von Inhalten Benutzername und Passwort eingegeben werden [müssen], um Zugriff zu bekommen. RSS-Feeds können so angepasst werden, daß sie einen bestimmten Anwender bzw. seine Prozesse wiedergeben”. Ganz abgesehen davon, dass ein RSS-Feed, der einen bestimmten Anwender wiedergibt, tatsächlich eine Sensation wäre, ist die “News” nicht Neues und bereits vielfach im Einsatz.
Wirklich innovativ ist – konzeptionell gesehen – ausschließlich der Absatz, in dem dargestellt wird, dass ”via RSS die Interaktion mit content-zentrischen Applikationen mittels RSS-Reader, um bespielsweise Workflows zu überprüfen, Emails an Projektteams zu senden, Inhalte auszuchecken, etc.” ermöglicht werden. Die Idee ist wirklich sehr interessant und bietet – versierten – Anwendern eine nette Arbeitserleichterung – schließlich bleiben sie so auch während des “Blog-lesens” immer über die internen Prozesse auf dem Laufenden.
* So es solche denn überhaupt gibt!
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