Special: Enterprise 2.0

Erfolgsstrategien

Um die neuen Technologien möglichst sinnvoll und erfolgreich im eigenen Unternehmen einzusetzen, bedarf es nicht nur einer genauen Auflistung der bereits vorhandenen Technik und einer breiten Bedarfsanalyse, die auch die einzelnen Mitarbeiter mit einbezieht, sondern es gibt auch grundlegende Punkte, die in jedem Fall beachtet werden sollten.


Erfolgsfaktoren

Jochen Günther, Projektleiter im Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) fasste diese Regeln auf Grundlage jahrelanger Zusammenarbeit mit Kunden aus Politik, Wissenschaft und Industrie wie folgt zusammen:

  • Der Erfolg von Enterprise 2.0 Anwendungen hängt, genau wie bei Web 2.0-Anwendungen, maßgeblich von der Beteiligung der Mitarbeiter ab. Durch ein aktives Technologie-Management kann das Scheitern, das vielen Communities durch die Missachtung dieser Anforderung bisher beschert war, vermieden werden.
  • Mit konkreten Anreizen können Mitarbeiter dazu motiviert werden, sich aktiv am Aufbau und der Belebung der Anwendungen zu beteiligen. Das kann unter anderem durch Prämien für intensive Mitarbeit oder durch die Bewertung von Inhalten durch die Nutzer geschehen.
  • Um die anfänglich häufig vorhandene Hemmschwelle bei den Nutzern zu brechen, können unterschiedliche Arbeitsprozesse und Abläufe komplett in die Enterprise 2.0-Umgebung verlagert werden. Damit kommt die sogenannte „Kritische Masse“, von Informationen und Teilnehmer, die für einen Erfolg der Technologie nötig sind, zustande.
  • Einer der stärksten Anreize für ein aktives Engagement innerhalb der Community ist in vielen Fällen die persönliche Reputation des Mitarbeiters. Daher ist eine Personalisierung der Inhalte von vordergründiger Wichtigkeit.
  • Wenn innerhalb eines Unternehmens der Mut zur Offenheit besteht und den Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben wird, Informationen auch ohne einen langwierigen Redaktionsprozess zu veröffentlichen und auf die Kontrolle der Gemeinschaft vertraut wird, ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg des Projektes geschaffen. Negative Bewertungen oder Beiträge sollten also kein Grund, sondern eine Chance sein, diese Technologie im Unternehmen einzusetzen. Denn mit einer regen Teilnahme werden derartige Artikel meistens sehr schnell wieder relativiert.
  • Spezifizierung und Weiterentwicklung sind wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Etablierung einzelner Technologien innerhalb des Systems. Neue Anwendungen sollten gemeinsam mit den Nutzern geprüft und spezifiziert werden. Dadurch kann das nötige Verständnis für die einzelnen Applikationen zeitig aufgebaut und eine Fehlentwicklung vermieden werden.
  • Eine einfache, schnell verständliche und leicht lernbare Oberfläche ermöglichen es Mitarbeitern mit unterschiedlichem Wissensstand, sofort und ohne Umwege, am System teilzunehmen. Bedienfreundlichkeit, Einfachheit und transparente Kommunikationsprozesse sind Kernanforderungen in diesem Bereich.

Fazit

Unter Berücksichtigung dieser Grundregeln, kann und sollte demnach jedes Unternehmen die Einbeziehung der Web 2.0-Technologien in's Auge fassen. Denn die mit der Missachtung dieser Entwicklung, oder gar der Verteufelung zur sogenannten Bubble 2.0, würden die europäischen Unternehmen, laut dem Marktforschungsinstitut Gartner, schnell den Anschluss in der Informationsgesellschaft verlieren. Daher sollte jedes Unternehmen genau abwägen, ob es diese Entwicklungen als puren Hype einstuft oder vielleicht doch einen großen Schritt in Richtung der neuen Informationsgesellschaft macht.

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