Pflichtenheft

Das Pflichtenheft wird von allen Dienstleistern erstellt, die an einer Ausschreibung teilnehmen. In DIN 69905 geregelt, nimmt es die vom Auftraggeber gestellten Anforderungen auf und beschreibt detailliert die Umsetzung der im Lastenheft vorgezeichneten Schritte.

Inhalte eines Pflichtenheftes

Festlegung bzw. Definition von:

  1. Vertraginhalt
  2. Realisierungsart und Realisierungsweise
  3. Bedienungsabläufe und Gestaltung der Oberflächen
  4. Realisierungsschritte und Umsetzungsetappen
  5. Vorgehensweise zur Lösung der Problemstellung
  6. Vorschläge zu konkreten Ausführungen der Systemtechnik

1.  Wenn sich - beispielsweise auf Basis eines auf dem Lastenheft basierenden Auswahlverfahren - für einen Lieferanten und/oder Dienstleister entschieden wurde, muss der genaue Vertragsinhalt definiert werden. Hierfür dient das Pflichtenheft. Im Lastenheft werden die Vorstellungen zum Projekt gesammelt und in ein Konzept umgewandelt.

2. bis 4.  Das Pflichtenheft geht, darauf aufbauend, auf die konkrete Art und Weise der Realisierung an. Hier wird genau festgelegt, wie die einzelnen funktionalen Anforderungen technisch umgesetzt werden. Außerdem wird die Gestaltung der Oberflächen und die Bedienungsabläufe definiert und festgeschrieben. Es werden zudem Realisierungsschritte und Umsetzungsetappen definiert. Eine solche schriftliche Absprache von Erwartung und Leistung ist auch immer Kooperationsgrundlage. Im Idealfall enthält es Leitlinien und Zielvorgaben, die die Projektpartner während der Zusammenarbeit immer wieder als Anhalts- und Orientierungspunkt nehmen können.

5. bis 6.  Außerdem wird im Pflichtenheft auf das systematische Vorgehen zum Lösen der Problemstellung eingegangen und konkrete Ausführungen zur Systemtechnik werden vorgeschlagen.

Bedeutung des Pflichtenheftes

Im Falle eine Dienstvertrages ("auf Basis Zeit und Material") kann das Pflichtenheft auch iterativ und im Projektverlauf erstellt und ausgebaut werden. Wichtig ist jedoch, dass ein tragfähiges Grobkonzept von vorne herein besteht, damit zukünftige Projektschritte bereits umgesetzte Projektteile nicht beeinflussen oder gar (große) Änderungen in den schon fertigen Teilen notwendig machen.

Das Pflichtenheft ist die Grundlage für die im Vertrag vereinbarten Leistungen des Auftragsnehmers. Sollte der Auftrag als Werkvertrag (Festpreis) beauftragt werden, ist ein ausführliches Pflichtenheft sehr wichtig - da nur das, was im Pflichtenheft steht, von diesem Festpreis abgedeckt ist. Evtl. Interpretationsspielräume wirken sich meist negativ für den Auftragnehmer aus. Änderungen an einem Gewerk sind meist mit hohen Sonderkosten verbunden.


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